Schließen
The Spin
What you need to know in global fashion. Sign up now!
Die Top Eröffnungen des Frühjahrs 2019

Best of Store des Tages

Kennen Sie Zeitgeist oder The Woo Store? Nein? Dann sagt Ihnen vielleicht Mode Weber etwas. Sollte es eigentlich. Denn die Artikel über diese Modeläden gehören zu den meistgeklickten, die TextilWirtschaft online in diesem Frühjahr in der Rubrik Store des Tages veröffentlicht hat. 60 Läden, die neu eröffnet oder umgebaut haben, wurden innerhalb von 13 Wochen unter die Lupe genommen. Multilabel-Häuser, groß oder klein, genauso wie Monolabel-Stores.

Es fehlten in diesem Frühjahr hierzulande vielleicht die ganz großen Projekte, aber die Auswahl, die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, zeigt deutlich: Die Branche ist expansiv und experimentierfreudig. Trotz der geschätzt 800 Schließungen, die dem gegenüberstehen. Trotz unterschiedlichster Konzepte, sie alle eint der Mut, Neues zu wagen. Trotz der schwachen Konjunktur für Mode.

Beispiel Zeitgeist: Weit mehr als ein Modeladen. In Bünde bietet die Inhaber-Familie Kemena, die schon mehrere Läden betreibt, zudem Möbel, Haarschnitte, Kosmetikbehandlungen und Kaffee an. Beispiel The Woo Store: Der dritte Laden von Frank Walla in Würzburg. Klein, aber fein. Mit Bekleidung, Schuhen, Schmuck und Wäsche für Frauen. Beispiel: Weber in St. Gallen. Vera Weber hat in ihrem Haus den Männern mehr Raum gegeben und für die Frauen gleich einen ganz neuen Store eröffnet. Und das an einem Standort wie St. Gallen, unweit Deutschlands, wo für Schweizer bekanntlich alles günstiger ist. „Aktiv sein und nach vorne gehen statt Jammern!“, heißt ihre Devise. Die Top 5 der Leser im Überblick.

Zeitgeist in Bünde

Frischer Kaffee und Bio-Limonade. Helle Möbel und bequeme Sitzgruppen. Sportliche Schuhe, handverlesene Mode, Blumen, Kosmetikbehandlungen, Haarschnitte und Frisuren. Das ist Zeitgeist im ostwestfälischen Bünde. Die Stadt liegt im Kreis Herford und hat rund 47.000 Einwohner. Zeitgeist ist ein neuer Laden (500m²) in der Bünder Fußgängerzone. Ein Aufenthaltsort mit Theke, warmen und kalten Getränken und Sitzgruppen. Ein DOB-Laden mit Schuhen sowie Freizeit- und Anlassmode. Ein Möbelladen, in dem es Tische, Stühle, Sofas, Lampen, Blumen und Einrichtungsgegenstände gibt. Ein Frisörladen und Kosmetik-Studio. Wäre der Begriff nicht gänzlich abgenutzt, könnte man von einem Concept-Store sprechen. Hinter der Idee steht die Familie Kemena. Udo (58) und Ursula (53) Kemena betreiben seit längerer Zeit in Ostwestfalen vier Multilabel-Läden mit DOB unter dem Namen Fashion-Store sowie einen Men-Store. Als Franchise-Nehmer außerdem sieben Esprit-Stores. Nach Ausbildung in Nagold und mehreren Jahren Erfahrung im Modehandel ist seit rund zwei Jahren Tochter Laura (24) im elterlichen Unternehmen tätig.

Store des Tages Frühjahr 2019: Zeitgeist in Bünde

The Woo Store in Würzburg

Seit mehr als 5 Jahren war Frank Walla auf der Suche nach einem kleinen Laden in Würzburger Innenstadtlage. Im Mai letzten Jahres wurde dann endlich ein 40m² großer Laden auf der Eichhornstraße, mitten in der Würzburger Fußgängerzone frei. Es gab viele Anwärter für die kleine Fläche, aber Frank Walla, der seit rund neun Jahren schon den Menswear-Laden Männersachen und seit fast 5 Jahren das Geschäft Frauensachen führt, bekam den Zuschlag. Anfang März hat er an dieser Stelle seinen dritten Laden „The Woo Store“ eröffnet. Der Name kam ihm mit Freunden bei einem Restaurantbesuch, zuerst als Schnapsidee. Doch als er herausfand, dass Woo auch soviel heißt wie umwerben, locken, stand der Name. Den Ladenbau hat Walla selbst entworfen und mit örtlichen Unternehmen umgesetzt. Den Rahmen bildet ein Betonboden und Kleiderstangen aus Industriewasserrohren, die von der Decke schweben. Damit das Ganze aber nicht zu kühl und maskulin wirkt, wurde die Fläche mit Bastteppichen und Rattanlampen sowie Eichenregalen aufgehübscht. Die Möbel hat er selbst auf Reisen für den Store zusammengetragen. Ein Woo-Schriftzug aus Neonschrift ziert die Wand.

Store des Tages: The Woo Store in Würzburg

Weber Butikk in St. Gallen

St. Gallen gehört zu den Schweizer Städten, deren Einzelhandel unter der Grenznähe zu Deutschland zu leiden hat. Viel Leerstand in der Innenstadt, viel Unzufriedenheit unter den Händlern – die hübsch anzusehende St. Gallener Innenstadt hat es schwer. So beschreibt es zumindest Vera Weber, Inhaberin des 2500m² großen Mode Weber in der Fußgängerzone. Doch ihre Devise lautet: „Aktiv sein und nach vorne gehen statt Jammern!“ Deswegen überlegten die Webers nicht lange als ein 450m² großer Laden ganz in der Nähe der Haupthauses frei wurde. Die neue Ladenfläche hat eine lange Geschichte: Es ist die ehemalige Textilbörse in einem denkmalgeschützten neoklassizistischen Gebäude. Zwei Monate haben die Webers dort umgebaut und am 1. März einen Womenswear-Laden über zwei Etagen mit urbaner skandinavischer aber auch nachhaltiger Mode eröffnet. Der Umbau wurde zusammen mit dem Schweizer Ladenplaner Dioma geplant und umgesetzt.

Store des Tages Frühjahr 2019: Mode Weber in St. Gallen

Maloja in Freiburg

In den Bergen zuhause, in der Stadt daheim. Das ist Programm beim Sports- und Streetwearlabel Maloja Clothing mit Sitz in Rimsting am Chiemsee. Vor kurzem hat Store Nummer sieben eröffnet. Der Name: Bergblick. Franchisenehmer sind Claudia und Matthias Pfeil, beide Freiburger und passionierte Ausdauersportler. Eine Anlaufstelle für alle Breisgauer zu installieren, am besten in Freiburg, war ein lang gehegter Wunsch von Maloja-Gründer und Geschäftsführer Klaus Haas, der selbst im Schwarzwald aufgewachsen ist. Neben Funktionsbekleidung für Biker, Kletterer, Wanderer und Ski- und Outdoor-Fans werde die komplette Streetwear-Kollektion präsentiert, sagt Peter Räuber, ebenfalls Gründer und Geschäftsführer sowie kreativer Kopf von Maloja.Die Einrichtung des 100m² großen Stores ist typisch für Maloja: Altholz-Elemente, Vintage-Möbel, Fischgrät-Parkett und eine Sitzecke mit Espressomaschine.

Maloja in Freiburg: Maloja Freiburg

Set in Berlin

Ready, Set, Go. Die Münchner Contemporary-Linie Set hat ihren ersten Store eröffnet. Heimat der Dependance ist Berlin-Mitte, direkt am Hackeschen Markt. Auf 150m² Fläche, verteilt auf zwei Etagen, werden dort künftig die monatlich wechselnden Kollektionen des Labels präsentiert. Wichtig ist es Set-Gründerin und Kreativchefin Maya Junger dabei eine gewisse Concept Store Atmosphäre zu schaffen. So werden neben Mode arrondierende Produkte wie Schmuck, Bücher, Beauty- und Interior-Artikel präsentiert, die zum Look der Fashionkollektion passen. Alle Produkte werden von Maya Junger persönlich ausgewählt. Auch Vintage-Möbel, die den eher cleanen Ladenbau anreichern, entstammen teils dem eigenen Fundus der Familie. Berlin ist der erste Schritt des Unternehmens in der Expansion mit eigenem Retail für das Label Set. Weitere sind in Planung.

Store des Tages Frühjahr 2019 : Set in Berlin



Mehr Stores des Tages
 

stats