Olmes Carretti ist zurück. Der Gründer des 80er-Jahre Hype-Labels Best Company nimmt neuen Anlauf, seine Kultmarke wiederzubeleben, die inzwischen im Besitz der Falis 2014 Srl. mit Sitz im italienischen Sestri Levante ist.
Zum Frühjahr 2019 will er auch in Deutschland durchstarten. Wir haben ihn getroffen und über alte Zeiten und neue Kunden gesprochen.


TextilWirtschaft: Herr Carretti. Best Company war in den 80ern ein absolut angesagtes Trend-Label. Jetzt ist es wieder da. Wie würden Sie einem Millennial ihr Label erklären, den alten Spirit näherbringen?
Olmes Carretti: Ich glaube, dass es hier gar keine Hürde geben wird. Die Millennials sind sehr mobil, aufgeschlossen und vernetzt. Und hier liegen eigentlich auch die Wurzeln von Best Company. Best Company wurde früher von Leuten getragen, die etwas Neues gesucht haben, offen und lebensbejahend unterwegs waren, Spaß an der Mode hatten.


Stichwort Paninaro.
Genau, Paninari nannte man in den 80ern die Mitglieder einer Subkultur in Mailand. Junge Leute, die aus den traditionellen und beengten Strukturen ihrer Elterngeneration ausbrechen wollten – denn die 70er waren keine schöne Zeit in Italien. Die Paninari trafen sich immer an einem bestimmten Imbissladen in Mailand. Zu ihren Codes gehörte auch das Tragen bestimmter Marken. Moncler, Stones Island, CP Company zum Beispiel, dazu Timberlands. Und natürlich unsere Sweatshirts.

Dörpmund



Wollen Sie hier wieder anknüpfen?
Wir wollen nicht die Paninari zurückholen. Aber wir glauben, dass der Spirit, die Lust auf Fashion und einen positiven Blick auf die Dinge jetzt wieder sehr zeitgemäß ist. Und deshalb glauben wir, dass es ein guter Zeitpunkt ist, um Best Company wieder zurückzubringen.

Dörpmund



Die Marke war im Luxus-Segment angesiedelt, 300 D-Mark kosteten die Pullover mitunter. Wie ist die Positionierung jetzt?
Wir sehen uns schon in Nachbarschaft zu Marken wie Moncler und Stone Island. Und wir bringen sehr hochwertige Sweatshirts in limitierter Auflage, komplett in Italien gefertigt, mit aufwendigen Stickereien. Sie orientieren sich klar an den Looks der 80er und bilden mit 300 bis 400 Euro VK-Preis die Spitze.

Dörpmund



Was gibt es außerdem?
Die gesamte Kollektion ist deutlich größer. Wir bringen zum Frühjahr Oberteile, also T-Shirts und Sweatshirts, in 27 Farben – Menswear, Womenswear und Kidswear. Insgesamt sind es 120 Styles. Basic-Typen stehen für rund 40% der Kollektion, die Preise liegen zwischen 80 und 120 Euro. Hinzu kommen Modelle mit Allover-Prints und Stickereien, die zwischen 100 und 140 Euro liegen.


Welche Looks sind für Sie tonangebend?
Wir stehen für das farbenfrohe Sweatshirt und aufwendige, fröhliche Stickereien. Daran knüpfen wir an. An leuchtenden Pullis mit Blumen- und Tiermotiven sowie Logo-Applikationen führt kein Weg vorbei. Aber wir blicken nicht nur zurück, es geht nicht um Retro in Reinform. Vor allem bei Drucktechniken kommt es sehr darauf an, die richtige Technik zu beherrschen.


Wird es beim Sweatshirt bleiben, oder können Sie sich vorstellen, einen Komplett-Look anzubieten?
Denkbar ist vieles. Wir stehen jedoch für das Sweat und konzentrieren uns zunächst einmal auf Oberteile. Es geht uns auch nicht um einen schnellen Hype, sondern um saubere Distribution mit Partnern, die die Marke verstehen und im richtigen Umfeld inszenieren. Aber natürlich können wir uns viel vorstellen, zum Beispiel auch Accessoires, die den Look abrunden. Auch Kooperationen sind durchaus denkbar.
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