Store des Tages Frühjahr 2020

Glore expandiert in der Schweiz

Glore

Der auf Marken mit dem Anspruch fair gehandelt und ökologisch nachhaltig produziert zu sein spezialisierte Anbieter Glore aus Nürnberg hat einen zweiten Laden im Ausland eröffnet. Auf einer Verkaufsfläche von 140m² werden in Zürich mehr als 50 Brands von etablierten und bekannten wie Armedangels, Nudie Jeans, Veja und Lanius bis zu kleineren lokalen Anbietern wie Carpasus, Jungle Folk oder Pura Clothing präsentiert. Es ist insgesamt die neunte Filiale und nach dem Standort Luzern die zweite im Ausland.

Das Ladenkonzept ist relativ schlicht gehalten: Weiße Wände, grauer Beton-Boden, schwarze Decke mit offener Sicht auf die Rohre. Im Kontrast zu diesen eher kühlen Elementen stehen die Möbel aus warmem Eichenholz und verzinktem Wasserrohr, die von der Schweizer Rohrfabrik maßgefertigt wurden. Die Theke wurde mit kleinen schwarzen Plättchen aus Italien verkleidet. Insgesamt ist die Fläche mit einer Raumhöhe von drei bis viereinhalb Metern – der Eingangsbereich liegt eine halbe Etage tiefer – offen und hell gestaltet. Eine Lounge soll zum Verweilen, Austauschen und Informieren einladen. Besonderer Hingucker ist die Holz-Treppe vor dem großen Schaufenster, auf der Ware präsentiert wird.

Store des Tages Frühjahr 2020: Glore in Zürich



„Seit der Eröffnung in Luzern spüren wir ein großes Interesse an unserem Ladenkonzept aus der ganzen Schweiz. Auch wenn wir nicht die einzigen sind, die eine Idee in dieser Art umsetzen, scheint die Nachfrage durch das aktuelle Angebot nicht komplett gestillt”, erklärt Rebekka Sommerhalder, Geschäftsführerin der Glore-Tochter Glore Schweiz GmbH, zu der auch der vor fünf Jahren eröffnete Luzerner Store gehört.

Bernd Hausmann, der das Unternehmen 2006 in Nürnberg gegründet hat, kann sich weitere Läden im Ausland vorstellen: „Wir sind gerade dabei Standorte zu sichten. Unsere Concept Stores sind sehr erfolgreich und wir sind dabei in den Innenstädten endlich ein überzeugendes nachhaltiges Angebot zu bieten. Viele Kunden fangen an umzudenken und nach den Lebensmitteln oder der Kosmetik auch ihren Kleiderschrank nachhaltiger zu gestalten”, erklärt er.

Auf einem guten Weg

Die derzeitige Krise habe diesen Trend weiter verstärkt: „Gerade in der Krise hat sich doch gezeigt, dass wir endlich einen Wertewandel in der konventionellen Modeindustrie brauchen”, sagt Hausmann. Dabei sieht er die gesamte Branche in der Pflicht: „Die Krisenpolitik der Textildiscounter war beschämend für unsere Branche. Wenn bereits vergebene Aufträge wieder storniert werden und dadurch billigend in Kauf genommen wird, dass die Textilarbeiter plötzlich arbeitslos werden und existentiell bedroht sind, dann sind wir alle aufgefordert, diesen Geschäftspraktiken Einhalt zu gebieten”, erklärt der Glore-Gründer.

Auch er habe in seinen Läden in den  ersten Wochen sehr mit der Krise zu kämpfen gehabt. Aktuell seien die Umsätze aber fast wieder auf Vorjahresniveau. „Wir sehen uns auf einem guten Weg. Sollte sich die Entwicklung so fortsetzen und kein zweiter Shutdown kommen, dann werden wir an unseren Zielen für 2020 festhalten. Wir wollen weiterhin unseren Beitrag dazu leisten, die Mode nachhaltiger zu machen”, fasst Hausmann zusammen.

Glore steht für „globally responsible fashion”. Darunter verstehen die Macher „den Respekt vor den Menschen, die sie produzieren und die Rücksicht auf die Natur, die die Rohstoffe liefert. Diesem Grundsatz entspricht die komplette Wertschöpfungskette unserer Produkte. Und reicht damit vom Anbau der Rohstoffe bis zur Weiter- und Endverarbeitung”. Bei der Auswahl der Produkte und Marken werde auf die Zertifizierung durch das internationale Siegel GOTS geachtet.

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