TW-Testclub

Die Umsätze in der 9. Woche: Minus 16%

Mit einer hohen Vorlage von plus 15% war klar, dass ein Plus in der 9. Woche nur schwer zu erreichen sein würde. Zumal in die Woche - anders als im Vorjahr - der Karneval gefallen ist. Dass der TW-Testclub für die vergangene Woche einen Umsatzrückgang von 16% meldet, hat aber noch eine andere Ursache.

Karneval und Corona haben es dem stationären Modehandel in der vergangenen Woche schwer gemacht. Anders als im Vorjahr fielen Rosenmontag und Faschingsdienstag in die 9. Woche. Vor allem in den Karnevalshochburgen im Westen des Landes hatten viele Händler an den zwei Tagen nur eingeschränkt geöffnet.
 
Die beiden fehlenden Verkaufstage haben sich natürlich bei der Wochenauswertung bemerkbar gemacht. Dazu kam eine hohe Vorlage aus dem Vorjahr von plus 15%.

Und eben das Coronavirus. Nach der Zunahme der Infektionsfälle in Italien stiegen auch hierzulande die Zahlen. Zeitweise standen deutschlandweit bis zu 1000 Menschen unter Quarantäne. Messen und Großveranstaltungen wurden abgesagt, mancherorts schon von Hamsterkäufen in den Supermärkten berichtet. Im Modehandel herrschte hingegen vielerorts gähnende Leere. Zumal auch Schnee, Schauer und Stürme nicht gerade für passendes Shopping-Wetter sorgten.

Vor dem Hintergrund dieser Gemengelage überrascht das schwache Wochenergebnis kaum. Der TW-Testclub meldet eine Umsatzrückgang von im Schnitt 16% im Vergleich zum Vorjahr. Das ist die schwächste Wochenentwicklung seit Ende August 2019. Damals meldete das teilnehmerstärkste Panel im stationären Modeeinzelhandel Deutschlands ein Minus von 17%.

Umsatzrückgang vor allem im Konsum-Genre

An vier von fünf im TW-Testclub erfassten POS lagen die Umsätze in der vergangenen Woche unter Vorjahr. Zwei Drittel aller Teilnehmer verzeichneten ein zweistelliges Minus. Dabei hat es vor allem die Monolabel-Anbieter im konsumigen Bereich getroffen. Sie meldeten einen Umsatzrückgang von 29% im Vergleich zum Vorjahr. Dagegen haben etwa die Multilabel-Händler mit einem konsumigen bis mittleren Genre ein Umsatzminus von 5% verzeichnet. 

Auch regional gesehen gab es größere Unterschiede: Vor allem die Händler im Westen des Landes meldeten Einbußen. Ihre Erlöse sanken im Schnitt um 21%. Dies ist sicherlich auch auf die verkürzten Verkaufstage aufgrund der Karnevalstage zurückzuführen.
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