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Store des Tages Herbst 2019

Finke First im Hotspot Bielefeld

Neuer Eingang, mehr Verkaufsfläche, komplett veränderter Ladenbau: Finke First in Bielefeld ist kaum mehr wiederzuerkennen. Zwei Monate lang war der Laden an der Obernstraße in Bielefeld geschlossen, kürzlich feierten Silke und Markus Finke Wiedereröffnung. Zusammen mit Stammgästen, Lieferanten und Freunden.

Ein Kraftakt sei der Umbau gewesen, sagt Markus Finke. Der Anfang der 90er Jahre von Eickhoff übernommene Laden sei bis auf das nackte Mauerwerk zurückgebaut worden. Unter der Leitung von Dula in Dortmund (Konzept, Licht, Ladenbau) und in Kooperation mit örtlichen Handwerkern entstand in engem Zeitrahmen ein Store mit einer zeitgemäßen, urbanen Ausstrahlung.

Store des Tages: Finke First

Hochwertig, aber nicht aufdringlich. Hell, aber nicht unterkühlt. Das Unternehmer-Ehepaar sieht den neu gestalteten Laden auch als ein Statement für den stationären Multilabel-Modehandel. „Stationärer Multilabel-Handel wie wir ihn verstehen, ist ein Ort der Gastlichkeit, ein Ort des Entdeckens, der Beratung, der Orientierung und Begegnung. Ein Ort, an dem Menschen sich jenseits digitaler Medien austauschen“, sagt Silke Finke. Ihr Mann ergänzt, dass die „erhebliche“ Investition auch ein Bekenntnis zu Ostwestfalen sei. „Wir sind Ostwestfalen und konzentrieren uns auf unser Stammhaus in Gütersloh und mit der Premium-DOB auf Finke First in Bielefeld. Wir kennen die Menschen in der Region und können hier unsere Stärken ausspielen. Außerdem ist Bielefeld ein hervorragender Einzelhandels-Standort, der Hotspot Ostwestfalens.“

Beide erwähnen immer wieder die Verbundenheit mit der Region, die auch beim Umbau berücksichtigt worden sein. Nicht nur die Handwerker hätten zum Teil fast zu Fuß zur Baustelle gehen können. „Auch Dula hat ostwestfälische Wurzeln und ein Werk im wenige Kilometer entfernten Spenge“, sagt der Modehändler. Um etwa 100m² auf rund 600m² vergrößerte sich die Verkaufsfläche durch den Umbau. Eine Vitrine vor dem Laden wurde entfernt, die etwas zurückliegenden Schaufenster bis zur Straßenfront vorgezogen. Außerdem konnte durch neu angeordnete Rückwände zuvor ungenutzter Raum zu Verkaufsfläche umgewandelt werden.

In Bezug auf ihre Kunden sprechen die Finkes häufig auch von Gästen. Konsequent haben sie diese Einstellung beim Umbau berücksichtigt und einen Gastrobereich bauen lassen. Es gibt nun eine Theke mit heißen und kalten Getränken und Sitzgelegenheiten. Die Gastrotechnik ist so ausgelegt, dass die Theke auch als Stützpunkt für Catering bei Veranstaltungen dienen kann.

Die großformatigen Bodenfliesen aus Deutsch Jura wurden belassen und wo nötig ergänzt. Sie fügen sich nahtlos ein in das Gesamtkonzept, das den Kundinnen schon beim Betreten signalisiert, nicht in einen Laden, sondern in die Finke-Welt einzutauchen. Urban Fashion und Denim lauten die Sortiments-Themen im Eingangsbereich. Links eine neue Videowand, die Rückwände in diesem Bereich sind zum Teil aus Eichenparkett. Tragende Säulen sind umbaut worden mit Warenträgern aus Kernesche. Das Holz steht im Kontrast zu verchromten Rechteckprofilen, die sich an den Rückwänden und an Regalen sowie Warenträgern finden. In Szene gesetzt wird die Ware von Einbaustrahlern sowie Spots auf Lichtschienen. Leuchtmittel sind LEDs.

Es sind immer wieder stilistische Brüche, die verhindern, dass der prinzipiell helle und mit vielen weißen Flächen versehene Laden kalt und klinisch wirkt. So haben sich die Finkes beispielsweise bei JAB Anstoetz in Bielefeld mehrere Teppiche mit einem 3D-Muster anfertigen lassen. Der Clou: Das Muster ist identisch, passend zum jeweiligen Sortimentsbereich variiert jedoch die Farbe. In der Denim-Abteilung im Eingangsbereich ist das erhabene Muster zum Beispiel blau. Golden dagegen in der Mitte des Stores, wo ein großer antiker Tisch und ein Kronleuchter Spannung erzeugen durch den gewollten Kontrast zu Chrom, weißen Flächen und dem hellen LED-Licht.

Die Böden der Warenträger bestehen zum Teil aus Glas, zum Teil aus Kernesche. Zu weißen Rückwänden kontrastiert eine Tapete in Felloptik. Zu vorwiegend kubischen Formen die goldfarbenen, organisch geschwungenen Warenträger im Konfektionsbereich. Der Stilbruch gipfelt dort in einem goldenen Pavillon als Blickfang und Warenträger.

Einge der Labels bei Finke First: Denim von Seven for all mankind und Adriano Goldschmied. Taschen von Furla und Karl Lagerfeld. Außerdem Mode unter anderem von Ottod’ame, Jan Mayen, Betta Corradi, JNBY, Furla, Aybi, Paule Ka, Etro, Peserico, Diane von Fürstenberg, Max Mara und Ottod’ame. Kaschmir u.a. von Friendly Hunting, Hemisphere, Allude und Simone Bruns.

Mit ihrer Einstellung zum stationären Multilabel-Handel und ihrem neuen Store-Konzept fühlen sich die Finkes wenige Wochen nach dem Soft-Opening bestätigt. Silke Finke: „Unsere Kunden sind ausnahmslos begeistert. Wir bekommen viel positives Feedback. Das zeigt sich auch an den Umsätzen.“

       

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