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TW 100: Melanie Kuntnawitz, Jack Wolfskin

"Gemeinsam an einem Strang ziehen"

Jack Wolfskin
Melanie Kuntnawitz, Head of Vendor Control, hat seit 2008 verschiedene Positionen bei Jack Wolfskin auf dem Gebiet CSR und Compliance begleitet.
Melanie Kuntnawitz, Head of Vendor Control, hat seit 2008 verschiedene Positionen bei Jack Wolfskin auf dem Gebiet CSR und Compliance begleitet.

Seit 2008 ist Melanie Kuntnawitz (40) bei Jack Wolfskin, heute als Head of Vendor Control, doch schon immer mit Engagement für soziale und ökologische Nachhaltigkeit in der Lieferkette. Wir befragten sie nach den jüngsten Fortschritten.

TextilWirtschaft: Frau Kuntnawitz, was heißt Nachhaltigkeit für Sie?
Melanie Kuntnawitz: Einen ganzheitlichen Ansatz zu verantwortungsbewusstem unternehmerischen Handeln zu verfolgen, also Umweltschutz, soziale Verantwortung und Transparenz. Jack Wolfskin ist sich seiner gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Verantwortung sehr bewusst und hat sie deshalb seit seiner Gründung 1981 fest in seiner Unternehmensstrategie und -kultur verankert.

Inwiefern?
Bei all unseren Materialien betrachten wir verschiedenen Einflussfaktoren und wägen ab, ob sie ökologische Vorteile bieten. Dabei reicht es nicht aus, nur die Beschaffenheit des Materials, dessen Qualität, Langlebigkeit und Robustheit und Wiederverwertungsmöglichkeiten am Ende des Lebenszyklus zu bewerten. Wir beziehen in unsere Bewertung auch die Umstände, unter denen das Material hergestellt wird, den Ressourcenverbrauch wie den Chemikalieneinsatz, Wasserverbrauch, Energieverbrauch und die Arbeitsbedingungen in den Produktionsfabriken, mit ein.

Wie haben Sie Jack Wolfskin jüngst ein Stück nachhaltiger gemacht?
Wir entwickeln viele unserer Nachhaltigkeits-Themen kontinuierlich weiter und beobachten, dass sie auch immer mehr ineinandergreifen. Das ist das Schöne an unserer Arbeit.

Können Sie Beispiele nennen?
Ja, produktseitig arbeiten wir an Zirkularität und komplexen Mono-Material-Produkten wie 3-Lagen-Kapuzenjacken, die komplett aus Textilabfällen gefertigt werden. 65% der Jacke bestehen aus Pre-Consumer und 35% aus Post-Consumer Waste. Es handelt sich somit um textile Materialien, die durch die Textilindustrie sowie vom Verbraucher in den Kreislauf zurückgeführt werden, kein PET. Zudem entwickelten wir eine neue Technologie, bei der wir das Nahtversiegelungstape – das sind 20 Meter Tape pro Jacke – bei voller Wasserdichtigkeit eliminieren konnten. Ein weiteres Projekt, das wir im Winter 2022 abschließen werden, ist die vollständige Eliminierung von Single Use-Plastik. Wir haben Schritt für Schritt alle Kunststoffe, die zu Verpackungszwecken eingesetzt wurden, ersetzt. Zunächst wurden die Silika-Gel Päckchen durch das biologisch abbaubare Dry Clay ersetzt und in der Folge sogar weitgehend eliminiert. Tüten für den Transport bestehen jetzt aus vollständig recyceltem Material, das weiter recycelt werden kann. Außerdem tauschen wir die Bändchen, mit dem die Hangtags am Produkt befestigt werden, mit Naturfaserbändchen aus.

Was macht ein erfolgreiches Nachhaltigkeitsprojekt aus?
Wichtig sind dabei vor allem klare Zielvorgaben. Außerdem braucht es eine Kultur, in der alle an die Sinnhaftigkeit dieser Projekte glauben und Werte wie Natur- und Umweltschutz wirklich mittragen und leben. Nur so können wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen, Projekte vorantreiben und unsere Ziele erreichen. Der Umsetzungswille gepaart mit transparenter Kommunikation über Erfolge und auch Misserfolge macht die Projekte glaubwürdig. Zudem ist es hilfreich, das eigene Vorgehen und Handeln von externen unabhängigen Partnern wie der Fair Wear Foundation oder auch Higg BRM – prüfen und bewerten zu lassen.

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