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Weltmarktführer festigt seine Position

Nike: CEO Mark Parker verabschiedet sich mit starkem Quartal

Nike
Mark Parker (links) übergibt den CEO-Posten bei Nike an John Donahoe
Mark Parker (links) übergibt den CEO-Posten bei Nike an John Donahoe

Mehr als 10 Mrd. Dollar Umsatz im Quartal, mehr als 1 Mrd. Dollar Gewinn, Nike-Chef Mark Parker konnte bei seiner letzten Ergebnis-Präsentation noch einmal mit starken Zahlen glänzen. Im Januar übergibt der amtierende President und CEO der weltgrößten Sportmarke das Zepter an John Donahoe.

Der übernimmt die Führung eines Konzerns, der mit den nun vorgelegten Zahlen seine Position als Weltmarktführer weiter festigt: Nike konnte seinen Umsatz im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2019/20 (31. Mai) um 10% auf 10,3 Mrd. Dollar (9,3 Mrd. Euro) steigern. Das Netto-Ergebnis konnte sogar um ein Drittel (32%) auf 1,1 Mrd. Dollar verbessert werden.


Auch die Marke Jordan, die gerade eine aufsehenerregende Kooperation mit der Luxusmarke Dior präsentiert hat, ist im Aufschwung und hat erstmals mehr als 1 Mrd. Dollar im Quartal erlöst. Mit einem Zuwachs um 13% auf 480 Mio. US-Dollar Umsatz von September bis November entwickelt sich auch Converse weiter sehr positiv, getrieben von deutlich zweistelligem Wachstum in Asien und Europa.
„Unser gesamtes Nike-Team befeuert unser Momentum, und ich war noch nie so optimistisch, was die Zukunft dieses Unternehmens angeht“, so Parker. Finanzchef Andy Campion betont, dass dieses Wachstum angetrieben sei durch „strategische und gezielte Investitionen in die digitale Transformation“.

Luxus-Kooperation: Jordan Brand X Dior


Und das Wachstum könnte, so Campion, sogar noch größer. Doch Nike nehme bewusst stagnierende oder gar rückläufige Umsätze im „undifferenzierten Multibrand-Retail“ in Kauf, und investiere gezielt in „differenzierte Nike-Markenerlebnisse“. „Ehrlich gesagt, wir könnten kurzfristig mehr in diesen undifferenzierten Kanälen verkaufen, aber unser Schwerpunkt liegt auf dem Aufbau eines überzeugenderen Marktplatzes für den Verbraucher und auf dem Aufbau starker Beziehungen zu den Nike-Mitgliedern.“

20% Plus in China

Besonders starkes Wachstum verzeichnet Nike – wie auch alle Wettbewerber des Weltmarktführers – in China. Das Geschäft legte um 20% auf 1,8 Mrd. Dollar zu. „Natürlich bleiben wir weiterhin mit allen unseren Stakeholdern im Großraum China in Kontakt und beobachten die Handelsgespräche und den Zustand der Verbraucher in der gesamten Region.“ Dieses Statement Parkers im Earnings Call zeigt, wie wichtig und gleichzeitig sensibel das China-Business für den US-Konzern ist.

Starke Frauen in Europa

Auch in Europa legt der Adidas-Konkurrent weiter deutlich zu und verzeichnet ein Umsatzplus von 10% auf 2,5 Mrd. Dollar. Speziell das Women’s-Geschäft wuchs nach Aussage von Campion in EMEA im zweiten Quartal schneller als in allen anderen Regionen. Kein Zufall, dass sich gerade in dieser Region das Apparel-Geschäft noch dynamischer entwickelt als das Geschäft mit Sneakern.

Apps treiben das Digital-Business

Zugpferd bleibt weiterhin das Digitalgeschäft. Der Ausbau des App-Business ist erklärte Strategie, und auch in den vergangenen drei Monaten waren es die Nike- und die SNKRS-App, die das Digital-Plus von 38% angetrieben haben. Beide Apps tragen mittlerweile mehr als ein Drittel zum gesamten Digital-Umsatz von Nike bei. Dabei liegt momentan ein besonderer Fokus auf dem Geschäft mit Bekleidung, das über die SNKRS-App erfolgreich forciert wird. Amazon sieht Nike unterdessen nicht als Partner mit Potenzial. Kürzlich erst hat die Sportmarke verkündet, nicht mehr direkt über die Online-Plattform verkaufen zu wollen.
In keiner Region ist das Geschäft schon heute so digital wie in China. Hier sei die gerade erst gelaunchte Nike-App mit einer Million Downloads schon heute die Nummer Eins-Shopping-App, so Parker.

Black Friday boomt

Extrem erfolgreich war die Black Friday Week – nicht nur den USA, wo an dem Wochenende allein das Digital-Plus mit 70% alle Rekorde gebrochen hat. Auch in EMEA sorgte die Schnäppchenwoche für ein Plus von fast 50%.

Innovation befeuert

Wie wichtig permanente Innovation ist, zeigt etwa die Tatsache, dass alle drei Air Max-Wachstumstreiber erst im vergangenen Jahr gelauncht wurden: Air Max 270, 720 und 200. Neues kommt jetzt vor allem im Wachstumsfeld Running: Im Januar wird der Nike React Infinity Run gelauncht, zu den Olympischen Spiele in Tokio wird eine neue Zoom Air Running-Plattform eingeführt. Des Weiteren kündigt Parker eine Erneuerung der VaporMax-Technologie an. Allerdings betont Parker im Earnings Call mehrfach die Bedeutung von „Basispreislagen“. Ein Beispiel ist die Renew-Plattform, die vergleichbar ist mit der React-Technologie – allerdings zu günstigeren Preisen.
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