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Was heißt das für die künftige Ausrichtung?

Neue Gesichter im Intersport-Aufsichtsrat

Intersport
v.li.: Hansjörg Stähle, Franziska Schölzel, Jürgen Kettschau, Harald Schedl, Knud Hansen, Werner Holzmayer, Christoph Borgmann, Stefan Rübsam und Oliver Krumholz
v.li.: Hansjörg Stähle, Franziska Schölzel, Jürgen Kettschau, Harald Schedl, Knud Hansen, Werner Holzmayer, Christoph Borgmann, Stefan Rübsam und Oliver Krumholz

Die erste virtuelle Generalversammlung der Intersport endete mit einer Überraschung: Vorstand und Aufsichtsrat wurden entlastet. Doch die zwei neuen Mitglieder im Aufsichtsrat bringen eine eigene Agenda mit. Fabian Engelhorn ist aus dem Gremium ausgeschieden.

Mit Christoph Borgmann (50) von Intersport Borgmann in Krefeld und Stefan Rübsam (53) von Intersport Schlegel in Calw ziehen zwei neue Mitglieder in den Intersport-Aufsichtsrat ein. Zuvor wurden Vorstand und Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2019/20 mit großer Mehrheit entlastet. 250 stimmberechtigte Mitglieder nahmen „geordnet und ohne technische Probleme“ an der Digital-Premiere teil.


„Die erneute Bestätigung der Strategie durch die Eigentümer der Intersport ist ein starkes Signal an unsere Partner im Händler-Verbund und an die Industrie, dass Best in Sports weiter stringent umgesetzt wird,“ sagt Knud Hansen, Aufsichtsratsvorsitzender der Intersport Deutschland. Diese Strategie soll den Einkaufsverbund zu einer „kundengetriebenen Innovationsgemeinschaft“ transformieren.

Zentraler Baustein sind die neuen CI-Verträge der Intersport, die alle Mitglieder im vergangenen Jahr erhalten haben. Sie sollen verbindliche und einheitliche Kriterien zur Kundenansprache unter der Marke Intersport umsetzen. Wie muss der Ladenbau aussehen? Wie viele digitale Elemente muss es am POS geben? Punkte, die in dem 15-seitigen Vertrag ebenso geregelt werden wie Warenwirtschaft, Kundenkarte, Return anywhere usw. Dazu gibt es ein sogenanntes Profilierungshandbuch mit bildlicher Darstellung der Mindeststandards auf rund 60 Seiten.

Noch bis zum Herbst haben die Mitglieder Zeit, diesen Vertrag zu unterschreiben. 200 von ihnen haben das bereits getan. „Das ist gerade in Zeiten der Pandemie mit all ihren wirtschaftlichen Herausforderungen ein klares Bekenntnis unserer Händler zur Marke Intersport und zur Strategie Best in Sports“, betont CEO Alexander von Preen. „Mit diesem Plazet werden wir die Neuausrichtung der Intersport weiter konsequent vorantreiben.“

CI-Vertrag sorgt für Diskussionen

Wer unterschreibt, kann von der Marke Intersport profitieren. Das kann für den einen oder anderen allerdings teuer werden. „Wir setzen mit diesem neuen Vertrag aber lediglich ein Marken-Umfeld um, zu dem man sich als CI-Mitglied schon vor Jahren bekannt hat“, so von Preen. „Für die Händler, die diese Rahmenbedingungen nicht gelebt haben, für die bedeutet das Investitionen.“

Der neue CI-Vertrag ist daher unter den Mitgliedern nicht unumstritten. Er betrifft allerdings nur etwa die Hälfte der Intersport-Mitglieder, nämlich die, die unter der Marke Intersport am Markt auftreten. Die sogenannten Kooperations-Mitglieder – große Unternehmen wie Engelhorn Sports, Reischmann und Sporthaus Schuster, aber auch viele kleine Händler, die den Namen Intersport nicht nutzen wollen oder ihn sich nicht leisten können – berührt der CI-Vertrag nicht.

Kein Kooperations-Händler mehr im Aufsichtsrat

Mit dem Ausscheiden von Fabian Engelhorn aus dem Aufsichtsrat ist nun keiner dieser Kooperations-Händler mehr in dem Gremium vertreten. „Ich habe als Vertreter der Koop-Händler, die einen großen Beitrag für den Verbund leisten, sehr gerne aktiv im Aufsichtsrat mitgearbeitet und meine Passion und meine Erfahrung eingebracht. Dabei haben wir immer an einem Strang gezogen. Ich akzeptiere aber, wenn für eine Mehrheit der Mitglieder die Mitarbeit eines Koop-Händlers im Aufsichtsrat nicht oberste Priorität hat.“ Die Rücknahme seiner Kandidatur markierte das überraschende Ende einer langen Sitzung. Vier Plätze im Aufsichtsrat waren insgesamt zu besetzen. Für diese vier Plätze gab es in diesem Jahr allerdings insgesamt fünf Bewerber.

Für eine turnusmäßige Wiederwahl standen im Vorfeld drei Kandidaten bereit: Neben Fabian Engelhorn (45) waren das Werner Holzmayer (61) von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ebner Stolz in Köln und Jürgen Kettschau (55) von Intersport Kettschau in Korbach. Nicht mehr zur Wahl stellte sich der bisherige stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Stefan Thurner (58) von Intersport Hans Jürgensen in Flensburg.

Als neue Kandidaten bewarben sich Christoph Borgmann (50) von Intersport Borgmann in Krefeld und Stefan Rübsam (53) von Intersport Schlegel in Calw. Beide gehören einer Gruppe von Intersport-Mitgliedern an, die sich vor einigen Monaten zusammengeschlossen und eine eigene Agenda erarbeitet hat, etwa was den CI-Vertrag angeht.

Große Zustimmung für die neuen Kandidaten

Holzmayer wurde im ersten Wahlgang für weitere drei Jahre in seinem Amt als Mitglied des Aufsichtsrats bestätigt. Auch die neuen Kandidaten Borgmann und Rübsam bekamen gleich im ersten Wahlgang genug Stimmen. Zu einer Stichwahl im zweiten Wahlgang kam es nicht, da Engelhorn seine Kandidatur zurückzog und so Kettschau als einziger Kandidat bestätigt wurde.

„Ich bin überzeugt, dass die Best in Sports-Strategie und der neue CI-Vertrag richtig und wichtig sind“, so Engelhorn. „Denn das ist aus meiner Sicht der einzige Weg für Intersport, um auf Veränderungen des Marktes zu reagieren. Entwicklungen wie ein wachsendes Online-Geschäft, D2C-Aktivitäten unserer Industriepartner und eine sich verändernde Customer Journey können wir nicht ignorieren.“

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