Auf dem Mount Everest war er noch nicht. Aber das ist auch gar nicht sein Ziel, diese Art von Bergtourismus mag Henrik Vogel nicht. Ein 6000er in Nepal war bislang sein höchster Gipfel. Der 37-Jährige sucht die Herausforderung lieber auf technisch anspruchsvollen 4000ern in den Alpen. Oder bei Rettungsaktionen der Bergwacht Bayern. Und seit kurzem in Schwabmünchen, dem Hauptsitz des Outdoor-Herstellers Schöffel. Dort ist der promovierte Betriebswirt seit Februar erster Innovationsmanager.

„Natürlich will ich pro Jahr einige überzeugende Innovationen erarbeiten, das ist schließlich mein Job, und mit dem Anspruch bin ich angetreten“

Henrik Vogel, Innovationsmanager bei Schöffel
Peter Schöffel, geschäftsführender Gesellschafter in siebter Generation, hat die Position neu geschaffen, um das Familienunternehmen zu seiner Rolle als Trendsetter der 1980er Jahre zurückzuführen. „Innovation bedeutet vorauszudenken, das ist Teil der Schöffel-DNA. Deshalb wollen wir in der schnelllebigen Sportbranche auf mittlere und lange Sicht nach neuen Trends forschen. Ich bin überzeugt, dass wir mit Henrik Vogel einen ausgewiesenen Fachmann gewonnen haben, der spürbare Impulse setzen wird“, erklärt er. Den Textilbetriebswirt und Sportfachwirt hat er vor anderthalb Jahren kennengelernt. Damals war Vogel Unternehmensberater und hat sich auf der Messe Outdoor mit Schöffel über Innovationen unterhalten. Zwei Monate später kam der Anruf mit der Frage, ob er Schöffel helfen will, sich neu zu erfinden. „Dieses Out-of-the-Box-Denken hat mich sofort beeindruckt. Ich fand die Aufgabe hoch spannend“, sagt Vogel.

Fühlt er sich unter Druck gesetzt, ständig Neuerungen zu präsentieren? „Nein, wir alle sind von dem Unternehmen überzeugt und wollen es voran bringen. Aber natürlich will ich pro Jahr einige überzeugende Innovationen erarbeiten, das ist schließlich mein Job, und mit dem Anspruch bin ich angetreten“, so Vogel. Ganz pauschal rechne der Schöffel-Chef mit ein bis zwei Innovationen. Wie findet Vogel die? Indem er eng mit  Produktmanagement und  Design zusammenarbeitet. Indem er analysiert, welche technologischen Neuheiten für Verbraucher relevant sind. Er hat Themen wie Sensorik, Sicherheit und Bewegungsunterstützung im Kopf. Dabei profitiert er von seiner Leidenschaft fürs Klettern, von seinen Kontakten zu anderen Sportlern, zur Community. Zurzeit tüftelt er mit einem Partner an waschbaren Smart Textiles und nachhaltigen Materialien, an Leichtigkeit und guter Verpackbarkeit.

Vogel ist viel unterwegs, spricht mit Skifahrer-Teams, verhandelt mit Stofflieferanten. Er tüftelt, skizziert, fertigt Prototypen, überlegt, wo die Taschen platziert sein müssen, ohne die Konsumenten einzuschränken. Manchmal könne es auch frustrierend sein. „Man kommt nicht immer sofort zu einem Ergebnis, das ist ganz normal. Aber ich habe die Langfrist-Brille auf, spreche täglich mit Peter Schöffel über meine Ideen und brainstorme mit ihm und den Produktmanagern.“

Aber viel wichtiger sei seine praktische Erfahrung, er hat lange im Sportfachhandel gearbeitet. „Momentan zehre ich noch davon, dass ich vor meinem Wechsel zu Schöffel ein halbes Jahr lang mit dem Rucksack durch die Welt gereist bin. Da habe ich viele Inspirationen gesammelt.“

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