Die Online-Plattform MrPorter.com hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem der wichtigsten Player mit Luxus-Männermode gemausert. Der zur YNAP-Gruppe gehörende Online-Retailer führt nach eigenen Angaben über 300 Brands im eigenen Webshop, darunter Namen wie Raf Simons, Gucci, Lanvin, Boglioli, A.P.C., Church's und Common Projects.

Diesen Herbst und Winter haben die Macher das Sortiment noch einmal deutlich erweitert: Um eine neue Eigenmarke − Mr P.  auf der einen Seite. Um Luxusuhren  von Piaget bis IWC  auf der anderen Seite. Im Gespräch mit der TextilWirtschaft verrät Buying Director Fiona Firth, was die stärksten Trends, Looks und Labels sind.

Frau Firth, wie war das Jahr für MrPorter.com?

Wir sind sehr zufrieden, hatten über alle Märkte hinweg ein gutes Jahr. Alle großen Trends und Themen liefen auch bei uns gut. Es ist ein Mix aus Luxus-Namen wie Tom Ford und Brunello Cucinelli auf der einen Seite und gehypten Kollektionen wie Gucci und Balenciaga auf der anderen. In der laufenden Herbst-Saison ist Outerwear zum Beispiel sehr stark gewachsen, von gefütterten Daunenjacken, die über Balenciaga und Gucci einen Hype erlebt haben, bis zu hochwertigen Shearling-Typen.

Was lief außerdem?
Schuhe und Sneaker sind sehr stark bei uns. Diesen Winter waren wuchtige Boots ein starker Trend. Wenn wir auf das ganze Jahr zurückschauen, dann hatten wir im Sommer auch gute Erfolge mit dem Thema Leinen – bei Hemden, Hosen und Shorts. Die zweite Hälfte des Jahres ist bei uns aber natürlich auch aufgrund des Weihnachtsgeschäfts die wichtigere, die Durchschnittbons liegen wegen einer höheren Nachfrage nach Outerwear auch höher.

Wann startet bei Ihnen normalerweise die Herbst-Saison?
Mit den Pre-Collections der Designer geht es schon ab Mai los. Einige bringen zu diesem Zeitpunkt reine Sommer-Themen, aber wir verkaufen auch schon gefütterte Jacken.

Welche Rolle spielen diese frühen Programme für Ihr Geschäft?
Sie sind sehr wichtig. Zum Teil stehen sie für die Hälfte des Budgets der Order. Und wenn eine Brand keine frühen Programme anbietet, versuchen wir sie dazu zu ermuntern oder mit ihr gemeinsam exklusive Programme aufzusetzen. Insgesamt sind die Designer jedoch sehr gut darin, diese Programme zu steuern.

Von Pre- bis zu den Main-Collections – welches Fashion-Thema hat das Jahr besonders geprägt?
Das ist ganz klar und ohne Zweifel der starke Streetwear-Trend. Sweatshirts und Trackjackets wurden enorm gut nachgefragt. Die Sache ist ja, dass dieser Trend im Grunde sehr kommerziell ist. Viele Leute kennen die Marken, die dafür stehen, wie Adidas und Fila, haben einen Bezug dazu und es fällt ihnen leicht, die Produkte in Ihre Outfits zu integrieren.

Hat Casualwear damit Formalwear deutlich abgehängt?
Wenn man unter Formalwear vor allem Anzüge versteht, dann ist die Casualwear aktuell dynamischer.

Wer sind die Treiber des Streetwear-Trends? Designer-Brands wie Off-White, Balenciaga und Co. oder die großen Sportmarken wie Adidas und Nike?
Aus unserer Sicht sind es ganz klar die gerade genannten Designer-Namen. Deren Produkte werden auch sehr stark nachgefragt. Bei Schuhen haben allerdings die originären Sport-Brands die Nase vorne. Da sind sie einfach die Experten und bei ihnen suchen die Männer den Schuh.

Was macht erfolgreiche Sneaker bei Ihnen aus?
Die Kunden gehen gezielt auf Special Editions, das Besondere. Dabei kommen sowohl Retro-Silhouetten als auch futuristische Styles gut an. Das ganze Thema Knitwear ist zudem extrem erfolgreich.
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