Die Menswear-Marke Strellson feilt an der Strategie. Und will mehr, als nur den überschaubaren Contemporary-Markt bedienen. In Zukunft wollen die Menswear-Macher vor allem noch stärker im lukrativen Business der Casualwear angreifen. Geschäftsführer Thorsten Link erklärt, wie das gelingen soll.

TextilWirtschaft: Herr Link, die Order zum Sommer 2019 steht an. Das Anzug-Geschäft ist im deutschen Mainstream stark von Baukästen geprägt. Spannend ist, wie sich Strellsons Casual-Kollektion positioniert.
Thorsten Link: Es wird eine Saison, in der wir uns noch mehr als zuletzt auf das konzentrieren, was der normale, urbane Typ, unser Kunde, verlangt. Der Strellson-Mann ist etwa 41 Jahre alt und verdient gut. Er will gut aussehen. Wir zeigen Casual-Teile, in denen er sich nicht verkleidet vorkommt, die sehr selbstverständlich sind, verlassen dabei aber nie den für Strellson so wichtigen Pfad der Modernität.

Was heißt das genau?
Wenn wir auf den Markt sehen, ist das Segment Contemporary doch sehr klein. Klar ist: Strellson steht für den perfekten Mantel zum Anzug, für die hochwertige Jacke, das bleibt sehr wichtig für die Marke. Aber in Zukunft investieren wir noch mehr in eine Casualwear, die maskulin, kernig und auch kommerziell daherkommt. Dabei geht es auch um ein optimiertes Größenspektrum bis hin zu großen Größen aber auch um ein verbessertes Preisspektrum.


Das heißt Strellson wird günstiger?
Nein, so kann man das nicht sagen, aber sicherlich werden wir unseren Preiseinstieg stärken. Das gilt sowohl für den Anzug, als auch für die Outerwear. Wir spüren seitens der Partner im Handel, dass es hier und da die Tendenz zu einem Trading-down gibt. Besonders, wenn es um die Umsätze in den Stammabteilungen geht, ist es wichtig, mit einem guten Preiseinstieg dabei zu sein. Wir wollen wieder mehr fischen, wo die Fische sind.


Wie verbindet sich die aufgefrischte Casualwear mit dem Strellson-Anzug?
Sie ist kein Widerspruch. Alles muss auf die Marke einzahlen. Aber sich nur auf ein spitzes Contemporary-Styling zu konzentrieren, wäre falsch. Wir sind eine Marke mit einer breiten Zielgruppe und die wollen wir bedienen. Der Anzug bleibt essentiell. Wir haben noch einmal in unsere Baukasten-Kompetenz investiert, besonders das Angebot der saisonalen Anzüge ab Lager wurde ausgebaut. Daneben wird Casual wachsen. Athleisure-Einflüsse sind da schön und gut. Aber besonders die kernige, maskuline Outer- und Casualwear soll zu einem starken Umsatzmotor werden. Ganz in der Spitze mit unserer ikonischen Swiss Cross-Jacke, die schon jetzt zur Vororder zum Herbst sensationell angekommen ist.
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