Beim US-Sportartikelkonzern Nike müssen offenbar weitere Manager ihren Hut nehmen. Eine umfassende Untersuchung zum Verhalten am Arbeitsplatz habe bei dem Unternehmen zum Abgang von fünf weiteren Top-Führungskräften geführt, berichtet die New York Times. Insgesamt seien nun bereits elf Führungskräfte betroffen.

Bei den fünf Managern soll es sich laut der Zeitung um Steve Lesnard, Head of Running Nordamerika, Simon Pestridge, Verantwortlicher für das Marketing der Performance Categories, Helen Kim, zuständig für den Osten Nordamerikas, Tommy Kain, Director Sports Marketing und Ibrahem Hasan, ein Senior Creative Director, handeln.



Der weltgrößte Sportartikelkonzern, der insgesamt rund 70.000 Mitarbeiter beschäftigt, war in den vergangenen Wochen wegen seiner zweifelhaften Unternehmenskultur und offenbar auch Fällen von mangelndem Respekt gegenüber den Mitarbeitern in die Kritik geraten. US-Medienberichten zufolge gab es mehrere Beschwerden. Unter anderem hätten sich Frauen über das Männer-dominierte Betriebsklima bei Nike beschwert. In den Berichten ist die Rede von Diskriminierung und Belästigung.

Mehrere Top-Manager des weltgrößten Sportartikelkonzerns mussten inzwischen ihren Hut nehmen – unter anderem Brand President Trevor Edwards. Grund sollen Beschwerden der Mitarbeiter über nicht näher konkretisiertes, unangemessenes Verhalten am Arbeitsplatz gewesen sein. Ebenso überraschend verließ Vice President Jayme Martin das Unternehmen. Auch bei ihm sollen Mitarbeiter-Beschwerden der Grund für das Ausscheiden gewesen sein.

Offenbar sieht sich Nike aber nun gezwungen, Defizite in der Unternehmenskultur offensiver anzugehen. Wie das Wall Street Journal Anfang April berichtete, will Monique Matheson, die im vergangenen Sommer zum Executive Vice President Global Human Resources von Nike ernannt wurde, die Präsenz von Frauen und Minderheiten im Unternehmen vorantreiben. CEO Mark Parker soll sich inzwischen bei seinen Mitarbeitern entschuldigt haben. Bei einer Mitarbeiterversammlung habe er um Verzeihung dafür gebeten, dass sich eine Unternehmenskultur etabliert habe, bei der sich einige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ausgeschlossen gefühlt hätten und dass Beschwerden nicht ernst genommen worden seien.
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