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Deal soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein

Mammut steht zum Verkauf

Mammut/Eiger Extreme
Das Strategieprogramm greift. Doch den Rest des Weges wird Mammut unter einem neuem Eigentümer gehen müssen.
Das Strategieprogramm greift. Doch den Rest des Weges wird Mammut unter einem neuem Eigentümer gehen müssen.

Fokussierung: Der Bergsport-Spezialist Mammut steht zum Verkauf. Wie die Mammut-Mutter, der Schweizer Mischkonzern Conzzeta, heute mitteilt, will sich das Unternehmen künftig auf den Geschäftsbereich Blechbearbeitung konzentrieren.

Mammut liege mit dem 2016 begonnenen und auf fünf Jahre angelegten Strategieprogramm auf Kurs. Im Rahmen dieses Programms wurden unter anderem die Marke geschärft, die Kollektion erneuert, die digitalen Absatzkanäle aufgebaut und so die Grundlagen für profitables Wachstum gelegt.


Dass dieses Programm greift, zeigen auch die jüngsten Zahlen: Der Schweizer Bergsport-Spezialist konnte seinen Umsatz 2018 deutlich um 10,9% auf 253,4 Mio. Schweizer Franken (223,5 Mio. Euro) steigern. Ein zweistelliges Wachstum wurde in allen drei Regionen erzielt: Europa, Amerika und Asien. Gleichzeitig verbesserte sich das Betriebsergebnis der Mammut Sports Group mit Sitz in Seon auf 5,2 Mio. Schweizer Franken (2017: 0,1 Mio.) – trotz höherer Kosten in den Bereichen Digitalisierung, Retail und Design.
Auch für 2019 erwartet Conzzeta weitere Verbesserungen, die sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres bereits in den Zahlen niedergeschlagen haben: Outdoor war der einzige Geschäftsbereich, der von Januar bis September ein Umsatzplus (+1,9%) auf 186,7 Mio. Franken erzielt hat.


Dennoch: Als Teil von Conzzeta verfüge Mammut außerhalb von Europa letztlich nicht über den notwendigen Marktzugang, um das Potenzial in absehbarer Frist zu realisieren, heißt es. Conzzeta evaluiert deshalb Käufer, die über die entsprechenden Voraussetzungen verfügen. Der Verkauf soll vorbehaltlich der Marktlage bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Zum Verkauf stehen auch die weiteren Geschäftsbereiche Schaumstoffe und grafische Beschichtungen.


Der Geschäftsbereich Blechbearbeitung mit Bystronic als einem weltweit führenden Anbieter erzielte 2018 mit einem Anteil von 57% am Nettoumsatz der Gruppe 90% des Betriebsgewinns. Mit der Fokussierung vollziehe Conzzeta nach der Veräußerung des Automationsgeschäfts 2014, der Abspaltung des Immobilienportfolios 2015 sowie dem Verkauf des Segments Glasbearbeitung 2019 konsequent den nächsten logischen Entwicklungsschritt hin zu einem technologieorientierten Industrieunternehmen, heißt es. Der mit Abstand größte Geschäftsbereich von Conzzeta steigerte 2018 den Umsatz auf knapp über 1 Mrd. Franken und das Ebit auf 132 Mio. Franken. In den drei Jahren von 2016 bis 2018 wuchs das Unternehmen profitabel mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 21,4%.


„Für Conzzeta ist die Zeit nun reif, die Prioritäten neu festzulegen“, so Ernst Bärtschi, Präsident des Verwaltungsrats von Conzzeta. „Mit der Digitalisierung und neuen technischen Lösungen sehen wir bei Bystronic ausgezeichnete Möglichkeiten, um mit unseren Kundinnen und Kunden weiter zu wachsen. Die bis heute aufgebauten Marktpositionen können dabei nicht nur in Europa, sondern auch in den USA und Asien noch deutlich erweitert werden. Für die zu verkaufenden Geschäftsbereiche werden wir bei den möglichen Käufern ähnliche Potenziale suchen.“

Connzzeta-CEO Michael Willome ergänzt: „Bei der Beurteilung der strategischen Optionen orientierten wir uns an der Frage, ob wir über führende globale Marktpositionen mit kritischer Größe verfügen, oder ob wir solche innert nützlicher Frist aufbauen können. Mit unseren Entscheiden setzen wir zum Nutzen aller Anspruchsgruppen Werte frei, indem wir uns fokussieren und für die Entwicklung der über die letzten Jahre erweiterten Potenziale das bestmögliche Umfeld schaffen.“
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