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Store des Tages Herbst 2019

Gradlinig in Warendorf: Der Name ist Programm


Gradlinig
Hell und offen, so präsentiert sich das Womenswear-Geschäft Gradlinig nach dem jüngsten Facelift.
Hell und offen, so präsentiert sich das Womenswear-Geschäft Gradlinig nach dem jüngsten Facelift.

„Mode ist meine Welt“, sagt Bianca von den Benken. Und das nimmt man der 51-Jährigen sofort ab, wenn sie voller Begeisterung über ihren Laden Gradlinig im nordrhein-westfälischen Warendorf bei Münster erzählt. Schon von Kind an mit der Mode fest verbunden, bereits ihre Eltern waren in der Branche tätig, ist sie nach einer Ausbildung zur Schauwerbegestalterin über verschiedene Stationen mehr und mehr auch in Verkauf und Einkauf hineingewachsen. Und diese Fähigkeiten kann sie in ihrem Geschäft, das sie gemeinsam mit ihrem Partner Frank Szeleschus betreibt, voll und ganz ausspielen.

Store des Tages: Gradlinig in Warendorf

Vor rund sieben Jahren eröffnet, war jetzt nach mehreren kleineren und größeren Sortimentsveränderungen auch ein Facelift des 180m² großen inzwischen reinen Womenswear-Ladens fällig. Die Einrichtung hat von den Benken größtenteils selbst gestaltet, ohne einen klassischen Ladenbauer. Viele der Einbauten stammen von einem Warendorfer Schreiner. Der Style der neu gestalteten Fläche, die sich über zweieinhalb Geschosse in einem denkmalgeschützten Haus erstreckt, ist retro-inspiriert im sechziger Jahre Stil. „Mit Großstadt-Flair”, diese Rückmeldung erhalten die Macher von vielen ihrer Kunden nach dem Umbau.

Mid-Century-Sessel treffen auf schlichte weiße Regaleinbauten. Neu sind die vielen Grünpflanzen, die das wohnliche Ambiente im Store rund machen. „Man muss Atmosphäre schaffen, damit der Kunde Lust hat zu verweilen“, sagt Bianca von den Benken. Dazu gehört auch die neue Kaffeebar, an der sie ihre Kunden zu Bio-Kaffee und Kaltgetränken einlädt. Ein Kundenwunsch sei es zudem gewesen, mehr Ware hängend anstatt auf Tischen zu präsentieren. „Da trauen sich die Kunden eher, etwas anzufassen“, hat von den Benken festgestellt.

Insgesamt sei der Laden heller und offener geworden. Die Lichttechnik wurde im Zuge des Umbaus komplett auf LED umgestellt (Licht.Lev, Leverkusen) und in den offenen Schaufenstern gibt es jetzt Regale statt Rückwänden. Farbe ins Spiel kommt in erster Linie durch das orange Band, das sich unterhalb der Decke durch den Laden zieht.

Gradlinig, der Name ist aber nicht nur Programm, wenn es ums Store Design geht, sondern auch bei der Zusammenstellung des Sortiments. „Nicht extrem dekoriert, aber modisch und ausgefallen“, beschreibt von den Benken ihr Angebot. Der Mix aus Marken und Preislagen, mache Gradlinig aus. „Bei uns soll niemand Schwellenangst haben, jeder soll reinkommen und etwas finden.“ Ihre Kundinnen, die sie gemeinsam mit einer Vollzeit- und einer Teilzeitkraft sowie sechs Aushilfen bedient, seien von 20 bis 80 Jahre alt. Bei ihr suchten sie das Besondere, nicht die Basics. So habe sie z.B. kaum einfache T-Shirts im Sortiment.

Gute Erfahrungen macht sie mit skandinavischen und holländischen Labels wie Coster Copenhagen, die sie neu im Sortiment hat, MbyM und Jacken von Beaumont Amsterdam. Ansonsten führt sie Blauer, Drykorn, White Label, Sophie, Herrlicher und Goldgarn Jeans, um nur einige zu nennen. Bei Schuhen sind Philip Hog, Sneaker von D.A.T.E. und Tango im Sortiment. Zudem gibt es auch Taschen, etwa von Smaak und Hvisk. Grundsätzlich kaufe sie alle diese Kollektionen sehr modisch ein. Auch Marken-Überschneidungen am Ort versucht von der Benken zu vermeiden. Dafür sei Warendorf mit seinen 40.000 Einwohnern ganz einfach zu klein.

    

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