Store des Tages Frühjahr 2022

Neues Konzept fürs E1 in Euskirchen

Jens Pfisterer, Stuttgart
Loftcharakter in Euskirchen. Offene Decke, große Schaufenster, halb transparente Vorhänge und eine akzentuierende Farbgebung machen die Gestaltung des E1 aus.
Loftcharakter in Euskirchen. Offene Decke, große Schaufenster, halb transparente Vorhänge und eine akzentuierende Farbgebung machen die Gestaltung des E1 aus.

Bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 wurden die zwei nebeneinander liegenden Geschäfte von Brigitte und Dieter Eller komplett zerstört. Acht Monate später sind sie jetzt auf zusammengelegter Fläche mit einem neuen Konzept gestartet. Feminin, offen, luftig und farbenfroh wurde der Concept-Store gestaltet. Der Store des Tages.

"Die Kundin soll wie eine Flipperkugel durch den Laden gehen", beschreibt Dieter Eller das Konzept des neugestalteten E1 ins Euskirchen. Nach acht Monaten Bauzeit eröffnete der 620m² große Store Anfang März mit einem komplett neuen Konzept. "Als der Architekt Christian Zorn von Knoblauch das erste Mal hier war, hat er gesagt: ‚Hier kann ich mich mal richtig austoben’", erinnert sich Eller. Da war die Ladenfläche komplett im Rohbau, bei der Flutkatastrophe in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli waren die zwei Läden, die Eller zuvor an der Stelle geführt hat, komplett zerstört worden.

"Putz, Estrich, Leitungen – alles war kaputt", sagt Eller, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Brigitte und der langjährigen Mitarbeiterin Susanne Giesgen führt. Bereits vor der Flut hatte sich das Ehepaar entschlossen, das Modeunternehmen an Susanne Giesgen zu übergeben. Dann kam die Flut und im Fokus stand erst einmal der rasche Wiederaufbau.

Store des Tages Frühjahr 2022: E1 in Euskirchen


Dabei nutzten die Modeunternehmer den Moment und ließen in Absprache mit dem Vermieter die bis dahin bestehende Trennwand zwischen dem früheren E1 und einem S.Oliver-Franchise-Store herausnehmen. So entstand ein mehr als 600m² großer Verkaufsraum. "Ziel war es, einen Concept Store mit femininer Note zu entwickeln, der eine leichte, helle und moderne Anmutung hat", beschreibt Christian Zorn, Division Head Retail bei der Konrad Knoblauch GmbH die Konzeptidee (Beleuchtung: Cedes, Hilden).

Die Offenheit beginnt bereits bei den Schaufenstern. Großzügig geben sie den Blick ins Innere des E1 frei. Halbtransparente Vorhänge und großzügige Einblicke in den Laden ersetzen statische Rückwände. Insgesamt wurde bei der Raumaufteilung - von Yaya und S.Oliver wurde jeweils ein Shop-in-Shop in die Ladengestaltung integriert - auf starre Zonen verzichtet. Im Fokus stehen atmende Kompetenzflächen, wie es Zorn nennt. "Um die Wertigkeit der Kollektionen darzustellen, wurde eine erhöhte Warenpräsentation gewählt, damit die Kundin sich somit auf Augenhöhe mit dem Produkt auseinandersetzen kann", beschreibt der Storedesign-Experte die Gestaltung des DOB-Stores. Neben S.Oliver und Yaya führen Ellers unter anderem Anbieter wie Esprit, Tom Tailor, Mac, Rich&Royal, Calvin Klein, Blonde, Comma und Liebeskind.

Zentrales Element des neuen E1 ist ein fünf Meter langer Tisch, der wie die meisten Warenträger eigens für den Store entworfen wurde. Dort soll die gesamte Fashion-Kompetenz des Stores über ein sorgfältiges Merchandising präsentiert werden. Darüber befindet sich eine Installation mit abgehängten Tüchern – eine, wie Zorn hervorhebt, Hommage an die "Tuchstadt Euskirchen".

Für Atmosphäre sorgt vor allem auch die farbige Gestaltung der Rückwände. Während im Kassenbereich der Orange-Ton "Red Earth" Liebe, Freude, Wärme und Leidenschaft vermitteln soll, dominiert im großzügig gestalteten Kabinenbereich "Green Earth". Diese Farbe stehe für Kreativität, Harmonie und Entspannung, so Zorn. "Also genau die richtige Atmosphäre für den Ort, an dem die Kaufentscheidung getroffen wird."



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