Paris is always a good idea. Einmal mehr dann, wenn es um einen Blick auf die aktuellen Kollektionen und wichtigen modischen Impulse der Designerschauen geht. Debüts gab es in der französischen Hauptstadt genügend – allen voran Celine. Außerdem Gucci, dessen Kollektion Michele ausnahmsweise in Paris präsentierte. Auch Zadig & Voltaire ist nach einem Abstecher nach New York nun zurückgekehrt.

Dabei wird es, ähnlich wie zuletzt auch in Mailand zu beobachten, etwas ruhiger. Zwar gibt es weiterhin Muster, aber auch viele Uni-Pieces. Auf der einen Seite zwar satte Farbe, aber auch viele cleane Töne – und eine über allem ruhende, ruhigere und feminine Schnittführung. So auch bei Dior, wo Maria Grazia Chiuri mit einer dramatischen, von Tänzern untermalten Darbietung die neue Kollektion präsentiert. Mit Looks, die in Farbwahl und Silhouette Diors New Look zitieren. Nun aber versehen mit viel Netz, sanften Nude-Tönen, Schwarz und Weiß. Außerdem wird fast jeder Look kontrastiert mit der Saddle Bag, die zuletzt die sozialen Medien überschwemmte sowie mit wolkig gewaschenen Denims. Generell sind sanfte Töne und Durchblick, ob in Form von Netz, Organza oder Tüll, ein Thema. Selbst bei Gucci zeigen sich die Looks zwar weiterhin dekoriert und farbig, aber eine Nuance entspannter als zu Beginn von Micheles Amtszeit.

Leder ist darüber hinaus ein bestimmendes Element, wie stets so auch diesmal bei Hermès: entweder in Form von taillierten Kleidern, Midi-Röcken und Windbreakern, mitunter gar als lederiges Gitter oder als Einsätze an Kragen, Taille und Knopfleiste. Was hier in warmen Natur- und Lederfarben daherkommt, ist in den auf Millennials ausgerichteten Kollektionen aggressiver in Schwarz und Silber gehalten. So gesellt sich bei Celines Slimane-Premiere zu viel schwarzem Leder auch ordentlich Glanz, Schimmer und Paillette – viele vergleichen das mit Hedi Slimanes früheren Entwürfen für Saint Laurent.

Back to the 80s geht es, zumindest was Mäntel und Blazer angeht, dafür bei Balenciaga. Die überbreiten Schultern und der Fokus auf die Körpermitte erinnern an die Looks von Denver Clan und Dallas. Auch Isabel Marant bedient sich breiter Schultern und einer dank Gürtel betonten Taille, dazu kommen Langschaft-Boots und Denim, entweder im Patch oder mit Nieten. Auch aus der Vergangenheit, aber einem früheren Jahrzehnt, speist Natacha Ramsay-Levi bei Chloé ihre Inspiration. So erinnern Tapetenmuster, Hosen mit Schlag oder Braun-, Beige- und Grün-Nuancen an die Seventies. Dazu kommen artisanale Kordel-Gürtel, Gladiatoren-Sandalen und Leder-Bustiers, die der Kollektion einen Touch Hippie-Feeling verleihen. Ebenfalls verspielt und auf Muster getrimmt: Christian Wijnants. Er kombiniert Checks, Florales und Streifen aller Couleur.

Ganz im Gegensatz zu Off-White. Hier im Fokus: Weiß. Und Nike. So schickt Virgil Abloh Nike-gebrandete, gepatchte Leggings und Basketball-Trikots über den Laufsteg, aber im Kontrast dazu auch feminine weiße Lochspitzen-Röcke oder ein bodenlanges Ballkleid. Frische kommt also nicht ausschließlich über eine dezentere Farbgebung, sondern auch über die Schnitte. So fallen dem Betrachter nebst reichlich Midi-Röcken und Pencil-Skirts vor allem auch Radler und Bermudas ins Auge – bevorzugt als Konterpart zum Blazer. Ein Duo, das so auch schon in New York, Mailand und London gesichtet wurde. Neue Anzüge sind im Anzug.
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