Store des Tages Herbst 2020

Neuer Look zum Geburtstag

Modehaus Kammann
Marktplatz nennt das Modehaus Kammann die wie ein Store im Store wirkende Fläche. Hier wechselt das Sortiment monatlich
Marktplatz nennt das Modehaus Kammann die wie ein Store im Store wirkende Fläche. Hier wechselt das Sortiment monatlich

125 Jahre wird das Modehaus Kammann in diesem Jahr alt. Perfekter Anlass für die Schwestern Alica und Janine Kammann, die das Unternehmen seit 2005 in vierter Generation führen, das Stammhaus komplett umzubauen. Auch wenn dieser durch Corona jetzt etwas anders aussieht wie geplant.

Erst seit wenigen Stunden hat das Modehaus Kammann in Osterholz-Scharmbeck nach dem großen Umbau seines Stammhauses offiziell wieder eröffnet, als Janine Kammann sehr glücklich am Telefon sagt: „Die Resonanz der Kunden auf den Umbau ist sehr gut. Einige haben uns sogar gefragt, ob wir jetzt auch teurer werden.“ Dabei haben Janine Kammann und ihre Schwester Alica mit der sie gemeinsam das Unternehmen in Norddeutschland führt, am Sortiment kaum etwas verändert. Vielmehr hatten sich die Schwestern, die in vierter Generation seit 2005 am Ruder sind, vorgenommen, Haus und Unternehmensauftritt radikal zu modernisieren. Insgesamt sieben Filialen gehören zum Unternehmen, darunter auch einige reine Wäschefilialen. Erst 2019 eröffneten die Schwestern in Verden eine neue Wäschefiliale, mit 100m² ist es die kleinste des Unternehmens. Im Jubiläumsjahr wurde jetzt das größte Haus umgebaut.

Store des Tages Herbst 2020: Modehaus Kammann in Osterholz-Scharmbeck



„Beim Umbau haben wir sehr darauf geachtet, eine eigene CI herauszuarbeiten.“ Dafür schauten sich die Schwestern viele Läden an, erstellten Moodboards und  arbeiteten eng mit der Innenarchitektin Agnes Karsch sowie der Beratung Focus Retail Consulting zusammen. Die 1600m² große Fläche wurde komplett auf den Kopf gestellt, Rückwände und Mittelraummöbel erneuert, der Kassentresen ausgetauscht, neue Bodenbeläge verlegt. Die Fläche, die sich über zwei Geschosse und zwei Zwischengeschosse erstreckt, wurde so neu strukturiert. Klare Farbwelten geben den Besuchern zudem Orientierung. So wurde die DOB im Erdgeschoss in Rosatönen gehalten, die HAKA im ersten Geschoss in Rauchblau. In der Wäsche- und Young Fashion-Abteilung dominieren senfgelbe Töne.

Bei der Gestaltung der Fläche setzten die Schwestern zudem auf viel Holz, unter anderem als Lamellen zur Wandverkleidung. „Ein Wermutstropfen ist, dass wir aufgrund von Corona den Austausch der Beleuchtung erst einmal verschieben mussten“, sagt Kammann. Ebenfalls auf Eis gelegt, wurde der Anbau eines Cafés im ersten Stock. „Im Lockdown haben wir entschieden, dass wir den Umbau erst einmal ohne Gastrofläche realisieren“, sagt Kammann.

Dafür haben sie infolge von Corona neue Ideen für die Fläche entwickelt. „Wir haben einen großen Holztisch mit mehreren Präsentationsflächen bauen lassen. Dort bieten wir jetzt Kunsthandwerkern aus der Region, die Möglichkeit, ihre Produkte auszustellen“, sagt Janine Kammann. Die Anbieter wechseln regelmäßig, so sollen auch die Kunden immer wieder einen Aha-Effekt im Laden erleben.

Generell hat das Traditionsunternehmen einen hohen Stammkundenanteil. In der Kundendatei befinden sich mehr als 50.000 Adressen. Ihnen immer wieder etwas Neues zu bieten, dass spiegelt sich jetzt auch deutlich auf der Fläche wider. So wurde im Eingangsbereich des Ladens mit einer hausähnlichen Gitterstruktur sozusagen ein Store im Store errichtet. „Wir nennen das unseren Marktplatz, hier wechseln Thema und Anbieter monatlich.“ Das könnten Mode-, aber auch etwa Dekothemen sein.

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