Eine halb so hohe Retourenquote und 10 Mio. Euro mehr Umsatz in den Filialen, so lautet das Tablet-Fazit des Sport-Retailers SportScheck aus dem vergangenen Jahr. Darüber hinaus konnte das Unternehmen seit der Einführung einer eigens entwickelten In-Store App im Jahr 2015 130.000 Kundenkarten neu erstellen und 90.000 Kundendatenansätze aktualisieren, erklärte SportSchecks Chief Digital Officer (CDO) Jan Kegelberg jüngst auf dem Ispo Digitize Summit.

Das Verkaufspersonal auf den Flächen erhalte vor Ort Echtzeit-Zugriff auf die Warenbestände im Haus, im Lager und in anderen Filialen. Zudem stünden gleichzeitig detaillierte Produktinformationen sowie relevante Kundendaten zur Verkaufsunterstützung zur Verfügung. Pro Tag werden inzwischen rund 150 Produkt-Barcodes von den Verkäufern eingescannt und ca. 300 Bestellungen pro Tag über die App generiert, so Kegelberg.

Aufgrund des Erfolgs plant Deutschlands größter Sportfilialist ein Update, das dem Personal und den Kunden noch mehr Services zur Verfügung stellen soll. Geplant seien dabei der Skiverleih in der Urlaubsregion, die Buchung von Yoga-Kursen in angeschlossenen Fitness-Studios sowie eine Bezahlfunktion, die in diesem Jahr noch eingeführt werden soll. Dafür würden bereits Servicestationen in den Läden errichtet, an denen die gepackte Einkaufstüte samt Kassenzettel abgeholt werden könnte.

Kegelberg betonte aber auch, dass es dazu eines langwiergen Change Management-Prozess bedarft hätte. So sei 2011 der erste Anlauf, technische Verkaufsunterstützung am Point of Sale zu integrieren, gefloppt, da sich die Mitarbeiter und Kunden nicht abgeholt fühlten. Deshalb entwickelten die Verantwortlichen eine eigene App. Ein zentrales Kriterium sei laut Kegelberg gewesen, dass die über die App generierten Umsätze dem Konto des Verkäufers und nicht dem Webshop gutgeschrieben werden.

Ingesamt erwirtschaftete die Otto-Tochter SportScheck im vergangenen Geschäftsjahr (Februar 2018) einen Außenumsatz von 300 Mio. Euro. Während das Stationärgeschäft flächenbereinigt um 1% zurückging, wuchs das Online-Geschäft um 12,6%.
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