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Um über den Schuhbereich hinaus zu wachsen

Wolverine Worldwide kauft Sweaty Betty

Sweaty Betty
Sweaty Betty soll dem Digitalgeschäft von Wolverine Worldwide den nötigen Kick verpassen.
Sweaty Betty soll dem Digitalgeschäft von Wolverine Worldwide den nötigen Kick verpassen.

Das britische Fitness-Label Sweaty Betty, das sich nur an Frauen richtet, ist auf Wachstumskurs. Das soll jetzt auch dem US-amerikanischen Konzern Wolverine Worldwide zugutekommen. Er hat das Unternehmen für einen dreistelligen Millionenbetrag von Haupteigentümer Lady of Leisure InvestCo Limited sowie L Catterton und anderen Aktionären erworben.

Rund 410 Mio. US-Dollar (345 Mio. Euro) war Wolverine Worldwide das Unternehmen Sweaty Betty wert, das seinen Umsatz allein 2020 um mehr als 50% auf knapp 150 Mio. Euro steigern konnte. Schon vom ersten Jahr an soll sich die durch Barmittel und die revolvierende Kreditlinie des Konzerns finanzierte Transaktion positiv auf das Ergebnis auswirken, heißt es in einer Mitteilung.

Den Kauf erklärt Wolverine Worldwide-CEO und -Chairman Blake W. Krueger folgendermaßen: "Die Übernahme von Sweaty Betty ergänzt unseren strategischen Wandel, den wir in den letzten Jahren von einem traditionellen Schuhgroßhändler zu einem verbraucherorientierten, digital ausgerichteten Wachstumsunternehmen vollzogen haben." Außerdem verschaffe sie dem Konzern eine Führungsposition in der wachsenden Kategorie Activewear für Frauen.

Zu Wolverine Worldwide mit Hauptsitz in Rockford, Michigan, gehören mit Labels wie Saucony, Merrell, Keds, Sperry und Wolverine vor allem Schuhmarken, globale Lizenzen hält der Konzern für Cat Footwear und Harley Davidson Footwear. Krueger betont aber auch die Kompetenz in Sachen Activewear: "Wolverine Worldwide kann auf eine lange und erfolgreiche Erfolgsbilanz bei der Übernahme und dem Aufbau von Marken zurückblicken, darunter auch Performance-Marken wie Sweaty Betty, und wir freuen uns sehr, sie in unserem Unternehmen willkommen zu heißen."

"Sweaty Betty passt perfekt zu unserem strategischen Wachstumsplan für Wolverine Worldwide, da wir uns auf den Ausbau digitaler Kanäle, die Erweiterung unserer internationalen Präsenz und den Ausbau unseres Markenportfolios über den Schuhbereich hinaus konzentrieren", fügt Brendan Hoffman, Präsident von Wolverine Worldwide, hinzu. Die Expertise von Sweaty Betty, der Fokus auf Bekleidung für Frauen und die erstklassige digitale Umsetzung hätten den Konzern von dem Unternehmen überzeugt, das 1998 von Tamara und Simon Hill-Norton in Großbritannien gegründet wurde. Hoffmann freut sich darauf, "das kontinuierliche Wachstum der Marke zu unterstützen und dabei von ihrer digitalen Denkweise zu lernen und diese Stärke in unserem gesamten Portfolio zu nutzen."

Sweaty Betty-CEO Julia Straus bleibt an Bord und wird das Unternehmen weiterhin leiten. Sie berichtet an Hoffmann. Von der Übernahme durch Wolverine Worldwide verspricht sie sich viel: "Ihr Portfolio an zielgerichteten Traditionsmarken, ihr Wissen und ihre Erfahrung beim Aufbau von Performance-Marken, ihr robuster internationaler Vertrieb und ihre Expertise in der Lieferkette bieten eine starke Plattform, um Sweaty Betty zu erweitern und unsere Mission 'mehr Frauen durch Fitness auf der ganzen Welt zu stärken' voranzutreiben."

Zum Portfolio von Sweaty Betty gehören neben Bekleidung auch Swimwear und Accessoires. Bekannt ist das Label insbesondere für seine Po-formenden Leggings mit innovativen Prints. Es wird weltweit vertrieben, wobei über 80% des Umsatzes aus dem Direct-to-Consumer-Geschäft kommen. Neben eigenen Läden in UK und Asien und bei Einzelhändlern wie Selfridges und Harrods verfügt das Unternehmen über Shop-in-Shops in rund 100 Nordstrom-Filialen in Nordamerika. Noch in diesem Jahr startet Sweaty Betty außerdem im KaDeWe in Berlin, wie die neue Head of Germany Patricia Ricken erst vor wenigen Wochen im Gespräch mit der TextilWirtschaft verriet.
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