Maximilian Mogg betreibt ein Maß-Atelier in Berlin. Der 25-Jährige hat sich mit ganzem Herzen der klassischen Herrenmode verschrieben und sich ein Netzwerk aus Gleichgesinnten aufgebaut. Alle verrückt nach gutem Geschmack, alle jung und gut vernetzt. Was treibt ihn an? Was bewegt die Klassik? Ein Interview.


Herr Mogg, Hand aufs Herz, den ganzen Tag im Anzug, das ist doch weder zeitgemäß noch praktisch.
Das ist sogar sehr praktisch. Glauben Sie mir, ich spüre meinen Anzug überhaupt nicht, obwohl der Stoff locker über 500 Gramm pro Meter wiegt. Das liegt am Schnitt. Die Hose reicht bis zum Bauchnabel. Bequemer geht es nicht, auch beim Sitzen.

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Aber eine moderne Freizeitmode ist doch wesentlich bequemer.
Nur weil man sie so gut zusammenfalten kann und sie warm hält? Es geht um mehr. Die Männer vergessen schnell, wie unvorteilhaft Casualwear oft aussieht. Sie zeichnet den Körper regelrecht ab. Nur die klassische Herrenmode gibt dem Einzelnen die Chance, seine physischen Nachteile auszugleichen und seine Vorzüge zu unterstreichen. Ich bin zum Beispiel schmalschultrig und trage deshalb relativ starke Schulterpolster. Leisurewear kann das nicht leisten.

Sie werden aber nicht bestreiten, dass die Casualisierung der Menswear weiter voranschreitet.
Ich denke, beiden Märkte, der Leisurewear und der klassischen Herrenmode, werden sich künftig neue Potenziale eröffnen. Die Männer werden immer eitler, ob im lässigen oder formellen Sinne. Früher galt es als feminin, sein Geld in Mode zu stecken. Das ändert sich. Davon kann die ganze Branche profitieren, der Sportswear-Markt genauso wie die Formalwear, wofür ich eine Leidenschaft habe.

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Wie haben Sie aus dieser Leidenschaft ein Geschäftsmodell gemacht?
Die ersten Kunden hatte ich schon, als ich noch Banker war und mir nebenbei bei Ebay Vintage-Anzüge von der Savile Row bestellt habe. Die habe ich dann für die Kunden angepasst, ein Restaurationsservice sozusagen. Jetzt bin ich soweit, dass ich meine eigene Kollektion „Max Mogg Berlin“ lanciert habe. Produziert wird die Maßkonfektion in Rumänien, Kostenpunkt im VK 1100 Euro. Demnächst kommt die handgemachte Maßkonfektion „Maximilian Mogg“ dazu und, ich denke, etwa 2020 Vollmaß „Made in Berlin“ unter dem Namen meines Großvaters „Theophil P. Mogg“, so der Plan.

Das vollständige Interview mit Maximilian Mogg lesen Sie in der TextilWirtschaft Ausgabe 48, ab Mittwoch, 29. November um 18 Uhr auf dem Smartphone oder Tablet für Android sowie iOS und ab Donnerstag, 30. November, in der gedruckten Ausgabe. 

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