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Wasserstandsmeldung zur Erholung in wichtigem Absatzmarkt

Adidas kann in China wieder wachsen

Adidas
Mittlerweile haben alle Adidas-Stores in China wieder geöffnet. Weltweit sind es etwa zwei Drittel.
Mittlerweile haben alle Adidas-Stores in China wieder geöffnet. Weltweit sind es etwa zwei Drittel.

Der zweitgrößte Sportartikelkonzern der Welt rechnet damit, dass der China-Umsatz im laufenden Quartal in etwa auf Höhe des Vorjahres liegen wird. Und das, obwohl weniger Kunden in die Läden kommen. Diese Entwicklung wird das Quartalsergebnis aber nicht retten.

Endlich wieder Wachstum: Nach einem drastischen Umsatzeinbruch um 58% in China in den ersten drei Monaten des Jahres, konnte Adidas im Mai in dieser Region wieder zulegen. Wie das Unternehmen mitteilt, sind in China seit Mitte April alle eigenen sowie partnerbetriebenen Stores wieder geöffnet.

Das Kundenaufkommen blieb im Mai zwar unter dem Vorjahresniveau, aber gezielte Maßnahmen zur Wiederbelebung des Einzelhandelsgeschäfts hätten bereits zu allmählichen Verbesserungen seit der Wiedereröffnung der Geschäfte geführt, heißt es. Das niedrigere Kundenaufkommen wurde durch höhere Konversionsraten und das außerordentliche Wachstum des E-Commerce-Geschäfts des Unternehmens mehr als kompensiert.


Die Region Greater China ist ein entscheidender Wachstumsmarkt für alle großen Sportartikelkonzerne. Adidas erzielt hier mittlerweile fast ein Viertel des Gesamtumsatzes. Der Anteil der gesamten Asien-Pazifik-Region an den Konzernerlösen lag 2019 bei einem Drittel. In dieser Region sowie in den Emerging Markets sind fast alle eigenen Stores wieder offen. 
In Europa sind heute drei Viertel der Adidas-Stores wieder geöffnet, die Mehrheit allerdings mit verkürzten Betriebszeiten. Während in Russland/GUS in etwa die Hälfte der Stores den Betrieb wiederaufgenommen hat, liegen die Wiedereröffnungsraten in Nordamerika und Lateinamerika noch deutlich unter 50%.

 
Doch obwohl sich mit dem Wachstum in China ein wichtiger Markt – wie erwartet – auf Erholungskurs befindet, erwartet der Konzern keine wesentliche Abweichung von dem Ende April veröffentlichten Ausblick für die Umsatz- und Gewinnentwicklung im zweiten Quartal. Heißt: Im zweiten Quartal 2020 rechnet Adidas nach wie vor mit einem noch stärkeren Umsatz- und Gewinnrückgang als im ersten Quartal.


Von Januar bis März war der Umsatz um 19% eingebrochen, der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen brach um 97% auf 20 Mio. Euro ein. Den Erwartungen zufolge wird der währungsbereinigte Umsatz von April bis Juni mehr als 40 % unter dem Vorjahresquartal liegen und das Betriebsergebnis negativ ausfallen. Die Halbjahreszahlen legt der Konzern am 6. August vor.

Mit Spannung werden derweil die Zahlen des Konkurrenten Nike erwartet: Der Weltmarktführer legt am 25. Juni Jahreszahlen für das Geschäftsjahr 19/20 (31. Mai) vor. Nike hat den Beginn der Krise in China überraschend gut überstanden und von Dezember bis Februar nur 5% Umsatz in der Region eingebüßt. In drei Wochen wird sich zeigen, wie gut das App-Business die weiteren weltweiten Rückgänge abfedern konnte.
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