Store des Tages Herbst 2020

Brinckmann&Lange in Leipzig

Martin Baitinger

Die Juwelier- und Uhrmacherkette Christ hat im vergangenen Jahr die Traditionsmarke Brinckmann&Lange wiederbelebt. In Leipzig hat jetzt der erste Store der höherpreisig positionierten Marke mit einem neuen Ladenauftritt eröffnet. Oberste Prämisse dabei: Für die Kunden eine Wohlfühlatmosphäre schaffen.

"Uns liegt es am Herzen, dass die Boutique möglichst transparent, offen und einladend gestaltet ist. Wir haben keinen Doorman, man muss auch nicht klingeln, sondern kann durch die Schaufenster durch die Boutique blicken und ohne Hemmungen eintreten", sagt Arthur Oesterle, Leiter Brinckmann&Lange (B&L). Auch wenn die Kette eine hundertprozentige Tochter von Christ ist, wird das Unternehmen komplett eigenständig geführt.

Brinckmann&Lange: Neuer Auftritt in Leipzig

Im vergangenen Jahr wurde die Marke von Christ zurück an den Markt gebracht. Ende des 19. Jahrhunderts in Bremen von Adolph Brinckmann gegründet, war das Unternehmen 1990 von Christ übernommen worden. Ab 2000 firmierten dann alle Filialen unter Christ. "Das neue Konzept ist deutlich über Christ positioniert und dafür erschien uns der Traditionsname sehr passend", sagt Oesterle. Zum Markenportfolio gehören Uhren und Schmuck unter andere von Rado, Ebel, Omega, Breitling, Longines, Porsche, Tissot, Tagheuer, Junghans und Zenith. Trotz des Premium-Sortiments will das Unternehmen in den Läden vor allem eines vermitteln: "Die Kunden sollen sich so fühlen, als ob sie bei einem Freund zu Besuch sind", sagt Oesterle.

Dieser Ansatz spiegelt sich deutlich in der Gestaltung des Ladens wider. Zusammen mit den Architekten von Heikaus hat B&L den 125m² großen Laden wie eine Wohnung gestaltet. Das beginnt schon bei der Lichtgestaltung, bei der besonders auf eine warme Lichtfarbe geachtet wurde. Rückwände mit einer Kassettenstruktur, die sich so auch in den Schaufenstern aufgegriffen werden, sowie der Parkettboden in Fischgrätmuster unterstreichen den wohnlichen Anspruch. Es gibt eine Kaminecke, ein Wohnzimmer, in dem ein Sofa und Sessel zum Hinsetzen einladen sowie eine Kücheninsel. "Die ist voll funktionsfähig, wir haben viele Ideen für Events, die wir durch Corona jetzt erst einmal auf Eis legen mussten", sagt Oesterle.

Verbindendes Element ist die Farbgebung, in der vor allem die petrolfarbenen Elemente herrausstechen. Einzige Ausnahme: der in Rot gehaltene Shop-in-Shop-Bereich von Omega. "Uns war es wichtig, dass es einladend und unprätentiös wirkt und nicht wie eine polierte Luxusfläche", sagt Oesterle über das Konzept. Mit der ersten Resonanz der Kunden ist er zufrieden. Die Umsätze seien im Vergleich zum Vorjahr, als noch Christ die Fläche belegt hatte, zweistellig im Plus. Das Unternehmen sei schon auf der Suche nach weiteren Standorten.

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