Store des Tages Frühjahr 2020

The Corner by Phänomen: Mehr Luxus für Luzern

The Corner
Family-Business in Luzern: Laura Rogger (links) und Marina Bayat Rogger mit ihren Eltern und Unternehmensgründern Sonja und Fritz Rogger vor ihrem jüngsten Familienmitglied: The Corner by Phänomen.
Family-Business in Luzern: Laura Rogger (links) und Marina Bayat Rogger mit ihren Eltern und Unternehmensgründern Sonja und Fritz Rogger vor ihrem jüngsten Familienmitglied: The Corner by Phänomen.

A Family Affair. Die Unternehmerfamilie Rogger hat in Luzern ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte aufgeschlagen. Anfang Juli ist der Luxusmode-Store "The Corner by Phänomen" an den Start gegangen. Eine Investition in die Zukunft.

Luxus und Luzern. Das gehört definitiv zusammen. Die Dichte an Uhren- und Schmuckhändlern ist hier so hoch wie nur an wenigen Plätzen auf der Welt. Von Audemars Piguet bis Zenith findet der Kunde wohl jede Marke, die in der Uhrenwelt Rang und Namen hat. Nicht zuletzt der Schwanenplatz, wo mit Bucherer einer der ganz Großen der Uhren- und Schmuckbranche einen Flagship Store betreibt, gilt als einer der absoluten Hotspots. Zumindest bevor Covid-19 den internationalen Tourismus lahmlegte. Und lange vor der Corona-Krise, genau genommen vor rund anderthalb Jahren, hat die Familie Rogger beschlossen, ihr Luzerner-Ladenportfolio um einen im absoluten Luxussegment angesiedelten Store zu erweitern.

Store des Tages Frühjahr 2020: The Corner by Phänomen



Anfang Juli ist „The Corner by Phänomen“ nun an den Start gegangen. „Wir wollen uns auf Luzern konzentrieren“, sagt Marina Bayat-Rogger, die nach Studium an der LDT in Nagold und Wirtschaftsstudium in Luzern gemeinsam mit ihrer Schwester Laura Rogger und den Eltern Sonja und Fritz Rogger Phänomen Fashion und Lifestyle führt. Als sich die Gelegenheit bot, ein drittes Haus am Weinmarkt, in unmittelbarer Nähe zum Sitz des Damen- und Herrenmodegeschäfts im mittelalterlichen Cysat-Haus anzumieten, schlugen die Roggers zu. Dafür schlossen sie ihr Geschäft in Baden.

„Das ist unsere Chance“, hätten sie sich gedacht. Die Konzentration auf Luxusmarken für Männer und Frauen, oberhalb der beiden Stammgeschäfte, die im Premium-Segment angesiedelt sind, war schnell klar. „Wir führen bei The Corner nur Erstlinien, von Balenciaga über Givenchy und Etro bis St. Laurent“, sagt Bayat-Rogger. Das habe hier am Standort gefehlt. „Wir haben gemerkt, dass unsere Kunden zwar bei uns kaufen, für Schuhe und Taschen dann aber woanders hingehen.“ Diese Lücke wollen sie füllen und in die Zukunft investieren. „Wir führen die Familienunternehmensgeschichte von Phänomen Fashion & Lifestyle weiter. Im Zeitalter der Digitalisierung und des Onlinebusiness glauben wir an die Zukunft des persönlichen Einkaufserlebnis in urbaner Umgebung“, erzählt die Junior-Chefin.

Phänomen: Die Geschichte
1988: Sonja und Fritz Rogger gründen Phänomen in einem Vorort von Luzern - 1993: Umzug in an den Weinmarkt in der Luzerner Altstadt - 2002: Erweiterung um ein Damenmodegeschäft, ebenfalls am Weinmarkt - 2020: Eröffnung des Luxusmodegeschäfts "The Corner by Phänomen" unter Federführung von Marina Bayat-Rogger und Laura Rogger. Markenspektrum: Phänomen Womenswear (Agolde, Cambio, Circolo, Closed, Dondup, Dsquared2, Friendly Hunting, Jacob Cohën, Lis Lareida, Mey, Nili Lotan, Odeeh, Philippe Model, Red Valentino); Phänomen Menswear (Boglioli, Circolo, Deus, Dondup, Dsquared2, Hackett, Jacob Cohën, Koike, Moncler, Myths, Stone Island, ZZegna); The Corner (Balenciaga, Dolce&Gabbana, Ermenegildo Zegna, Etro, Givenchy, Saint Laurent, Moncler, Stella McCartney, Valentino).
Der Zeitpunkt der Eröffnung der 400m2 großen Fläche auf vier Etagen in einem schönen Altstadthaus war dafür zwar alles andere als günstig, denn die kaufkräftigen asiatischen Touristen fehlen. Aber Marina Bayat-Rogger ist optimistisch. Man habe die coronabedingte Schließzeit gut genutzt für den Umbau und eine komplette Überarbeitung der Logos und der CI. Jetzt kämen vermehrt die Schweizer, die in diesem Jahr Urlaub in der Heimat machen und die Stammkundschaft, die einen gewissen Nachholbedarf habe. „Die Konsumentenstimmung in der Schweiz ist besser als in Deutschland“, sagt sie. Maskenpflicht gibt es im Schweizer Einzelhandel zurzeit nicht. „Zum Glück, denn das hemmt die Kauflust“, ist sie sicher.  Zudem sei die Auslieferungsquote momentan gerade einmal bei 40%. Es fehle zum Teil noch Ware, die im Mai hätte kommen sollen. „Die Sachen hängen noch locker, wir können gar nicht alles zeigen“, sagt sie. 

Überhaupt versteht Marina Bayat-Rogger Corona nicht nur als Krise, sondern auch als Chance. Etwa als Chance für eine bessere Zusammenarbeit. So kooperiere sie bereits mit den Hotels in der Stadt, die auf ihre Stores verweisen und auch mal ein Private Shopping organisieren. Für die Zeit nach Corona kann sie sich auch Kooperationen mit den Uhren- und Schmuckanbietern vor Ort vorstellen und mit den großen Luxus-Ressorts rund um den Vierwaldstätter See.

Cool, aber trotzdem warm

Auch das Store Design ist bei Roggers Familien-Sache. Fritz Rogger hat es zusammen mit einem jungen Architekten entwickelt und mit örtlichen Handwerkern umgesetzt. Leitlinie: cool, aber trotzdem warm. Die alten Holzböden wurden geschliffen, schwarz geölt und im Erdgeschoss mit einem Rhomben-Muster versehen. Alle Möbel sind schwarz und modular gestaltet. Sodass leicht neue Bilder entstehen können und einfach Raum für Events geschaffen werden kann. Akzente setzen schwere, graue Samtvorhänge und mit Samt bezogene Sessel, die in einem charmanten Kontrast zu den alten, ebenfalls schwarzen Holzbalken stehen.

Im Erdgeschoss, wo Schuhe, Taschen und Accessoires verkauft werden, befindet sich „The Bar“. Eine richtige Bar, die man künftig auch nach draußen bestuhlen will, um Atmosphäre zu schaffen und den Ort zu beleben. Dort könnten dann auch Passanten verweilen, die mehr an Café und Apéro interessiert sind als an Fashion, sagt Bayat-Rogger. Und auch das ist Family Business: Denn ihr Ehemann betreibt in der Nähe ein Café und kann nicht nur mit seiner Expertise aushelfen sondern auch schon mal mit Personal.

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