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"Wir haben einen Fehler gemacht"

Nach dem Shitstorm: Adidas entschuldigt sich

Adidas
Adidas-CEO Kasper Rorsted: "Diese Krise ist auch für uns eine Ausnahmesituation, die uns jeden Tag vor noch nie dagewesene Herausforderungen stellt."
Adidas-CEO Kasper Rorsted: "Diese Krise ist auch für uns eine Ausnahmesituation, die uns jeden Tag vor noch nie dagewesene Herausforderungen stellt."

Wie kein anderes Unternehmen ist Adidas in den vergangenen Tagen für die Entscheidung kritisiert worden, die Mietzahlungen für die geschlossenen Stores vorerst auszusetzen. Es hagelte öffentliche Schelte von Politikern, Prominenten und von Verbrauchern. Diese Kritik nahm man sich in Herzogenaurach zu Herzen. Und wendet sich nun mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit. 

Die Entscheidung, von den Vermietern der Läden die Stundung der Miete für April zu verlangen, sei von vielen als unsolidarisch empfunden worden, heißt es in dem vom "Adidas-Team" unterzeichneten Brief. "Ihre Meinung ist uns wichtig, und Ihre Meinung ist eindeutig: Sie sind von adidas enttäuscht. Deshalb möchten wir uns bei Ihnen in aller Form entschuldigen." Die Miete für April habe man nun doch bezahlt. Diese Entscheidung gilt nicht nur für Deutschland, sondern global, wie ein Sprecher auf TW-Nachfrage bestätigt.


 


"Fast auf der gesamten Welt findet kein normales Geschäft mehr statt. Die Läden sind zu. Das hält selbst ein gesundes Unternehmen wie adidas nicht lange aus", heißt es weiter. "Um langfristig die Arbeitsplätze unserer 60.000 Mitarbeiter_innen zu sichern, machen wir harte Einschnitte. Mit unseren Betriebsräten haben wir uns auf Kurzarbeit geeinigt. Unser Vorstand verzichtet bis auf Weiteres auf 50% seines Gehaltes, die nächste Führungsebene auf 30%. Wir haben unser Aktienrückkaufprogramm vollständig eingestellt. Trotz dieser Einschnitte wird Adidas Kredite benötigen." Dabei gehe es nicht um direkte Staatshilfen, wie ein Sprecher erklärt. "Aber wir werden Kredite brauchen, wir bei Adidas wie auch die Wirtschaft insgesamt."



Weitere Beiträge zur Bewältigung der Covid-19-Krise sind etwa die Unterstützung des Solidarity Response Fund der WHO und Hilfsorganisationen in Deutschland. In China werden medizinische Güter für Ärzte und Pflegepersonal bereitgestellt. Partner des Unternehmens produzieren auf Adidas-Kosten Gesichtsschutz und Masken für das Gesundheitswesen.

"Diese Krise ist auch für uns eine Ausnahmesituation, die uns jeden Tag vor noch nie dagewesene Herausforderungen stellt. Wir haben einen Fehler gemacht und damit viel Vertrauen verspielt. Es wird dauern, Ihr Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Aber wir werden alles dafür tun." Mit diesen für die Kommunikation des Unternehmens ungewohnt emotionalen Worten schließt das Schreiben, mit dem Adidas das Vertrauen der Verbraucher zurückgewinnen will.

Adidas und die Mieten

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