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Zuwächse in „teils exotischen Kategorien“

Intersport: Starkes Online-Wachstum mit neuen Kunden

Intersport
"Wir hoffen natürlich, dass die Kunden jetzt wieder in den Läden einkaufen", sagt Digital-Chef Carsten Schmitz.
"Wir hoffen natürlich, dass die Kunden jetzt wieder in den Läden einkaufen", sagt Digital-Chef Carsten Schmitz.

Ein eindrucksvoller Wert: Zwei Drittel der Kunden, die in den vergangenen Wochen bei intersport.de einkauften, haben das zum ersten Mal getan. „Und einen Löwenanteil dieser Neukunden haben wir auch für unsere Clubkarte gewinnen können“, berichtet Intersport-Digitalchef Carsten Schmitz. Etwa 370 Händler seien mittlerweile auf der Plattform angebunden, im Moment sei das Interesse am Onboarding natürlich besonders groß.

„Wir haben allein in den vergangenen Wochen etwa 50 Geschäfte angebunden, darunter auch solche, die dem Thema Onlineverkauf bisher eher skeptisch gegenüberstanden.“ Jetzt konnten allerdings alle angeschlossenen Händler davon profitieren, dass sie trotz geschlossener Läden ihren Kunden signalisieren konnten: Wir finden weiterhin statt in deiner Region. Dazu habe nicht zuletzt die TV-Kampagne ihren Beitrag geleistet.

Der Umsatz, den die Intersport-Händler über die Plattform erzielten, lag zuletzt im „mittleren zweistelligen Millionenbereich“. Die vergangenen Wochen sorgten für viele außergewöhnliche Ergebnisse: Der Umsatz war bisweilen viermal so hoch wie im Vorjahr und wurde in „teils exotischen Kategorien“ erzielt. „Zu Beginn waren das etwa Hanteln und Indoor-Fitness-Equipment. Als das Wetter besser wurde, kamen Inline-Skates dazu, mittlerweile ist Running am stärksten. Selbst Fitnessgroßgeräte und Tischtennisplatten haben unsere Händler online verkauft. Da sprechen wir über einen Umsatz in sechsstelliger Höhe – ohne dass wir das in irgendwie beworben hätten.“

Umsatz wächst, Warenkorb schrumpft

„Diese Verschiebungen wirkten sich natürlich auch auf den Warenkorb aus. Der liegt jetzt knapp ein Drittel unter den Planungen. Das sei aber angesichts der deutlichen Zuwächse zu verschmerzen. Und trotz der Ladenöffnungen sind diese Umsätze auch online in der ersten Woche noch nicht abgerissen.“ Doch Schmitz geht nicht davon aus, dass dieses Niveau langfristig gehalten wird. „Und es ist ja gerade unsere Hoffnung, dass die Kunden wieder in die Läden gehen. Aber es war natürlich schön, dass wir die Auswirkungen der Schließungen auf diese Weise etwas abfedern konnten.“

Online „super”, stationär besser als erwartet, dennoch viele Fragezeichen

Intersport Krumholz gehört mit einem Online-Anteil von bis zu 20% zu den Händlern, bei denen der Verkauf über die Plattform auch zu normalen Zeiten einen wesentlichen Umsatzbeitrag leistet. „Das lief jetzt in den vergangenen Wochen super“, berichtet Oliver Krumholz, der am Montag auch alle seine Häuser wieder öffnen konnte. In Mülheim-Kärlich, Bad Neuenahr-Ahrweiler und Neuwied mit Absperrungen, in Mayen komplett, ebenso wie den Adidas Originals-Franchise-Store in Koblenz. „Am Montag war tatsächlich direkt mehr los als erwartet, aber dennoch nicht vergleichbar mit dem Vorjahr.“

"Die Zentrale in Heilbronn hat in den vergangenen Wochen wirklich Gas gegeben", so Oliver Krumholz, Chef von Intersport Krumholz.
Intersport Krumholz
"Die Zentrale in Heilbronn hat in den vergangenen Wochen wirklich Gas gegeben", so Oliver Krumholz, Chef von Intersport Krumholz.

Die kurze Vorbereitungszeit vor Eröffnung war für ihn kein Problem, „für dieses Szenario hatten wir uns intern schon vorher aufgestellt“. Schwieriger als Gespräche mit den Banken – „wir sind durchfinanziert“ – sind die Gespräche mit den Lieferanten. Die tun sich zum Teil schwer mit Stornierungen für den Herbst, er wiederum tut sich schwer mit dem Thema Valuta. „Das hilft im ersten Schritt nicht und das ist auch nicht partnerschaftlich. Abschriften, die unvermeidlich kommen werden, gehen damit voll zu unseren Lasten.“ Er ist skeptisch, wie lange Wanderjacken und Sweats, die genau richtig waren für die vergangenen Wochen, noch regulär werden verkauft werden können. „Saisonale Ware ist nun einmal verderblich.“
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