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Sporthandelsverbund erwartet Einbrüche

Sport 2000 Österreich rechnet mit 40% Umsatzminus

Imago / Michael Kristen
Österreichs Skipisten sind deutlich leerer als vor der Corona-Krise. (Foto: Glungezer/Tirol)
Österreichs Skipisten sind deutlich leerer als vor der Corona-Krise. (Foto: Glungezer/Tirol)

Die österreichische Sport 2000-Gruppe konnte ihren Umsatz im Jahr 2021 deutlich steigern. Doch derzeit plagen den Sporthandel vielerlei Probleme. Die Wintersaison läuft auf Sparflamme, hinzu kommen Lieferengpässe, vor allem bei den wichtigen Fahrrädern.

Die Sport-2000-Gruppe hat ihre Erlöse im Jahr 2021 kräftig gesteigert. Zumindest gegenüber dem katastrophalen Jahr 2020. In Österreich stieg der Umsatz des Sporthandelsverbunds um 8,9% auf 642 Mio. Euro und damit stärker als erwartet. Der Umsatz der gesamten Gruppe (inkl. Tschechien und der Slowakei) stieg um 11% auf 706 Mio. Euro. In Tschechien kam der Filialist A3 Sport mit 72 Filialen neu zur Gruppe hinzu. In Österreich kamen zwei Händler dazu. Dort sind es jetzt insgesamt 239 Händler mit 402 Geschäften.


In der Wintersaison des Vorjahres hätten in den touristischen Hochburgen einzelne Händler 95% Umsatzverlust verzeichnet, weil die Hotels nicht geöffnet waren, so Sport 2000. Der Handel musste zwar nicht schließen, "aber für unsere Händler war es fast eine Strafe – es war keiner da, und alle Förderungen sind weggefallen", sagte Sport-2000-Vorstand Holger Schwarting bei einem Pressegespräch. Die Zuwächse im Online-Bereich und bei den Elektro-Fahrrädern hätten in der Gruppe die Verluste im Winterbereich aber kompensiert.

Von überhöhten Coronahilfen könne man in seiner Branche nicht sprechen, sagte Schwarting. "Dass jemand so profitiert hat, dass er mehr hatte als in normalen Jahren, das kann ich für den Sporthandel ausschließen."

Weit weg vom Umsatz vor Corona

Für dieses Jahr rechne man "brutal gesagt, höchstens mit einer 60-Prozent-Saison". Zwar sei die Wintersaison viel besser angelaufen, weil Hotels und Gastronomie geöffnet gewesen seien. Auch das Weihnachtsgeschäft sei besser gewesen als vor einem Jahr, allerdings noch lange nicht auf dem Niveau von 2019.

Auch der frühe Schneefall im Osten Österreichs habe geholfen. Trotzdem sei die Buchungslage in den Skigebieten "deutlich unter dem, was wir aus den Jahren 2019 und davor gewohnt waren". Die großen Hoffnungsmonate seien jetzt Februar und März, da dürfe es zu keinen Lockdowns kommen. "Wir hoffen, dass da etwas verkauft werden kann und dass der wichtige Skiverleih zumindest im Februar und März laufen kann." 44% des österreichischen Sportartikel-Marktes würden in den Tourismusgebieten generiert.

Lieferkettenprobleme

Schon seit dem Vorjahr hat der Sportartikelhandel Probleme mit den Lieferketten. "Aber es war doch noch Ware am Markt, die man sich teilweise zusammenkaufen konnte", berichtet Schwarting. In diesem Jahr werde es "viel spannender, weil die Lagerbestände, die es einmal gegeben hat, aus dem Zwanzigerjahr, jetzt verkauft sind".

Steigerungen erwartet Schwarting vor allem im Bereich Laufen. Und bei den Fahrrädern dürfte insbesondere der E-Bike-Anteil noch mehr steigen. Das sei für die Lieferketten eine Herausforderung, da man bei den komplexen Fahrrädern die Produktionskapazitäten nicht so einfach hochfahren könne wie etwa bei Sportschuhen.

Auch bei den Transportkapazitäten hapert es: "Höchstpreise für Container werden nicht von der Sportartikelbranche bezahlt, sondern eher von der Automobilbranche. Ein Container voller Microchips ist halt deutlich mehr Wert als ein Container voller T-Shirts." Die Kosten, einen Schuh aus Fernost von der Fabrik bis zum Händler zu bekommen, hätten sich in den letzten 18 Monaten von 6 Dollar (5,23 Euro) auf 20 Dollar erhöht. "Wir rechnen insgesamt im Sportartikelmarkt mit einer Preissteigerung um 7 oder 8% für die Konsumenten."


Dieser Text erschien zuerst auf www.textilzeitung.at.

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