Store des Tages Frühjahr 2020

Hiestermann in Bergen: Eiche, Edelstahl, Digital

Hiestermann

Bergen, Kreis Celle. Knapp 14.000 Einwohner. Der Name Hiestermann steht in der Kleinstadt seit 1930 für Mode. Die Familie betreibt das Unternehmen erfolgreich in der dritten Generation. Neben Hermann Hiestermann Senior und seiner Frau Gabi trat 2017 ihr Sohn Hermann (32) ins Unternehmen ein.

Das Familienunternehmen ist Platzhirsch in der Stadt und Vollsortimenter. Aus Platzgründen aufgrund der historischen Bebauung sind die Abteilungen in mehrere Läden aufgeteilt: Das Damenmode-Haus an der Bahnhofstraße (Erdgeschoss und erstes Obergeschoss: rund 700m²), ein Herrenmode-Haus gegenüber (Erdgeschoss und erstes Obergeschoss: rund 450m²), ein Kindermode-Laden an der Celler Straße (Erdgeschoss: rund 150m²) und ein Wäschegeschäft an der Celler Straße (Erdgeschoss: rund 150m²).

Nach Erweiterung des HAKA-Hauses vor fünf Jahren und Investition in ein neues Warenwirtschaftsystem (Hiltes) im Jahr 2018 war es jetzt Zeit für die Modernisierung des Obergeschosses im DOB-Haus. Im Sortiment finden sich Namen wie Rabe, Bianca, Raphaela by Brax, Taifun, Betty Barclay, Gerry Weber und S. Oliver Black Label. Große Größen gibt es von Via Appia Due, Outdoor-Fashion von FuchsSchmidt, Wellensteyn, Katag und Lebek. Außerdem führt Hiestermann Anlassmode.

Store des Tages Frühjahr 2020: Modehaus Hiestermann, Bergen



„Die Flächenproduktivität im Obergeschoss war gut. Doch wir dachten uns, dass die Gestaltung der Abteilung unserer tollen Ware und unseren tollen Mitarbeitern entsprechen soll“, begründet Hermann Hiestermann Junior den Umbau.

Für die Neugestaltung holten die Niedersachsen Kunze Ladenbau aus Elmshorn sowie D&L Lichtplanung aus Menden an einen Tisch. Schnell wurde klar, dass es mehr wird als ein wenig Kosmetik. Neben Licht, Boden, Rückwänden und Warenträgern wurden von örtlichen Handwerkern unter anderem Fenster, Heizung und die gesamte Elektrik erneuert. Nicht zu vergessen die Treppe aus massivem Eichenholz von 1965, die unter einer dicken Lage von Kleber und Teppichboden verborgen war.

Altes neu entdeckt

Den Handwerkern gelang das Kunststück, das Eichenholz wieder zum Vorschein zu bringen und es wie neu aussehen zu lassen. Einen Kontrast dazu schafft ein filigranes Geländer aus Edelstahl und Glas. Den letzten Pfiff bekam der Aufgang ins Obergeschoss, indem die zuvor verspiegelten Wände mit weiß lasierten Lamellen aus massivem Holz verkleidet wurden. Ebenso wie das gesamte Obergeschoss wird auch die Treppe mit LED-Leuchten erhellt.

Des Weiteren wurde unter anderem ein vorhandenes Fenster mit einem Großfoto verkleidet. Im Bereich Anlassmode entstanden neue, großzügige Umkleidekabinen, neue Warenträger aus anthrazitfarben lackiertem Reckteckrohr vor leicht strukturierter Tapete und lasierten Wänden aus Holzlamellen sind optisch unauffällig und lassen die Ware in den Vordergrund treten. Der Boden wurde erneuert mit einem Belag aus Vinyl in Holzoptik. Blickfänger der Abteilung ist eine Wand mit glänzend grünen Fliesen. Abgerundet wird der neue Auftritt durch eine Sitzecke.

Klares Bekenntnis zur Region

85% der Kunden von Hiestermann kommen aus der Region im Radius von etwa 25 bis 30 km. Das Unternehmen beschäftigt 30 Mitarbeiter (nach Köpfen) und setzt auf Kundenbindung sowie Beratungsqualität. Voraussetzung dafür sei ein gutes Betriebsklima, sagt der Seniorchef. Ihm und seiner Frau sei die Zufriedenheit der Angestellten wichtig. Daher gibt es in der Küche täglich ein Mittagessen. Die Arbeits- und Urlaubszeiten seien sehr flexibel geregelt. „Wir finden immer eine Lösung.“ Offenbar hat sich das rumgesprochen: Das Modehaus habe kein Problem, jährlich zwei gute Auszubildende zu finden.

Und neue, digitale Entwicklungen? „Davon halten wir viel und verfolgen aufmerksam die Entwicklungen“, sagt der Seniorchef. Wenig halten die Bergener Modehändler von der Eröffnung eines Webshops, viel dagegen von der Digitalisierung von Prozessen. Die 2018 angeschaffte Warenwirtschaft beispielsweise sei direkt mit der Buchhaltung verknüpft, was früher nicht möglich gewesen sei. Des Weiteren sei das Unternehmen im Internet sichtbar, die Website auch für Smartphones optimiert. Die Kundenkommunikation erfolge stark über Facebook und Instagram. Nicht zuletzt sei es für die Verkaufsmitarbeiter längst Routine, mit Hilfe der Clara-App auf ihren Smartphones beim Kundengespräch die Bestände der Lieferanten abzufragen. „Es geht darum, die Warenverfügbarkeit und Bequemlichkeit für die Kunden zu erhöhen.“ Der Junior ergänzt: „Labels gibt es überall. Nicht aber unsere Beratungsintensität. Wir sehen uns als Gastgeber und Berater.“

Das hat sich bis ins knapp 40 Kilometer entfernte Designer Outlet in Bad Fallingbostel rumgesprochen. Hermann Hiestermann Junior: „Wir hatten schon Kunden, die im Outlet vergeblich einen Anzug suchten und von dort zu uns geschickt wurden.“

 

 

 

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