Der chinesische Sportswear-Konzern Anta Sports Products hat Interesse an Amer Sports (u.a. Atomic, Salomon, Arc'teryx, Peak Performance). Die Finnen bestätigen, eine "unverbindliche Interessensbekundung" für ein Barangebot erhalten zu haben, und zwar von einem Konsortium, dem neben Anta auch der asiatische Finanzinvestor Fountain Vest Partners angehört.

 
Nachdem der Kurs der Amer-Aktie am Dienstagmorgen in die Höhe geschossen war, wurden die Papiere vom Handel ausgesetzt. Das Unternehmen bestätigte im Anschluss den Erhalt dieser Interessensbekundung, erklärte aber auch, zum jetzigen Zeitpunkt in keinerlei Verhandlungen mit dem Konsortium zu stehen. Dieses bietet den Aktionären 40 Euro pro Aktie. Aktuell notieren die Papiere an der Börse in Helsinki bei 32,18 Euro.

Beim Umsatzniveau sind Anta und Amer auf Augenhöhe: Die Erlöse der Chinesen beliefen sich 2017 auf 2,65 Mrd. Dollar (2,29 Mrd. Euro), die Finnen setzten 2,69 Mrd. Euro um. Unterschiede gibt es jedoch bei der Profitabilität: Mit einem Gewinn von 490,5 Mio. Euro hat Anta deutlich mehr verdient als Amer, das nur 93,3 Mio. Euro Nettogewinn erzielte. Das spiegelt sich auch im Börsenwert beider Unternehmen wider: Amer Sports ist 3,7 Mrd. Euro wert, Anta fast dreimal so viel.

Anta hat schon seit längerem ein Auge auf internationale Sportmarken geworfen. Neben der eigenen Brand Anta gehören auch Lizenzen von Fila und Descente zum Portfolio. Firmenchef Ding Shizhong kündigte im Februar an: "Wir sind weiterhin auf der Suche nach internationalen High End-Sportswear-Brands mit hohem Wachstumspotenzial, um die Sportswear-Bedürfnisse unserer Kunden zu erfüllen und um die Lücken zwischen den verschiedenen Marktsegmenten zu füllen."

Für Amer Sports wiederum ist China ein Wachstumsmarkt: Seit 2010 stiegen die Jahresumsätze im Reich der Mitte von 13 Mio. Euro auf über 120 Mio. Euro.
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