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Die Top-Eröffnungen des Herbstes 2019

Best of Store des Tages

Von Warendorf bis Wien, vom kleinen Wäschehaus bis zum Weltkonzern. 44 umgebaute oder neu eröffnete Stores wurden in den vergangenen neun Wochen in der Rubrik Store des Tages vorgestellt. Sie alle sind mit neuen Ideen in Sachen Sortiment und Store Design an den Start gegangen, haben alte Zöpfe abgeschnitten und Neues gewagt. Was hat die Leser dabei am meisten interessiert?

 Mit Allbirds, dem Sneaker-Label aus USA, ist der Klick-Sieger der Eröffnungs-Saison in diesem Herbst wohl eher eine Überraschung. Aber er zeigt deutlich, was die Branche am meisten umtreibt: spitze Sortimente, Nachhaltigkeit und Neues, noch nicht da gewesenes. Das sind die Top 5 der Leser im Überblick.

1. Allbirds in Berlin

Das Sneaker-Label aus dem Silicon Valley, hat in der deutschen Hauptstadt seinen dreizehnten stationären Laden weltweit eröffnet und setzt damit seine Expansion fort. In diesem Jahr wurden bereits Stores in New York, Los Angeles, Shanghai und London eröffnet. Der hiesige Laden orientiert sich am bisherigen Ladendesign, wartet aber auch mit lokalen Besonderheiten auf. Seit Juli können Kunden bereits im deutschen Online-Shop die nachhaltigen Turnschuhe kaufen, die unter anderem aus  ZQ zertifizierter Merinowolle, Eukalyptusbaum-Fasern und einer Zuckerrohr-Sohle bestehen. Jetzt gibt es an der Adresse Alte Schönhauser Straße 28 in Berlin Mitte auf 146 m² auch eine physische Anlaufstation des Labels, zu dessen Fans Prominente wie Barack Obama, Leonardo DiCaprio und Cindy Crawford zählen. Das Ladenbaukonzept orientiert sich am reduzierten Design der Sneaker. Das äußert sich in minimalistischen Formen und Materialien wie Zement und Holz. Die von Allbirds‘ Head of Design Jamie McLellan entworfenen Sitzelemente, die in allen Allbirds-Stores präsent sind, erhielten vom Berliner Künstlerkollektiv Old Yellow ein Makeover im Graffiti-Stil, das die Street-Art-Kultur der Stadt widerspiegeln soll.

Store des Tages Herbst 2019: Allbirds in Berlin

2. S.Oliver in Stuttgart

Total digital. Aber nicht nur – S.Oliver hat sein 1160m² großes Flagship in der Königstraße umgebaut. Die Rottendorfer, die kurz vor einigen internen Umbauten durch den neuen CEO stehen dürften, setzen dort auf das bewährte Home Story-Konzept, das um zahlreiche digitale und analoge Features ergänzt wurde. Schon im Eingangsbereich zeigt das Unternehmen, dass es seinen Stuttgarter Kunden ein neues Einkaufserlebnis bieten will. Auf einer rund 14m² großen LED Wand werden Kollektionshighlights und Image-Filme gezeigt. Außerdem gibt es interaktive Inhalte wie Games. Neu ist auch das Showrooming-Konzept auf der 10m² großen Kidswear-Fläche, das Instore- und Onlineshopping geschickt miteinander verknüpft. Ein Großteil der S.Oliver Junior-Kollektion wird dort in Form von Musterteilen gezeigt, die der Kunde dann via App oder Tablet vor Ort in passender Größe und gewünschter Farbe bestellen kann. Gegliedert ist die Verkaufsfläche nach den verschiedenen S.Oliver-Marken, die im entsprechenden Interieur präsentiert werden. Bei S.Oliver Men und Women machen helles Eichenholz und Creme-Töne den Look aus, bei S.Oliver Black Label setzt man auf Loft-Charakter mit schwarzen Metallprofilen und Glasböden. Auf der Fläche der Urbanwear-Linie Q/S designed by sticht vor allem die große Video Wall ins Auge. Zum neuen Einkaufserlebnis in Stuttgart gehört auch eine 10m² große Pop-up Fläche, die mit wechselnden unterschiedlichen Angeboten bespielt werden soll.

Store des Tages Herbst 2019: S.Oliver in Stuttgart

3. Stereo Muc in München

Etwas kleiner, etwas feiner. Die Macher von Stereo Muc haben in München einen neuen Premium-Menswear-Laden unter gleichem Namen wiederöffnet. Ende 2018 hatten das Führungsduo Henrik Soller und Florian Ranft ihren gleichnamigen Store in der Residenzstraße nach fünf Jahren geschlossen, inzwischen residiert die Premium-Marke Belstaff hier. Standort der neuen Menswear-Destination Stereo Muc ist ein historisches Gebäude am Odeonsplatz 12. Beim Ladenbau und Visual Merchandising, beides wurde in Zusammenarbeit mit Luis Mock entwickelt, habe man viel Wert auf ein historisches Ambiente gelegt, so Soller. In dem Laden wurde beispielsweise eine Kassettendecke aus einem alten belgischen Landhaus als Wandbild verbaut oder ein Regal, das aus der New Yorker Staatsbibliothek stammt. Das Sortiment habe einen klaren Fokus auf Premium-Sportswear und smarter Contemporary Fashion.

Store des Tages Herbst 2019: Stereo Muc in München

4. Ley's Loft in Frechen

Welche Zielgruppe im neuen Laden von Robert Ley angesprochen werden soll, wird schnell klar: Die Millennials. Da sind zum einen die verschiedenen Stellen im Laden, die sich perfekt als Hintergrund für Selfies eignen – wie die begrünte Rückwand, der goldene Laufsteg oder die Umkleidekabinen im Graffiti-Look. Zum anderen gibt es neben einer Lounge mit Gastronomieangebot auch eine Gaming-Fläche. Auf bequemen Liegen lässt sich hier entspannt zocken, die dazu gehörigen Bildschirme hängen an der Decke.  „Wir sprechen hier die 20- bis 35-Jährigen an”, sagt Georg Cruse, einer der Geschäftsführer von Robert Ley. Bisher sei die Resonanz auf das neue Konzept sehr gut. Dabei hatte das Unternehmen eigentlich ganz andere Pläne. Eigentlich sollte die Fläche, die direkt an den bestehenden, rund 2800m² großen Robert Ley-Store in Frechen anschließt, in diesen Laden integriert werden. Doch diese Erweiterung wurde dem Unternehmen nicht genehmigt. „Wir haben uns dann entschieden, einen Sortimentsbereich aus dem alten Laden herauszulösen und auf der separaten Fläche zu präsentieren”, sagt Cruse. Die Geburtsstunde von Ley’s Loft, das ingesamt knapp 1000m² groß ist. 800m² teilen sich je zur Hälfte DOB und HAKA mit Marken wie Mango, Tom Tailor Denim, Replay und Alpha Industries; auf knapp 150m² ist eine Lounge mit Getränke- und Speisenangebot untergebracht. Investiert wurden laut Cruse 1000 Euro pro m². Bei der Ladengestaltung, für die das Unternehmen Schemberg aus Mettingen verantwortlich war, stand die anvisierte Zielgruppe, ihre Interessen und ihr Kaufverhalten im Fokus.

Store des Tages Herbst 2019: Ley's Loft in Frechen

5. H&M in Wien

3.120 m², vier Stockwerke und ein neues Store-Konzept: In Österreich hat jetzt die größte H&M-Filiale des Landes auf der größten Einkaufsstraße Wiens eröffnet. Die Besonderheiten: Viele echte Pflanzen, geräumigere Umkleiden und ein Reparaturservice. Bei der Inneneinrichtung fokussiert sich H&M auf einen natürlichen Look. Dabei setzen die Schweden auf verschiedene Holzoberflächen in Kombination mit dunkelgrauen Stahlelementen. Darüber hinaus gibt es auf jeder Etage echte Pflanzen. Zum Beispiel auf einer sogenannten Living Wall – einer Wand, die mit echten Pflanzen begrünt wird – außerdem steht im Eingangsbereich ein Baum. Als speziellen Service bietet der Modefilialist in der Filiale Click & Collect an. In Deutschland soll dieser Service zunächst nicht eingeführt werden. Ein weiteres Novum ist der Service "Take Care" im ersten Stock. Hier werden Reparatur-, Näh- und Stickerei-Leistungen angeboten sowie umweltfreundliche Waschmittel, Fleckentferner, Deko- und Reparatur-Patches, Sneaker Wipes, Notfall-Reparatursets und Wäschebeutel verkauft. Durch diesen Service will H&M die Kunden dazu anregen, ihre Kleidung zu pflegen und somit die Lebensdauer der einzelnen Teile zu verlängern. Erst Anfang August hatte H&M in Deutschland sein neues Store-Konzept präsentiert. Auch in Kassel lautet das Motto seither: Wärmer, grüner, luftiger.

Store des Tages Herbst 2019: H&M in Wien

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