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Wettbewerbshüter untersuchen Fusion im britischen Sportartikelhandel

JD Sports darf Footasylum nicht übernehmen

Footasylum
Footasylum betreibt 70 Stores in Großbritannien.
Footasylum betreibt 70 Stores in Großbritannien.

Die Übernahme des Sportartikel-Filialisten Footasylum durch den Mitbewerber JD Sports ist geplatzt. Die britische Wettbewerbsaufsicht Competition and Markets Authority (CMA) hat die vor über einem Jahr angekündigte Transaktion untersagt.

Ihrer Ansicht nach würde die Fusion zu einer "erheblichen Verringerung des Wettbewerbs auf nationaler Ebene führen". Die Folgen wären weniger Rabatte und ein schlechterer Kundenservice, teilt die CMA auf ihrer Website mit. Als Begründung für die Entscheidung führen die Aufseher zwei Umfragen unter mehr als 10.000 Kunden an. Diese hätten ergeben, dass viele JD Sports- und Footasylum-Käufer das andere Unternehmen als "nächstbeste Alternative" ansehen.


Ein Beispiel: Mehr als zwei Drittel der Footasylum-Kunden wollen bei JD Sports einkaufen, wenn das bei Footasylum nicht mehr möglich ist. Das sei ein deutlich höherer Anteil als bei allen anderen Einzelhändlern. Die CMA stellte außerdem fest, dass die Eröffnung von Footasylum-Geschäften den Verkauf von Schuhen und Bekleidung in nahe gelegenen JD Sports-Geschäften bislang negativ beeinflusste habe. "Die Beweise zeigen im Allgemeinen ein konsistentes Bild: JD Sports und Footasylum sind enge Konkurrenten", heißt es.

"Dieser Deal würde bedeuten, dass ein direkter Konkurrent vom Markt genommen wird und die Kunden schlechter gestellt werden", sagt der Vorsitzende der CMA-Untersuchungskommission Kip Meek. Seinen Angaben zufolge hat das Gremium bei seiner Prüfung den Einfluss der Corona-Pandemie auf das Geschäft der Sportartikelhändler berücksichtigt. Dabei hätten die Prüfer keine Beweise dafür gefunden, dass die aktuelle Krise die Wettbewerbsdynamik so stark verändere, dass durch den Zusammenschluss keine Verzerrung des Wettbewerbs entstehe.

Und da nach Auffassung der CMA jetzt schon "Wettbewerbsbedenken" bestehen, wurde die JD Sports Group dazu verpflichtet, ihren vor einem Jahr erworbenen Footasylum-Anteil von 8,3% zu verkaufen.


JD Sports sieht das völlig anders und kündigte an, die Möglichkeit eines Einspruchs „sorgfältig zu prüfen“. "Wir sind grundsätzlich nicht mit der Entscheidung der CMA einverstanden, die weiterhin auf einer ungenauen und veralteten Analyse der Wettbewerbssituation im britischen Sportartikelhandel basiert und durch veraltete und fehlerhafte Kundenumfragen untermauert wird“, sagt Executive Chairman Peter Cowgill.

Er betont, dass sich die Wettbewerbslandschaft seit Beginn der Prüfung vor einem Jahr „bis zur Unkenntlichkeit“ verändert habe. Nicht zuletzt durch die Corona-Krise. Diese habe u.a. dazu geführt, dass noch mehr Kunden zur Online-Konkurrenz wechselten. Zudem sei es aufgrund der Erfahrungen in China absehbar, dass die Besucherzahlen auch nach dem Ende des Lockdowns nicht mehr das Vorkrisenniveau erreichen. Das würde sich überproportional auf kleinere Einzelhändler wie Footasylum auswirken, da deren Geschäfte „stark auf konzentrierte Kundenfrequenz und hohe Handelsdichten“ angewiesen seien.

 

 

 

 

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