Markenzeichen roter Streifen. Die Luxusmarke Prada stellt den Kollektionspart „Linea Rossa” neu auf. Ab September werden die ersten Produkte der neu ausgerichteten Linie in den Verkauf gehen. Der Relaunch ist Teil einer größer angelegten Wachstumsstrategie der italiensichen Luxusmarke.

Während Prada in den vergangenen Jahren Federn lassen musste und Brands wie Gucci, Balenciaga und Saint Laurent die Aufmerksamkeit und Kaufkraft solventer Kunden mehr und mehr auf sich zogen, scheint jetzt die Kehrtwende eingeleitet. Für 2018 stellt CEO Patrizio Bertelli im Frühjahr Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Inklusive höherer Gewinnmargen. Ihren Teil daran soll in der wichtigen zweiten Jahreshälfte auch die jetzt wieder neu aufgelegte Linie Prada Linea Rossa haben, die Ende der 90er Jahre als tonangebend beim damaligen Luxus-Sportswear-Trend galt.



Ihr Debüt feierte das Konzept Linea Rossa im Jahr 1997. Auf der Mailänder Menswear-Show für Herbst 2018 waren erste Elemente der jetzt neu ausgerichteten Linie gezeigt worden. „2018 betont die Linie ihre Wurzeln, die in der Sportwear der 90er Jahren liegen”, heißt es so auch zum Relaunch aus dem Unternehmen. Technische Verarbeitungsdetails und Materialien stehen im Vordergrund. Der Anspruch sei, „High Fashion mit High Performance” zu verschmelzen.

So kommen Funktionslösungen von Gore-tex zum Einsatz sowie Futterstoffe von Primaloft. Zudem wurden verstärkt Thermo-Verbindungen genutzt, um soweit möglichst auf wasserdurchlässige Nähte zu verzichten. Bei allem Sport-Spirit dominiert minimalistisches Design. Der markante rote Streifen mit dem Marken-Schriftzug kommt bei Jacken und Westen oberhalb linker Brusttaschen zum Einsatz, bei Techno-Hosen parallel zum auf Knöchelhöhe eingesetzten Reißverschluss.

Prada Linea Rossa sei kein Sub-Label, sondern füge sich in die Gesamtkollektion von Prada ein, heißt es aus dem Unternehmen. Der Neustart erfolge im September 2018 in ausgewählten Prada-Stores sowie mit internationalen Department-Stores. Auch in den Vertrieb über den eigenen E-Commerce dürften die Macher große Hoffnungen legen. Lange Zeit waren die Chefs der Luxusmarke erklärte Gegner des Online-Handels. Doch der Wind hat sich gedreht. Jetzt hat Online Priorität. Das Mailänder Luxusmodeunternehmen hat im Frühjahr 2017 mit Chiara Tosato eine Digitalchefin verpflichtet. Die Ziele sind ehrgeizig. Erzielt Prada aktuell rund 4 bis 5% des Umsatzes online und liegt damit unter dem Branchendurchschnitt von 7%, so sollen es bis 2020 rund 15% werden.
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