Store des Tages Herbst 2020

Vier unter einem Dach in Hamburg

Slowear
Fluchtpunkt: Im Slowear-Laden wird der Besucher magnetisch in die Lounge gezogen.
Fluchtpunkt: Im Slowear-Laden wird der Besucher magnetisch in die Lounge gezogen.

Das Unternehmen Slowear vereint mit Incotex, Zanone, Glanshirt und Montedoro vier Produktspezialisten. Jetzt hat die Firma in einem früheren Kontor in Hamburg den zweiten deutschen Laden aufgemacht. Mit Mut zur Farbe und einer Lounge, in der es sich aushalten lässt.

Not macht erfinderisch. Weil Roberto Compagno wegen Covid-19 nicht reisen konnte, musste sich der Slowear-Chef den Laden in Hamburg eben über das Mobiltelefon anschauen. Der Immobilienmakler führte ihn im Videotelefonat durch den Raum und leuchtete mit der Handykamera jeden Winkel aus. Das, was Compagno sah, gefiel ihm so gut, dass er den Mietvertag unterschrieb.


Jetzt hat Slowear den Laden im Hamburger Paulsenhaus am Neuen Wall 72 eröffnet. Nach dem Store in München ist es der zweite in Deutschland. Er misst 105m2 und befindet sich unmittelbar bei den City-Fleeten mit der Alsterschleuse und der Binnenalster. „Wir richten uns nicht an Touristen. Wir wollen für das Hamburger Publikum zur Referenzgröße werden“, sagt Compagno.

In dem Laden präsentiert Slowear seine Marken Incotex, Zanone, Glanshirt und Montedoro. Während viele Unternehmen als Spezialisten beginnen und das Sortiment dann zu einer Total Look-Kollektion auffächern, hat das Unternehmen aus der Nähe Venedigs vier Produktspezialisten unter einem Dach zusammengefasst. Mit Incotex für Hosen, Zanone für Strick, Glanshirt für Hemden und Montedoro für Sakkos und Mäntel hat Compagno vier Labels mit eigenen Identitäten versammelt.
 
Der Name Slowear macht deutlich, was alle vier Labels miteinander verbindet. Es geht nicht um Mode, die mit jeder Saison wechselt, sondern um einen zeitlosen Stil, der eine Lebensphilosophie ausdrückt. Wer die Labels von Slowear trägt, der genießt trotz aller Hektik des Alltags die schönen Momente. Nicht umsonst veröffentlicht Slowear ein eigenes Magazin, das an Monocle erinnert.

Dementsprechend sind die Slowear-Läden keine Monobrand-Stores im klassischen Sinn, sondern gleichen vielmehr inhabergeführten Multibrand-Läden, die etwas Individuelles an sich haben. Der Laden in Hamburg wurde von dem Architekturbüro Carlo Donati entworfen, das den Raum „durch völlig neue Formen und Farben zum Sprechen“ bringe, heißt es bei Slowear.

Roberto Compagno: "Wir wollen in Hamburg zur Referenzgröße werden."
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Roberto Compagno: "Wir wollen in Hamburg zur Referenzgröße werden."
Über den anthrazitfarbenen Boden im Fischgrätenmuster liegt ein ingwerfarbener Teppich ausgebreitet. Die Raumteiler sind mit grün-geometrischer Dekoration versehen. Ein halbrundes Sofa aus den 30er-Jahren aus hellblauem Samt trifft auf einen Sessel aus den 50er-Jahren, der mit gelbem Samt überzogen und mit weißem Stoff umrandet ist.

Zum Verweilen lädt eine Lounge im hinteren Teil des Ladens ein, die durch zwei Wände aus gekreuzten, gerippten und mikroperforierten Messingblechen vom Eingangsbereich abschirmt wird. Als szenografische Kulisse dient das Wandregal aus gebogenen Regalen aus rubinrotem Plexiglas, das von hinten beleuchtet wird. Wer Zeit mitbringt und sich auf Sofa oder Sessel setzt, dem werden auf Wunsch ein Espresso oder ein Glas Prosecco gereicht. Anstoßen auf eine gute neue Nachbarschaft!

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