Store des Tages Frühjahr 2020

Neugestal(l)tung in Crailsheim

Adrian Beck Photographer

Die Young Fashion-Abteilung Der Stall von TC Buckenmaier ist seit Jahrzehnten eine Institution in Crailsheim. Die nach Meinung der Geschäftsführer Gabriele Manthey und Ralph Buckenmaier dennoch einen neuen Twist brauchte. Innerhalb von sechs Wochen stellten sie die knapp 1000m² große Verkaufsfläche komplett auf den Kopf und überließen dabei nichts dem Zufall.

„Es war wirklich Zeit, dass wir etwas tun“, sagt Gabriele Manthey, wenn sie auf den jüngsten Umbau in ihrem Modehaus in Crailsheim zurückblickt. Von Anfang Februar bis Mitte März 2020 wurde das unterste Geschoss ihres Hauses TC Buckenmaier in Crailsheim für rund 1 Mio. Euro komplett umgebaut. Seit mehr als 20 Jahren ist dort „Der Stall“ beheimatet, eine Abteilung mit Mode für Mädels und Jungs wie es Manthey und ihr Bruder Ralph Buckenmaier, mit dem sie gemeinsam das Unternehmen mit fünf Läden führt, nennen. Von dort aus geht es auch in den knapp 120m² großen Sneakerkeller. „Wieder“, sagt Manthey. „Drei Jahre lang hatten wir ihn geschlossen, jetzt haben wir ihn wieder geöffnet. Das war ein großer Wunsch unserer Kunden.“


Bevor die Umbauarbeiten starteten, luden Manthey und Buckenmaier Kunden und Mitarbeiter zum Think Tank ein. „Wir haben sie gefragt, wie wollt ihr den Stall haben? Was können wir anders machen?“, erinnert sich Manthey. Neben der Öffnung des Sneakerkellers sei dabei vor allem eines herausgekommen: „Die Kunden wollen einen Meetingpoint bei uns haben.“ Auch diesem Wunsch wurde Rechnung getragen (Architektur: MAI Messerschmid Architekten und Innenarchitekten; Ladenbau:Schreinerei Bott; Licht: D+L Lichtplanung; Beschallung: Moodmusic).

Store des Tages Frühjahr 2020: Der Stall in Crailsheim

Auf der knapp 1000m² großen Verkaufsfläche finden sich viele Sitzgelegenheiten, Sofas, Sessel, aber auch eine breite Holztreppe, auf deren Stufen es sich gemütlich sitzen und quatschen lässt. Oder auch die Freunde und Freundinnen beraten lässt, die gerade neue Mode anprobieren.

Die breite Treppe, die hoch zum Mädelsstall – mit knapp 400m² Fläche etwas kleiner als die Abteilung für die Jungs (600m²) - führt, ist nur ein neues Element auf der Verkaufsfläche. Insgesamt wurde die Wegeführung vereinfacht, der Kassenblock neu positioniert, das Licht komplett erneuert. „Es sollte alles frisch und luftig aussehen, gleichzeitig spielte für uns bei dem Umbau das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle“, sagt Manthey. So wurde kein Holzlaminat verlegt, sondern Eichenboden. Und auch im Sneakerkeller, der in einem alten Gewölbekeller untergebracht ist, setzte man auf Vorhandenes. Der bestehende Boden wurden herausgenommen. Darunter kamen Fliesen und Betonplatten zum Vorschein, worüber dann zentimeterdick durchsichtiges Epoxidharz gegossen wurde, mit dem Effekt, dass man beim Eintreten fast das Gefühl haben könnte, gleich nasse Füsse zu bekommen. Neben den alten, wieder freigelegten Backsteinwänden dominieren Sichtbeton, Stahl, Holz, aber auch Filz, etwa bei der Wandbespannung, die Gestaltung. Dadurch entsteht ein raues, historisches und doch cleanes Ambiente.

„Die Neugestaltung kommt bei unseren Kunden gut an“, sagt Manthey. Auch die Frequenz sei wieder angezogen, dennoch denkt sie wehmütig an die verschobene Eröffnung. „Wir wollten am 19. März neu eröffnen, am 18. März kam dann der Lockdown. Da waren wir erst einmal im Schockzustand.“ Erst Anfang Mai konnte wieder das ganze Haus öffnen. „Nach dem ersten Schock haben wir vieles in Bewegung gesetzt, wir sind durch jede Tür gegangen, um mit unseren Kunden in Kommunikation zu treten und zu zeigen, dass wir da sind.“ Dabei machte der bereits bestehende eigene Online-Shop das digitale Verkaufen zumindest etwas leichter, zudem schloss sich TC Buckenmaier unter anderem Schuhe 24.de an. „Wir haben auch Styling Boxen für unsere Kunden gepackt, sind auf Instagram noch aktiver geworden, etwa mit Live-Verkäufen“, sagt Manthey. Diese finden auch weiter statt. „Wir lernen ständig dazu. Uns ist aber auch bewusst, dass wir jetzt weiter in Bewegung bleiben müssen. Wir wissen zwar nicht, wie sich die Situation entwickelt, aber wir müssen für die Zukunft ein Vision und ein Geschäftsmodell erarbeiten. entwickeln.“

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