Store des Tages Herbst 2021

No Regrets - my Store: Neuer Mix für Würzburg

Florian Maldoner

No Regrets – diese Worte sind unübersehbar auf Lena Grohs rechter Hand zu lesen. Viel mehr als nur ein Tattoo, ein Lebensmotto, eine Art Mantra. Und jetzt auch der Name ihres Stores, den die 37-jährige Würzburgerin im August in ihrer unterfränkischen Heimatstadt eröffnet hat.

Die Namensfindung habe quasi am Küchentisch stattgefunden, als sie darüber nachdachte und ihr Blick auf den Schriftzug fiel: „Das bin ich. Ich möchte nie bereuen müssen, etwas nicht getan zu haben. “ Und dafür stehe auch ihre Entscheidung, den sicheren Job bei H&M – zuletzt acht Jahre als Storemanagerin in Würzburg – über Bord zu werfen und etwas Eigenes zu wagen. Der Gedanke an einen eigenen Store sei schon lange da gewesen, erzählt sie „Das ist wohl der Lebenstraum vieler Menschen, die Mode lieben.“ Gekündigt hat sie zum Juni 2020, mit einer Idee und einem Business-Plan, aber noch ohne passende Immobilie. „Wenn ich etwas mache, dann ganz oder gar nicht“, sagt Groh.

Store des Tages Herbst 2021: No Regrets - my Store in Würzburg


Erst im Dezember wird sie fündig. Die rund 140m² große Fläche in der Blasiusgasse passt perfekt zu ihrem Konzept. Eine gut frequentierte 1B-Lage mit großzügigen Schaufensterfronten. Den Zuschlag erhält sie im Februar 2021. Mitten im Lockdown. Innerhalb von zweieinhalb Wochen muss der komplette Einkauf für die Herbst-/Wintersaison erledigt werden. Was sie will, weiß sie genau: „Etwas ganz Neues für Würzburg. Brands, die es am Standort noch nicht gibt. Modisch, hochwertig, besonders. Ein Mix aus Womenswear, Beauty, Accessories und Living.“

Showroom-Besuche, Internet-Recherchen, private und professionelle Tipps hätten dazu beigetragen. „Im Sales und Visual Merchandising bin ich Profi, Einkauf war etwas komplett Neues für mich“, sagt Lena Groh. Zum Glück habe es bei den meisten Firmen geklappt hat und das Sortiment stand pünktlich zur Eröffnung Ende August:  Aeron, Ducie, Extreme Cashmere, Maiami, Vicky Rader, die Denim-Labels Citizens of Humanity, Agolde und R13 sowie Athleisure-Wear von Lune Active. Von Senkrechtstarter Autry führt sie neben den Sneakern auch Bekleidung. Schuhe gibt es außerdem von Ash und Ducie sowie die bunten Clogs von Xocoi. Bei Lingerie fokussiert sie sich auf Love Stories, ein Label, das vom Start weg bei den Kundinnen extrem gut ankomme. Schmuck gibt es von Maria Black und Johanna Gauder. Accessoires von PB0110, Stand Studios, Balcon Preysing und Unio Hamburg. Abgerundet wird das Angebot durch Wohnaccessoires von Jonathan Adler und die Parfums von Bon Parfumeur, die sich auch optisch perfekt ins Ladenbild einfügen. Zum Frühjahr 2022 kommen noch Nanushka, Stand Studios und Arizona Love hinzu.

Parallel dazu hat die Unternehmerin den Online-Shop aufgebaut: "Den Aufwand habe ich unterschätzt". Im Angebot ist dort nämlich, bis auf Parfüm, das gesamte Sortiment von No Regrets. Wichtig sei ihr, das dort stets der Echtzeitbestand angezeigt wird. "Nicht auf Lager", wenn jemand online bestellt hat, gehe gar nicht, sagt Groh. Beim Kassensystem setzt sie deshalb auf den Anbieter Flour. Der Online-Shop habe sich für sie aber auf jeden Fall schon gelohnt und "einiges an Mehrumsatz" gebracht.
„Wenn ich etwas mache, dann ganz oder gar nicht.“
Lena Groh
Bunt gemixt, wie das Sortiment, ist auch der Laden. „Ich wollte Farbe und Pflanzen, das ewige Beige und Creme kann ich nicht mehr sehen“, sagt Groh. Um ihre Idee reifen zu lassen habe sie viel auf Social Media-Kanälen recherchiert, Moodboards erstellt und schließlich in der Firma Konhäuser aus Estenfeld bei Würzburg den perfekten Partner gefunden, der ihre Ideen zügig umsetzte und um seine Ladenbau-Expertise ergänzte.

Besonders wichtig sei es ihr gewesen, dass es ein Ort zum Verweilen wird. Großzügig, mit Raum, auch für Gespräche. Die kleine Sitzecke, mit einem dekorativen Metallvorhang von der Lingerie-Abteilung abgetrennt, ist so ein Ort. Oder die auffällige, großzügige Theke mit Fliesen-Optik und einer grünblau verspiegelten Rückwand. Dort geht’s nicht nur ums Kassieren, es kann auch Ware präsentiert werden oder man kommt – so wie an einem Bartresen – ins Gespräch.

Holz, Stahl und Fliesen bilden einen modernen Mix. Sichtbeton an den Wänden, ein Gussboden in Betonoptik und dezente pulverbeschichtete Regale stellen den Rahmen für die Ware. Einladend soll es wirken, um sich inspirieren zu lassen und gemeinsam Spaß an der Mode zu haben. Damit nicht nur Lena Groh sagt, das ist "my Store", sondern auch ihre Kundinnen.

 

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