Schließen
The Spin
What you need to know in global fashion. Sign up now!
 
TW Sports
TW-Rangliste der größten europäischen Bekleidungsanbieter

Spitzen-Sportler


Adidas
Erster! Mit riesigem Abstand führt Adidas das Ranking der Sportanbieter in Europa an.
Erster! Mit riesigem Abstand führt Adidas das Ranking der Sportanbieter in Europa an.

Neun der zehn größten in Europa angesiedelten Unternehmen, die ihre Wurzeln in der Sportbranche haben, konnten im Jahr 2018 weiter zulegen. Das exklusive TW-Ranking der größten europäischen Bekleidungsanbieter.

Sport gewinnt. Das ist keine Floskel, sondern zeigt sich auch im Ranking der europäischen Bekleidungsanbieter: Neun der zehn größten in Europa angesiedelten Unternehmen, die ihre Wurzeln in der Sportbranche haben, konnten im Jahr 2018 weiter zulegen, einzig die finnische L-Fashion Group (u.a. Luhta und Icepeak) verzeichnete rückläufige Erlöse.

Wie groß die Kluft zwischen den Big Brands und den übrigen Mitspielern ist, zeigt die Verteilung der Umsätze in den Top Ten der Sport-Player in Europa: Adidas macht deutlich mehr Umsatz als alle neun folgenden Unternehmen zusammen. Und das, obwohl mit der Pentland Group, Puma und Amer Sports immerhin drei weitere Milliarden-Konzerne vertreten sind. Dabei hat selbst Adidas noch ordentlich Luft bis zum Weltmarktführer Nike, der als amerikanisches Unternehmen in dieser Liste nicht vertreten ist.

TW-Rangliste: Die Top 10 aus dem Sport

Mit diesen Big Brands stehen zwei Unternehmen an der Spitze eines Marktes, bei dem es längst nicht nur um „höher, schneller, weiter“ geht. Es geht um Lifestyle. Bei der Vorlage der jüngsten Halbjahreszahlen betonte Adidas-Chef Kasper Rorsted erneut die Bedeutung des Originals-Business’ für den Konzern: „Das ist die wichtigste Grundlage, die wir haben.“

Und wenn auch die Originals-Dynamik nachgelassen hat: Europas größter Sportartikelkonzern wächst nach wie vor in erster Linie mit Sneakern, die niemals eine Aschenbahn sehen werden. Global legte die Lifestyle-Sparte im vergangenen Jahr mit währungsbereinigt plus 11% noch immer stärker zu als der Performance-Part (+8%). Eine Entwicklung, die sich auch im laufenden Jahr fortsetzt. Der Motor Originals stottert vor allem in Europa – einem nach wie vor zentralen Markt für Adidas, der aber nicht zu den erklärten Wachstumsfeldern zählt.

China, Online und die USA sind die Treiber

Das sind vor allem China und Nordamerika sowie das E-Com-Business. Das wurde in den ersten sechs Monaten dieses Jahres weiter befeuert von erfolgreichen Sneaker-Launches wie dem Ultraboost 19, dem Nite Jogger und der Home of Classics-Kollektion. Schon heute abzusehen ist der Run auf Adidas’ Online-Kanäle, der Ende des Jahres einsetzen wird, wenn die ersten Produkte in Kooperation mit Mega-Star Beyoncé auf den Markt kommen werden.


Wie wichtig Frauen für das Sport Lifestyle-Business sind, hat Puma früh erkannt. Und so ist der Wachstumskurs, auf dem sich der andere Milliardenkonzern mit Sitz im fränkischen Herzogenaurach seit fünf Jahren befindet, auch der klaren Ansprache einer style-affinen weiblichen Zielgruppe geschuldet. Allerdings hat Puma schon einmal schmerzlich erfahren, wie volatil das schnelllebige Fashion-Business für Sportmarken sein kann. Und so ist Firmenchef Bjørn Gulden seit seinem Amtsantritt darauf bedacht, Puma als Sport- und Lifestyle-Marke zu verankern. Mit Erfolg: Auch im ersten Halbjahr 2019 verzeichnete der Konzern starkes Wachstum über alle Produktsegmente und Regionen hinweg.

Sport ist Lifestyle

Vom Mega-Trend rund um Sneaker, Sport und Streetwear profitiert auch die Pentland Group. Die Mutter des rasant wachsenden Filialisten JD Sports macht den Großteil ihrer Umsätze im Retail. Doch auch das Brand-Business mit Anbietern wie Berghaus, Ellesse, Canterbury of New Zealand und Speedo sorgt für mehrere hundert Millionen Euro Umsatz im Jahr. Allein Ellesse soll, so das ambitionierte Ziel von Brand Director Simon Breckon, bis 2023 für einen Umsatz von 450 Mio. Euro stehen – 2018 waren es rund 120 Mio. Euro. Wachstumsfantasien, die sich in Europa allein nicht werden erfüllen lassen.

Wie schwierig es für europäische Brands jenseits von Adidas und Puma ist, sich auf Märkten wie Nordamerika und China zu behaupten, lässt sich auch am Konsolidierungsprozess der Branche ablesen. Amer Sports, 2018 selbst noch als Übernehmer von Peak Performance aktiv, ist heute in chinesischer Hand. Die Muttergesellschaft Anta Sports setzte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 14,81 Mrd. Yuan um (1,86 Mrd. Euro) und ist ein ernstzunehmender Konkurrent für Nike und Adidas, die sich in China ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Nächster Meilenstein, nicht nur für Anta, sondern für die gesamte Sportartikelbranche in China, werden die Olympischen Winterspiele 2022. Erklärte Staats-Vision ist es, bis dahin 300 Millionen Chinesen die Teilnahme am Wintersport zu ermöglichen.

Mit Jack Wolfskin und Helly Hansen haben zwei weitere Unternehmen der Top 10 mittlerweile einen neuen Eigentümer: Jack Wolfskin gehört seit Jahresbeginn zur US-Gruppe Callaway, Helly Hansen wurde Mitte 2018 von der kanadischen Handelskette Canadian Tire übernommen. Das Spiel um globale Marktanteile ist eröffnet.

 

stats