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26% Umsatzplus im Jahr 2019

Decathlon wächst in Deutschland weiter rasant

Decathlon
Groß, größer, Decathlon - die Franzosen eilen ihren Mitbewerbern davon. Doch die Expansionskosten drücken auf das Ergebnis. 2018 verpasste die Deutschland-Tochter die schwarze Null knapp und wies einen Jahresfehlbetrag von 91.000 Euro aus. Für 2019 macht Decathlon dazu noch keine Angaben. Jedoch zum hohen Umsatzwachstum.
Groß, größer, Decathlon - die Franzosen eilen ihren Mitbewerbern davon. Doch die Expansionskosten drücken auf das Ergebnis. 2018 verpasste die Deutschland-Tochter die schwarze Null knapp und wies einen Jahresfehlbetrag von 91.000 Euro aus. Für 2019 macht Decathlon dazu noch keine Angaben. Jedoch zum hohen Umsatzwachstum.

Der Abstand wächst: Mit einem Umsatzplus von 26% hat Decathlon seine Marktführerschaft auf dem deutschen Markt 2019 deutlich ausgebaut.

Wie Deutschland-Chef André Weinert in einem Presse-Dossier erklärt, habe das Unternehmen 2019 den Umsatz hierzulande auf 800 Mio. Euro ausbauen können - das ist allerdings der Brutto-Umsatz.  Der Netto-Umsatz konnte um 26% auf 659 Mio. Euro gesteigert werden.
Mit der symbolträchtigen Eröffnung der 80. deutschen Decathlon-Filiale in Heilbronn, dem Hauptsitz des Händlerverbunds Intersport, endete der Expansions-Marathon der Franzosen mit 16 neuen Filialen im vergangenen Jahr.

Weinert ist seit September neuer CEO bei Decathlon Deutschland. Er ist ein Decathlon-Urgestein und stieg nach seinem BWL-Studium als Teamleiter in den Filialen Herne und Baden-Baden ein. 2007 eröffnete er als Filialleiter in Würzburg die achte Filiale in Deutschland.

Weinerts Vorgänger Stéphane Montini wechselte im Herbst in die USA und soll dort das Geschäft als City Leader Greater Los Angeles entwickeln. Seit Beginn von Montinis Amtszeit am Deutschland-Hauptsitz in Plochingen im Januar 2015 konnten die Franzosen ihren Umsatz mehr als verdoppeln.

Expansion: Aufgeschoben, nicht aufgehoben

Derweil wird die weitere Expansion durch die Corona-Krise ein wenig gebremst. Sie führt unter anderem dazu, dass einige Eröffnungen, die eigentlich für dieses Jahr geplant waren, ins kommende Jahr verschoben werden, unter anderem die des bundesweit dritten Logistikzentrums.



Außerdem sollten ursprünglich allein in diesem Jahr mindestens zehn weitere Filialen in Deutschland eröffnen. Diese Zahl könnte sich halbieren: Anfang Mai eröffnete ein neuer Store in Hamburg-Langenhorn, am 25. Juni kommt Decathlon mit einem ersten Laden nach Fulda (1800m²). Weitere Neueröffnungen sind für dieses Jahr nur noch für Erding (2100m²), Singen und München fixiert.


Für 2021 sind zehn weitere Eröffnungen geplant, unter anderem die der größten deutschen Filiale in Weiterstadt bei Darmstadt (7500m²) in direkter Nachbarschaft zu dem Shoppingcenter Loop5.

Neue digitale Service-Plattformen

Weinert schließt allerdings auch Filialschließungen nicht aus. Außerdem wird es weiterhin „Relokalisierungen an weniger attraktiven Standorten“ geben. Die bestehende Filiale in Leipzig (Nova) wird Mitte Juni auf eine mehr als doppelt so große Verkaufsfläche umziehen, auch der Laden im Nordwestzentrum in Frankfurt am Main wird vergrößert.

Vor allem aber kündigt Weinert noch für dieses Jahr neue digitale Projekte an. Zum einen soll das Online-Angebot vergrößert und damit attraktiver werden. „Darüber hinaus werden digitale Service-Plattformen das Decathlon Eco-System abrunden“, so Weinert. „Die ersten Projekte werden noch in diesem Jahr live gehen.“ Der Online-Umsatzanteil lag 2019 bei über 20%, „mit einer stark steigenden Tendenz“. Der Lockdown habe diesen Trend noch einmal beschleunigt.
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