Der größte Zeremonienmeister ist abgetreten – die Schauen von Karl Lagerfeld für Chanel waren stets ein Garant für eine Inszenierung par excellence. Doch auch viele andere setzen mittlerweile auf Kulissen, die sich im Gedächtnis einprägen. Inszenierungen, die weit über die reine Präsentation von Bekleidung hinausgehen. Die sich eignen zum Posten und Teilen auf Instagram und Co. Die Kreativdirektoren bilden Bühnen für die Marke, füllen sie mit Leben und sorgen so für weltweite Reichweite in den sozialen Medien. Das sind die besten fünf der vergangenen Schauenrunde:  

Chanel


Die Show von Chanel wird jede Saison aufs Neue mit größter Spannung erwartet, nicht nur wegen der Mode. Egal ob Supermarkt, Demonstration oder mit Blumen umrankte Parklandschaft – die Inszenierungen von Karl Lagerfeld und seinem Team sind jetzt schon Geschichte. Dass die diesjährige Schau auch eine große Abschiedszeremonie werden würde, ahnten wohl die wenigsten. Doch als Karl Lagerfeld genau zwei Wochen vor der Show verstarb, war klar, dass diese Inszenierung mehr würde, als eine Modenschau in einer aufwendig gestalteten Kulisse.

Die Show startete mit einem Zitat Lagerfelds aus einem Chanel Podcast, gefolgt von einer Schweigeminute. Erst dann begannen die Models sich durch das naturgetreu nachgebildete Alpendorf zu bewegen – Schnee, charakteristische Häuser und Alpenpanorama inklusive. Am Ende der Show liefen alle Models zum Song Heroes von David Bowie durch die Szenerie, viele mit den Tränen kämpfend, begleitet von Standing Ovations. Es war emotional wie selten in der Mode und man darf gespannt sein, wie die Chanel Modenschauen in Zukunft aussehen werden.

Saint Laurent


Bei Saint Laurent setzte man dieses Saison auf eine gelungene Kombination aus Licht und Sound. Die Models liefen durch ein Spiegelkabinett aus Glühbirnen, die im Takt der Musik flackerten. So entstand ein Lichttunnel mit interessanten Spiegeleffekten, die vor allem gegen Ende der Show richtig zur Geltung kamen. Dann nämlich wurden fluoreszierende Looks gezeigt, die erst im Schwarzlicht ihre volle Wirkung entfalteten und sich unzählige Male in den gegenüberliegenden Spiegelwänden wiederholten.

Jacquemus


Ein romantischer Dorfplatz irgendwo in einem kleinen italienischen Städtchen, die Fassaden pastellig gestrichen, die Wäsche hängt vor den Fenstern im ersten Stock – diese Szenerie bildete den Hintergrund für die Jacquemus-Präsentation. Die Kleider korrespondierten immer wieder mit den Farben der Häuser: das kräftige Sonnengelb war ebenso auf beiden Seiten zu finden wie das pudrige Hellblau oder das pastellige Türkis.

Louis Vuitton


Nicolas Ghesquière erschuf für die Show von Louis Vuitton eine Replik des Inneren des nur wenige hundert Meter entfernten Museums Centre Pompidou. Die futuristische Szenerie erinnert an eine Fabrikhalle mit bunten Rohren in einem Metallgerüst, untermalt von elektronischer Musik. Warum er sich gerade diese Location ausgesucht hatte, ließ er das Publikum nach der Show wissen: Er hatte sich im Café Beaubourg beim Leute beobachten Inspirationen für seine Kollektion geholt. Dieses Café liegt direkt gegenüber des Centre Pompidou.

Moschino


Eine Barbie-Welt, überfrachtet mit Kitsch und Pomp. Fönfrisuren bis zum Himmel, Sportwagen und Spielautomaten. Was sich bei Moschino hinter dem sich langsam öffnenden Vorhang zeigte, war eine künstliche Welt voll übertriebenem Glamour. Jeremy Scott hatte sich die amerikanische Version von „Der Preis ist heiß“ zum Vorbild genommen und diese vollkommen überdreht auf seinem Catwalk dargestellt. Die Looks strotzten ebenfalls nur so von Gold und Dollar-Prints. Showtime statt Understatement – diese Aussage hat der extrovertierte Designer mit dieser Inszenierung ein weiteres Mal  klar gemacht.

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