Store des Tages Frühjahr 2022

Resales expandiert weiter mit Secondhand-Kleidung

Resales
Neu im Herzen von Stuttgart, inklusive Plus Size- und Vintage-Abteilung.
Neu im Herzen von Stuttgart, inklusive Plus Size- und Vintage-Abteilung.

Stuttgart hat schon ein paar Läden zu bieten in der Secondhand-Landschaft. Mit Resales ist jetzt ein richtig Großer hinzugekommen. Mitten in der Innenstadt hat der nach eigenen Angaben größte Anbieter von gebrauchter Bekleidung in Deutschland, zu dessen Handelssparte neben Resales auch Vintage Revivals gehört, einen 400m² großen Store eröffnet.

Dort gibt es gebrauchte Kleidung für Frauen, Männer und Kinder, Fitness-Outifits, Accessoires und sogar eine spezielle Plus Size-Abteilung. Das Sortiment werde "nahezu täglich" aktualisiert. Die Vintage-Abteilung umfasst mehr als 100m².

Store des Tages Frühjahr 2022: Resales in Stuttgart

Dort werden alte, ausgefallene Kleidungsstücke angeboten, die heute nicht mehr so zu erwerben sind. "Sie werden durch speziell geschulte Mitarbeiter in unseren Sortierwerken separiert und im schlechtesten Fall vor der thermischen Verwertung bewahrt", erklärt Thomas Böschen, Geschäftsführer der Texaid Group Deutschland, zu der Resales gehört.

Texaid betreibt in der DACH-Region nach eigenen Angaben rund 15.000 Sammelcontainer. Darüber hinaus erhalte das Unternehmen weitere Sammelmengen von karitativen, kommunalen und gewerblichen Partnern.

Dadurch komme das Unternehmen jährlich auf rund 350 Mio. Kleidungsstücke bzw. Textilien. Sie werden in den Sortierwerken in Deutschland, Bulgarien, Ungarn und der Schweiz in bis zu 300 unterschiedliche Produkte unterteilt. Hieraus speise sich auch das Sortiment der 46 Resales-Stores in Deutschland. Das Design des Stuttgarter Stores, der sich über drei Etagen erstreckt, ist – so wie bei Resales üblich – schlicht und funktional.

Präsentiert wird überwiegend hängend, an schlichten Stangen. Secondhand ist der Ladenbau allerdings nicht. "Wir setzen auf einen professionellen Ladenbauer, um einen hochwertigen, passgenauen und vor allem langlebigen Ladenbau zu erhalten und nicht alle drei Jahre den Laden neu aufbauen zu müssen.

Sollten beispielsweise irgendwann bauliche Änderungen vorgenommen werden müssen, so nutzen wir den 'übrig gebliebenen' Ladenbau in anderen Filialen weiter. Wir achten bei allem, was wir tun, auf Nachhaltigkeit", betont Böschen.

Der Standort für die nächste Resales-Filiale steht bereits fest: Aktuell wird in Wiesbaden noch renoviert, im Mai soll eröffnet werden. In Städten wie Ulm, Augsburg, Leipzig, Dresden, Kassel und Göttingen sei man in Verhandlungen. Insgesamt seien für Resales 2022 vier bis sechs Neueröffnungen geplant.
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Secondhand ersetzt Neuware

Bei 84% der deutschen Online-Shopper hat der Kauf von gebrauchten Modeartikeln den Neukauf eines Kleidungsstücks ersetzt. Mehr als jeder Zweite kauft mindestens einmal im Jahr im Secondhand-Handel, vor allem auf Online-Plattformen. Und fast jeder Zweite verkauft seine abgelegten Teile weiter. Das ergaben Umfragen, die der Recommerce-Anbieter Momox und das Marktforschungsinstitut Kantar für den "Secondhand Fashion Report 2022" durchgeführt haben.

In kleineren Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern peilt man Standorte in 1A-Lagen an. In größeren Städten wie Darmstadt, Mainz, Wiesbaden, Halle oder Erfurt konzentriere sich Resales auf 1A-Randlagen bzw. 1B-Lagen. In den großen Metropolen wie Berlin und München geht man gerne in "sehr gute Stadteillagen". In ländlichen Gebieten werden auch großflächige Filialen auf der Grünen Wiese betrieben.

"Geografisch haben wir prinzipiell keine Schwerpunkte, orientieren uns aufgrund der Corona-Pandemie derzeit verstärkt auf Gebiete, in denen wir bereits einen Bekanntheitsgrad haben, um die Kunden einfacher auf uns aufmerksam machen zu können", sagt Thomas Böschen.

Das Konzept Resales zielt auf eine Kundengruppe von 9 Monaten bis 99 Jahren und soll Textilien (beispielsweise auch Haushaltstextilien) "zu günstigen Preisen in gutem Zustand für alle Lebensbereiche offerieren".

Der Recommerce-Spezialist spreche damit vor allem Kunden an, die sich nichts Teures leisten können, aber trotzdem auf gute Qualität Wert legen. In den letzten Jahren sei zudem die Gruppe der nachhaltig orientierten Kunden hinzugekommen. Aber auch Schnäppchenjäger, die nach dem Luxusteil zum Discount-Preis suchen, zähle man zum Kundenkreis.
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Gebrauchte Kleider zu verkaufen und zu kaufen, ist ein Trend, den es nicht erst seit Corona gibt. Doch wie viele andere Trends hat die Pandemie auch diesen nochmal gepusht. Das spielt Anbietern wie Texaid in die Karten. Der weltweit agierende Textil-Recycler hat unter anderem auch ein Store-Konzept für preloved Fashion im Programm. Der insgesamt siebte Laden unter dem Label „Vintage Revivals“ hat vergangene Woche in Berlin Mitte eröffnet.

Vintage Revivals mit seinen derzeit acht Stores ist eher als Lifestyle-Konzept positioniert. "Hier ist die Käuferschaft geprägt durch modebewusste Individualisten, die den Besuch eines VR-Stores auch als Showbühne zur Selbstdarstellung nutzen. Dabei steht nicht nur das erworbene Kleidungsstück im Vordergrund, sondern vielmehr auch der Akt der Beschaffung", beschreibt Böschen die Idee.

Das zeigt sich auch im Ladenbau, der deutlich individueller ist und inhouse vom eigenen Design-Team entworfen wird. Da gibt es z. B. Metrofliesen und alte Wasserrohre, die den Stores einen coolen, industriellen Look verleihen. Für Vintage Revivals sind 2022 zwei bis drei Eröffnungen geplant.



Alle weiteren Stores des Tages finden Sie unter TextilWirtschaft.de/StoredesTages

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