Hip-Hop und Fashion haben sich immer schon gegenseitig inspiriert. Aktuell scheint das Zusammenspiel noch einmal deutlich zuzunehmen. Big Player und Newcomer stehen enger in Kontakt zu Fashion Brands denn je. Sie kommen aus New York genauso wie aus Stuttgart. Digitale Medien beschleunigen Hypes um Künstler und Klamotten um ein Vielfaches. Wir haben mit Carsten Hendrichs, Marketingchef von Zalando, darüber gesprochen, welche Künstler man jetzt kennen muss und warum.

TextilWirtschaft:
Welchen Einfluss hat Hip-Hop aktuell auf das Fashion-Business?
Carsten Hendrich: Mode spielt heutzutage eine wichtige Rolle in der Musik, mehr als je zuvor. Beide Bereiche sind Formen der Kunst: Mode hilft den Künstlern sich zu definieren und umgekehrt, darüber geben sie Einblicke in ihre Persönlichkeit. Das sieht man zum Beispiel bei Künstlern wie A$AP Rocky, Solange und Frank Ocean.



Welche Newcomer muss man im Auge behalten? Welche Rolle spielen Megastars wie Kanye West?
Aktuell ist der Rapper RIN ein gutes Beispiel dafür, wie ein Musiker bewusst Marken in seine Songs einbaut. Durch das Hinweisen auf Publikationen wie beispielsweise 032c vernetzt er eine ganz neue Fashion-Generation.



Der Künstler Yung Hurn nutzt seine Songs, um sein eigenes Merchandise Label selbst weltweit zu promoten. Was Kanye anbelangt, glaube ich, dass er auf revolutionäre Weise bewiesen hat, wie Marken Musiker ganz bewusst nutzen können und wie viel Wert und Verständnis von jemandem kommt, der die Szene direkt anspricht.

Ist Hip-Hop als Marketingtool für alle Zielgruppen interessant oder sollen damit eher die Jungs angesprochen werden?
Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Hip-Hop kann natürlich maskuline Untertöne haben, das ist oftmals von den Texten abhängig, die dem Künstler erlauben ein mehrheitlich maskulines Publikum zu bedienen. Aber auch Künstler wie Princess Nokia benutzen Hip-Hop, um Frauen anzusprechen und die Brücke zu schlagen, die die weibliche Seite des Genres stärkt.





Welche Produkte, Looks und Marken sind in der Szene gerade besonders angesagt?
Da gibt es einige. 2017 beispielsweise Nike. Sie hatten besonders starke Markenkollaborationen mit Tom Sachs, Virgil Abloh und Travis Scott.

Zehn neue Sneaker

Nike pusht neues Projekt mit Off-White-Designer

Virgil Abloh bei Nike


Meiner Meinung nach ist Nike in der Next Generation Street Culture ganz vorn dabei und bestimmt da absolut das Tempo. Der Dad Look hat uns dieses Jahr im Sturm erobert, für den haben viele Brands Kollektionen kreiert, die den Rahmen der altersgebundenen Zielgruppen total sprengen. Zudem ist Adidas weiterhin obenauf und ebenfalls Puma mit Kollektionen wie der von Rihanna.

Mehr zum Thema Hip-Hop und Fashion lesen Sie im der TextilWirtschaft Nummer 42, am 18. Oktober ab 18 Uhr auf dem Smartphone oder Tablet für Android sowie iOS und am Donnerstag in der gedruckten Ausgabe der TW.

Mehr Streetwear-News
Streetwear

Supreme: Carlyle Group wird Investor

Supreme
Paris Fashion Week

Die Top 25 Looks: zwischen Streetwear und Couture

Dries
Equistone Partners Europe übernehmen

Streetwear-Händler Def Shop wechselt den Besitzer

Screenshot Def-Shop.com
Zehn neue Sneaker

Nike pusht neues Projekt mit Off-White-Designer

Virgil Abloh bei Nike