Store des Tages Herbst 2021

Koko Selected: Drei Frauen, ein Traum, ein Laden

Koko Selected
Jungunternehmerinnen in Sachen Nachhaltigkeit: Die Freundinnen Katrin Nordhaus, Pia Landwehr und Karla Schumann haben Koko Selected gegründet.
Jungunternehmerinnen in Sachen Nachhaltigkeit: Die Freundinnen Katrin Nordhaus, Pia Landwehr und Karla Schumann haben Koko Selected gegründet.

Die Geschichte von Koko Selected klingt ein wenig wie ein Mädchentraum, der wahr geworden ist. Pia Landwehr, Karla Schumann und Katrin Nordhaus sind beste Freundinnen seit ihrer gemeinsamen Grundschulzeit in Dortmund. Am kommenden Donnerstag eröffnen sie gemeinsam einen Concept Store in Düsseldorf.

Schon früher hätten sie sich nicht vorstellen können ihr Leben lang "konservativ" zu arbeiten, erzählt Pia Landwehr die Entstehungsgeschichte ihres Stores für nachhaltige Mode und Secondhand. Der Gedanke, irgendwann einmal auch beruflich gemeinsame Sache zu machen, habe sie in den vergangenen Jahren nie losgelassen. In welche Richtung es gehen sollte, war allerdings absolut offen. Mit Mode waren die drei bislang zumindest auf professioneller Ebene nicht in Berührung gekommen. Studiert haben alle drei etwas ganz Handfestes: Betriebswirtschaftslehre (Katrin und Karla) bzw. Wirtschaftswissenschaften (Pia). Nicht die schlechteste Voraussetzung, um sich in das Abenteuer Einzelhandel zu stürzen.

Vor gut einem Jahr, mitten in der Corona-Krise, reifte die Idee der drei 32-jährigen Frauen, die mittlerweile alle in Düsseldorf leben. "Wir wollten etwas Sinnvolles schaffen, einen Ort, an dem KundInnen bewusster konsumieren können, an den sie gerne kommen und Secondhand-Ware in einem Ambiente wie in einer schönen Boutique vorfinden", sagt Pia Landwehr.

Store des Tages Herbst 2021: Koko Selected in Düsseldorf


Bei der Suche nach einem geeigneten Ladenlokal wurden sie im Düsseldorfer Stadtteil Flingern fündig. Ein Glücksgriff. Wie gemacht für ihr Konzept, umgeben von kleinen Cafés und individuellen Geschäften mit den unterschiedlichsten Sortimenten – und erschwinglich. Zuvor habe sich in den Räumlichkeiten ein Friseur befunden. "Wir sind eher vorsichtig und sehr gut vorbereitet", erzählt Pia, die als einzige als Storemanagerin in Vollzeit einsteigt. Die Entscheidung für den Einzelhandel sei immer ein Risiko, das sei ihnen klar. Um dieses überschaubar zu halten, hat das Trio eine GmbH gegründet, verschuldet hätten sie sich nicht. Alles sei aus Erspartem finanziert. So wurde auch der Laden  mit viel Eigenleistung, ganz ohne Architekten liebevoll selbst gestaltet. Clean und aufgeräumt soll die Atmosphäre sein. Größtenteils Schwarz/Weiß mit korallfarbenen Akzenten. Die Umkleidekabinen sind ein wenig vom eigentlichen Verkaufsraum abgetrennt. Hier gibt es eine Sitzecke und Raum für Kids und Shopping-Begleitung. In Zukunft wollen sie den KundInnen und Wartenden dort auch einen Kaffee anbieten.

Alles fair

"Nachhaltigkeit soll nicht unser Aushängeschild sein, aber immer der Hintergrund", erklärt Landwehr, wie sie bei der Zusammenstellung des Sortiments vorgegangen sind. Den Anteil der Neuware schätzt sie auf 20 bis 30%. Die Auswahl der Produkte, die außer Womenswear auch Homeware und Schmuck umfasst, sei rechercheintensiv gewesen. Die nachhaltigen Kriterien nicht immer klar offengelegt und nachvollziehbar. Bei Bekleidung sei das noch am einfachsten gewesen. Entschieden haben sich die drei Neu-Unternehmerinnen zum Start für das Label Story of Mine aus Münster. Der zeitlose Style und die hochwertige Qualität passten perfekt zu ihrem Konzept. Dank QR-Codes auf den Etiketten sei die Produktionskette nachvollziehbar. Das gefällt ihnen. "Wir wollen nur Marken anbieten, die fair produzieren und nachvollziehbar sind."

Im Bereich Homeware wurden sie bei Tranquillo (ausgefallene Keramik-Teile) und Liv Interior für Heimtextilien und Dekoration fündig. Außerdem gibt es minimalistischen Schmuck von Fejn Jewelry, größtenteils aus recyceltem Silber, Papeteriewaren von Leo La Douce und Seifen von Myrtel and Soap. Von allem immer nur ein paar ausgesuchte Teile. "Wir gehen nicht in die Breite." Die Secondhand-Ware nimmt Koko Selected auf Kommissionsbasis für rund drei Monate an. Der Verkäufer erhält 40% vom erzielten Verkaufspreis. Angekauft wird was gefällt. Aber die Teile sollten möglichst von zeitloser Modernität und guter Qualität sein. "Auf bestimmte Marken sind wir nicht festgelegt", sagt Pia Landwehr. Der Ankauf laufe gut, für den neuen Store getrommelt wird derzeit in erster Linie über Instagram. Das Startsortiment steht auf jeden Fall schon mal. Jetzt müssen nur noch die KundInnen kommen.

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