Die Designer hinter Proenza Schouler, Lazaro Hernandez und Jack McCollough, waren für den Launch ihres ersten Parfüms „Arizona” in Deutschland. Die TextilWirtschaft hat mit ihnen darüber gesprochen, wie sich die Modebranche und die Kundenansprache seit dem Start des Labels verändert hat und worüber sich die beiden streiten können.


TextilWirtschaft:
2002 haben Sie Proenza Schouler gestartet. Was hat sich in den letzten sechzehn Jahren verändert?

Lazaro Hernandez: Oh mein Gott, eineinhalb Jahrzehnte! Als wir Proenza Schouler gestartet haben, waren die Zeiten ganz anders, da war Social Media erst in den Anfängen. Wir haben uns weiterentwickelt, auch als Menschen, sind älter und weiser geworden. Das gilt auch für unsere Marke: Zu Beginn war der Look der Kundin so alt wie wir, Anfang zwanzig. Das Design war eine Reflektion von uns, unseren Freunden, unserem Leben. Die Teile waren kurz, mit sehr hohen Heels, eher was fürs Nachtleben. Nun sind die Säume länger geworden, dazu kombinieren wir flache Schuhe. Die Kollektion ist jetzt schicker, intelligenter, hat mehr Tiefe. Sie ist mit uns erwachsen geworden.

Der Streetwear-Trend hinterlässt überall seine Spuren. Auch in Ihren Kollektionen?
Jack McCollough: Wenn überhaupt, werden wir weniger sportiv. Wir gehen eher in die entgegengesetzte Richtung.
Lazaro Hernandez: Ja, unsere letzte Kollektion war sehr couturig, so ziemlich das Gegenteil von Streetwear.


Um einmal Ihre Website zu zitieren – dort steht, Proenza Schoulers „Wurzeln sind in zweierlei Wesensarten verankert: eine auf Dualität, Kontrasten und komplementären Widersprüchen aufbauende Ästhetik.” Wer von Ihnen steht für was?
Jack McCollough:
Das ist eine witzige Frage. Im Unternehmen ist es oft so: Wir streiten uns zum Beispiel über einen Blauton, beide sehen für uns gänzlich anders aus. Für alle um uns herum ist es exakt die gleiche Farbe. Trotzdem sind wir uns durchaus einig, was die Richtung des Unternehmens oder die Ästhetik der Proenza Schouler-Frau angeht. Meist geht es eher um Details.
Lazaro Hernandez: Alles passiert bei uns sehr organisch. Vielleicht habe ich eine Idee für eine Tasche, dann konzentriere ich mich auf die Tasche, vielleicht für die ganze Saison, Jack sich auf die Schuhe. In der nächsten Saison wechseln wir wieder. Wir haben nicht dieses Definitive „das ist meins, das ist deins”. Wir haben viel zu tun, von daher ist es gut, dass es zwei von uns gibt.

Das komplette Interview lesen Sie in der kommende Ausgabe der TextilWirtschaft. Ab Mittwoch, 9. Mai, 18 Uhr in der TextilWirtschaft auf dem Smartphone oder Tablet für Android sowie iOS und ab Donnerstag, 10. Mai, in der gedruckten Ausgabe.
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