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Vom Design bis zu den Fabriken der Lieferanten

So will New Balance nachhaltiger werden

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Am Green Leaf-Symbol (rechts oben) erkennen die Konsumenten, dass das so gekennzeichnete New Balance-Produkt zu mindestens 50% aus recycelten oder organischen Materialien besteht.
Am Green Leaf-Symbol (rechts oben) erkennen die Konsumenten, dass das so gekennzeichnete New Balance-Produkt zu mindestens 50% aus recycelten oder organischen Materialien besteht.

Strom nur noch aus erneuerbaren Energien, ausschließlich nachhaltigeres Leder und keine Produktionsabfälle mehr, die auf der Mülldeponie landen bis 2025 – das sind nur drei der Ziele, die das Sportswear-Label New Balance jetzt im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsstrategie verkündet hat.

Die seit einigen Jahren als „Responsible-Leadership-Strategie“ bezeichnete Initiative hat sich jetzt diese konkreten Ziele gesteckt:
  • Bis 2025 wird New Balance als Unterzeichner der UN Fashion Industry Charter für Climate Action weltweit zu 100% Strom aus erneuerbaren Energien verwenden. Die CO2-Emissionen sollen bis 2020 um 30% reduziert werden.
  • Damit bis 2025 keine Produktionsabfälle aus den Schuhfabriken mehr auf die Mülldeponie gebracht werden müssen, startet das Label beispielsweise in diesem Jahr ein Pilotprojekt zur Bekleidungsreparatur. So soll ein geschlossener Wertstoffkreislauf entstehen, der zusätzlich Post-Consumer-Abfälle minimiert.
  • Da die Materialien Polyester und Leder die größten Klimaschädlinge im Unternehmen seien, hat das Unternehmen beschlossen, bis 2025 nur noch umweltfreundlicheres Leder sowie 50% recyceltes Polyester zu verarbeiten.
  • Bis Ende des Jahres wird New Balance 1% der unverbindlichen Preisempfehlung aller in den USA verkauften Paare des Modells Fresh Foam Hierro v6 an 1% for the Planet spenden, eine Non-Profit-Organisation, die unter anderem von Patagonia-Gründer Yvon Chouinard ins Leben gerufen wurde. Die Initiative finanziert Organisationen, die sich für das Klima und für öffentliches Land einsetzen.
  • Bis 2025 sollen alle Frauen, die in den Schuhfabriken arbeiten, an Bildungs- und Qualifikationskursen teilnehmen können. Auf diese Weise soll ihre Selbstbestimmung innerhalb der Gesellschaft gefördert werden.


„Nachhaltigkeit hatte für New Balance schon immer höchste Priorität und unser Engagement für die Förderung eines gesünderen Planeten war noch nie so stark“, meint John Stokes, New Balance Head of Global Sustainability. „Wir müssen dringend handeln, daher wird unsere Arbeit verstärkt durch Allianzen mit Gleichgesinnten, die uns helfen, unsere Reichweite zu vergrößern. Die Schaffung und Erhaltung eines gesünderen Planeten erfordert eine kollektive Anstrengung. Wir sind sehr gespannt auf die Arbeit, die vor uns liegt und sind froh wirklich unglaubliche Individuen und Organisationen an unserer Seite zu haben.“

Zu den von Stokes erwähnten Partnern zählt zum Beispiel die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Im Rahmen des Energy Support-Programms sowie des Projektentwicklungsprogramms der GIZ sollen die Energieeffizienz innerhalb der Lieferkette verbessert und Solarenergieprojekte auf den Dächern der Fabriken entwickelt werden. Im Zuge dessen werden etwa Fabrikteams vietnamesischer Schuhlieferanten geschult, damit sie Energieeinsparungsmöglichkeiten erkennen können. Außerdem wird das Potenzial von Solarenergie für diese Zulieferer ermittelt.

Ein weiterer Partner ist The Renewal Workshop, ein Anbieter von Kreislauflösungen für Bekeidungs- und Textilmarken. In diesem Sommer startet New Balance mit The Renewal Workshop das erwähnte Reparaturprogramm für Bekleidung. Bestandteil ist dabei auch ein Workshop für Designer, die darin geschult werden sollen, schon beim Produktdesign auf Möglichkeiten der späteren Reparatur und Wiederverwertung zu achten.

Der Hierro v6: 1% der UVP spendet New Balance in diesem Jahr an die Organisation 1% for the Planet.
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Der Hierro v6: 1% der UVP spendet New Balance in diesem Jahr an die Organisation 1% for the Planet.
Beim Design des Fresh Foam Hierro v6, von dem ein Teil des Umsatzes an 1% for the Planet gespendet wird und der seit dem 15. April erhältlich ist, wurde bereits auf Nachhaltigkeit geachtet: Das Modell verfügt über einen recycelten Zungenschaum, ein Zungenabzeichen aus Kork und es wurde für kleine verschachtelte Komponenten wie die Fersenlasche Verschnitt aus der Produktion verwendet, um Abfall zu minimieren.

An diesem Freitag bringt New Balance zudem ein weiteres Modell auf den Markt, das laut der Brand mit den neusten nachhaltigen Innovationen daherkommt. Es handelt sich um den Vision Racer ReWorked, der in Kooperation mit dem Schauspieler, Künstler und Aktivisten Jaden Smith, mit dem das Unternehmen bereits zusammengearbeitet hat, entstanden ist. Der Turnschuh sei der erste seiner Art, der mit Spinnex hergestellt wird, heißt es von New Balance. Spinnex ist eine zum Teil recycelte Faser, die zu mindestens 30% aus Fabrik-Textilabfällen besteht. Für das Obermaterial und die Zunge kamen zu 74% Spinnex Fasern zum Einsatz, der Rest setzt sich aus Polyester (16%) und Spandex (10%) zusammen. Zudem enthält die Zwischensohle 5% EVA-Mahlgut.

Der Vision Racer von New Balance aus der Kooperation mit Jaden Smith
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Der Vision Racer von New Balance aus der Kooperation mit Jaden Smith
Damit auch die Konsumenten erkennen, welche Produkte nachhaltiger gefertigt wurden, versieht New Balance sie mit dem Green Leaf-Symbol. Das erhalten alle Kleidungsstücke, die mindestens zur Hälfte aus recycelten oder organischen Stoffen bestehen. Der Anteil der betreffenden Teile im Sortiment soll nach Angaben des Unternehmens in den kommenden Monaten und Jahren deutlich erhöht werden. Dazu, wie viele Styles bereits jetzt aus nachhaltigeren Materialien gefertigt sind, macht New Balance keine Angaben.

Von Cynthia Maletz, Senior Managerin Product Creation Platforms für New Balance, heißt es: „Unsere Bemühungen, unser Portfolio an ökologisch bevorzugten Materialien zu erweitern, konzentrieren sich darauf, systemische Veränderungen dort voranzutreiben, wo sie den größten Einfluss haben, Schritt für Schritt, Zutat für Zutat, Saison für Saison.“ Der Green Leaf-Standard habe dabei bereits dafür gesorgt, dass auch innerhalb des Unternehmens eine Dynamik und ein größerer Fokus auf das Thema über die Geschäftseinheiten hinweg entstanden seien.

Darauf dürfte in Zukunft auch Teddy Santis ein Auge haben. Anfang dieses Monats veröffentlichte das Unternehmen wie berichtet die Neuigkeit, dass der Gründer des New Yorker Lifestyle-Labels Aimé Leon Dore (ALD) ab 2022 Kreativdirektor der New Balance Made in the USA-Sparte wird.
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