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Wettbewerbshüter verbietet wiederholt Fusion im britischen Sportartikelhandel

CMA will JD Sports zum Verkauf von Footasylum zwingen

Imago / Michael Gstettenbauer
Eine Filiale von JD Sports in Düsseldorf. 2019 hat der Konzern Footasylum übernommen. Das möchte die Wettbewerbshörde CMA rückgängig machen.
Eine Filiale von JD Sports in Düsseldorf. 2019 hat der Konzern Footasylum übernommen. Das möchte die Wettbewerbshörde CMA rückgängig machen.

Neue Runde im Ringen mit der Kontrollbehörde Competition and Markets Authority (CMA). Der Wettbewerbshüter will JD Sports zwingen, seinen 2019 übernommenen Mitbewerber Footasylum zu verkaufen. JD Sports kündigt die vorsichtige Prüfung seiner Optionen an.

Nach der zweiten Untersuchung der Übernahme von Footasylum Limited  durch die JD Sports Fashion Plc hat die Kontrollbehörde Competition and Markets Authority (CMA) die Akquisition wieder verboten. Der britische Sportswear- und Sneaker-Filialist JD Sports hatte Footasylum im Mai 2019 für 90 Mio. Pfund (106 Mio. Euro) übernommen. Die CMA blockierte die Akquisition im Mai 2020. Diese Entscheidung wurde vom Wettbewerbs-Berufungsgericht im November 2020 aufgehoben.

Nun hat die CMA nach der zweiten Prüfung der Übernahme festgestellt, dass der Verkauf von Footasylum "der einzige Weg ist, um wettbewerbsrechtliche Bedenken auszuräumen und die Konsumenten zu schützen". CMA hat Online-Shopper befragt und von denen sagten 50%, dass sie für Bekleidung zu JD Sports gehen würden, wenn sie bei Footasylum nicht kaufen könnten. Und 43% gaben an, den Wechsel zu machen, wenn sie nicht länger Schuhe bei Footasylum kaufen könnten. Das sind höhere Zahlen als für jeden anderen Retailer.

Ähnlich war das Ergebnis der befragen Kunden in den Stores. In der CMA Untersuchung heißt es zudem, dass Footasylum ohne die Akquisition durch JD Sports in guter finanzieller Verfassung bleiben würde. Die Kontrollbehörde kündigte an, den Verkauf zu überwachen und den Käufer zu genehmigen. Sichergestellt werden solle, dass Footasylum als ein völlig unabhängiger Wettbewerber betrieben wird.

JD Sports, seit der Untersuchungen in Wortgefechte mit der Wettbewerbsbehörde verwickelt, spricht von einer Entscheidung der CMA, die der Logik widerspreche und will seine Optionen in Ruhe prüfen. Der Retailer kann Einspruch gegen die endgültige Entscheidung einlegen. In einem Statement teilt JD Sports mit, dass die CMA in einigen wichtigen Aspekten mit dem Retailer einig ist. So z.B. dass die wichtigsten Wettbewerber von JD Sports jetzt eher die Direct to Consumer-Operationen der internationalen Marken sind als Footasylum mit einem Marktanteil von weniger als 5 %. Zudem heißt es, dass die CMA keinen Anreiz für JD Sports sieht, die Preise anzuheben oder sein Verbraucherangebot zu verschlechtern.
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"Allerdings ist die CMA irgendwie zu dem Schluss gekommen, dass der Wettbewerbsdruck von Direct to Consumer-Operationen sich nicht bis auf Footasylum erstreckt und dass JD Sports einen Anreiz hat, das Footasylum-Sortiment zum Nachteil von Konsumenten und Lieferanten zu verschlechtern", sagt Peter Cowgill, Executive Chairman von JD Sports Fashion Plc, "wir weisen darauf hin, dass die CMA in der Minderheit ist, um zu dieser Schlussfolgerung zu kommen". Cowgill betont, dass die Entscheidung der CMA unerklärlich für jeden sei, der von den Auswirkungen der Pandemie auf den britischen Retail-Sektor wisse und wie Wettbewerb und die Lieferkette in diesen Märkten wirklich funktioniere. "Das ist zutiefst beunruhigend in einer Zeit, in der die High Street in Großbritannien bereits schwer beschädigt und durch weitere Schließungen gefährdet ist", so Cowgill. Bleibt abzuwarten, welche Optionen JD Sports für sich noch sieht.
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