Store des Tages Frühjahr 2021

Ludwig Becks neue Womenswear

Ludwig Beck

Das Münchner Traditionshaus hat die Zeit des Lockdown genutzt und seine erste Etage komplett erneuert. Das Ergebnis: Eine Womenswear-Abteilung, die ästhetisch den Vergleich mit internationalen Departmentstores nicht scheuen muss. 

Outside In - hieß die Leitlinie der Hamburger Innenarchitektin Claudia Breil von Breil + Interior Design für die Umgestaltung der Damen-Trendabteilung in der ersten Etage des Münchner Department Stores. Sie greift den Mustermix, Farben und Formen der denkmalgeschützten 1956 von Max Lacher gestalteten Fassade des Hauses am Marienplatz in der Gestaltung der 1600m² großen Fläche auf: Von eingefrästen Wandmotiven bis hin zu den Bodenfliesen – das Muster der Außenfassade zieht sich thematisch durch die gesamte Abteilung und ist zugleich Leit- und Orientierungssystem für eine subtile Wegeführung durch die verschiedenen Gebäudeabschnitte. Von der Fassade inspirierte Terracottatöne schaffen in Kombination mit Weiß, Karamell und mattem Grün einen wertigen Look&Feel, der an das Ambiente internationaler Grand Hotels erinnern soll. 

„The Curve“, die Bogenform, ist ein weiteres wiederkehrendes Thema – vom Mobiliar über multifunktionale Warenträger, ein Hanging Rail in Schlangenform bis hin zu verschiedenen Rückwandgestaltungen als eindrucksvolle Eye Catcher, mal als Mutina Fliesenwände im Wechsel mit lackierten Flächen und einer amorphen Interpretation als Reliefwand.

Store des Tages Frühjahr 2021: Ludwig Becks neue Womenswear


Bodentiefe Fenster im ersten Obergeschoss erwecken den Eindruck über dem Marienplatz zu schweben – auch hier verschmilzt das Außen mit dem Innen. Erstmals wurde die Fensterfront wieder geöffnet und damit der einmalige Blick des Hauses auf den Marienplatz freigegeben.



"The Corner"- heißt denn auch das Herzstück der neugestalteten Abteilung, die das Thema der Piazza aufgreift. Durch aufwendige UV-und Wärmeschutzfolien für innen und außen sowie ein modernes Lichtkonzept werden Kunstlicht und Tageslicht effektvoll inszeniert (Licht: Ansorg). Ein filigranes Wand-Modulsystem mit Rundbögen aus Metall in Weiß erinnert an die Arkaden einer venezianischen Piazza und gibt zugleich den Blick auf den Marienplatz frei. Im Innenraum liegt der „Marketplace“ – eine flexible Ebene mit abgehängten Multilane-Warenträgern (Visplay). Die von der Decke hängenden Module sind verschiebbar und können so für verschiedene Events auf der Fläche angepasst werden. Highlight ist der Loungebereich mit Blick auf das Münchner Rathaus (Interieur/Mobiliar: Cor, Moroso und Pedrali über Markus Hansen).


Rough und authentisch - die Jeansabteilung. Sie wird von einer Reliefwand aus Eschenholzfliesen umrahmt. Das Furnier im Rough Cut hat eine dreidimensional geprägte Oberfläche. Das Reliefbild zeigt den Furnierverlauf analog des Wachstums eines Eschenbaumstammes (Handmade by Lauinger Ladenbau) und setzt die Formensprachen des Bogens „The Curve“ fort. Eine raue, offene Struktur soll den Charakter der Abteilung widerspiegeln. 

First Impression: Mit der Rolltreppe gelangen die Besucherinnen und Besucher direkt in den Bereich „First Impression“. Die raumbildenden Elemente sind durch eine filigrane Metallkonstruktion miteinander verbunden. Das Rostbraun des Metalls trifft auf ein nachhaltig produziertes Rattan-Furnier in mattem Grün. Einen interessanten Kontrast bilden neu interpretierte großflächige Lochblechwände in Karamell.

Die Markenwelt teilt sich in Contemporary-Brands wie  Munthe, Stine Goya, Officine Generale, M Missoni und By Malene Birger im oberen sowie Markenshops von Partnern wie Marc O‘Polo, S.Oliver, Comma und More & More im unteren Bereich.

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