Stylische Badeshorts für Männer, Taschen aus geflochtenem Leder, Sonnenbrillen mit besonderem Dreh. Erfolgreiche Sortimente brauchen frische Ideen. Die TW-Redaktion war unterwegs, auf Messen und in Showrooms und hat einen großen Schwung neuer und auch alter Labels, die jetzt wieder neu entdeckt werden, zusammengetragen. 25 Namen, die für neue Impulse sorgen.

March 11

March 11
Echtes Handwerk – dafür steht das New Yorker Label. Denn es geht um Tuniken, Kleider, Kimonos oder Kaftan-Styles, meist in Leinen und immer mit markanter, mitunter farbenfroher Dekoration. Boho- oder Ethno-Attitüde versteht sich dabei von selbst. Schließlich lässt sich Designer Robert Mishchenko, ein ukrainischer Stylist, der das Label im März 2015 gegründet hat, von seinen zahlreichen Reisen inspirieren. Die komprimierte Kollektion bietet rund 20 Styles in unterschiedlichen Längen und Farbstellungen von neutralem Weiß bis zu kräftigem Orange. Das hohe Maß an Handarbeit hat seinen Preis. Im EK kosten die Schmuckstücke 350 bis 450 Euro. Als Alternative gibt es aber auch die günstige Zweitlinie Eleven by March 11, bei der die EK-Preise zwischen 150 und 240 Euro liegen. In Deutschland wird die Kollektion neu über Mimi Paatzsch, Düsseldorf, eingeführt.

Lost in Harmonia

Lost in Harmonia
Mehr als ein stylisches Sustainabilty-Label. Hinter dem Namen verbirgt sich ein junges Kölner Unternehmen, das sich sowohl als Marke als auch als Dienstleiter versteht. Das Team um Gründer Marc Biembacher hat sich zur Aufgabe gemacht, neben der eigenen Kollektion auch kreative Full-Service-Lösungen in Sachen Fair Fashion für Händler oder auch Künstler anzubieten. Vom Design über die Herstellung bis zur Fotografie. Der Vetrieb läuft über das Label.

Luxury

Luxury
Bisher Teil von Nü Denmark, steht Luxury für weiche Stretch-, Jersey- und Sweatpieces. Seinem sportlichen Stil bleibt es zwar treu, doch tritt Luxury ab dem Frühjahr als eigenständiges Label auf. Obwohl die Looks Instagram-Potenzial haben, steht hinter der Kollektion die Idee von Freiheit und Momenten, die sich offline – und natürlich in den Teilen der Kollektion – abspielen. Luxury wird bereits von 300 Kunden weltweit verkauft und liegt im VK für Kleider bei 100 Euro. Zu sehen auf der CIFF.

Sander von Rhein

Sander von Rhein
Handtasche? Aktentasche? Laptoptasche? Alles in einem. Ein weiteres Label, 2017 von Anna Bermes und Laura Keil gegründet, das Businesstaschen auf neues Niveau bringen will. Kreiert und durchdacht hierzulande, produziert in Portugal. Klarlinig, urban, zeitgemäß. Die Taschen – ob Rucksack oder hochformatiger Shopper, ob puderfarbene Akten- oder elegante Kurzgrifftasche aus italienischem Kalbleder sind mit nudefarbenem Ziegennappa gefüttert und sehr strukturiert gegliedert. Ihre VKs bewegen sich ungefähr zwischen 600 und 800 Euro. Straps dazu können personalisiert werden.

Labo-Art

Labo-Art
„Tragbare Architektur“ – so bezeichnet Architektentochter Ludovica Diligu ihre Kollektion aus geometrie-artigen Silhouetten in Baumwolle, Wolle oder Leinen in dezenten Farben. Labo-Art ist made in Italy und im dortigen Heimatland schon stark vertreten, in Deutschland unter anderem bei Bikini Berlin. VK-Preise: 20 bis 49 Euro, Vertrieb: Agentur Toepfer, Düsseldorf.

Hidnander

Hidnander
Der Kleidersack signalisiert das Konzept kurz und knapp: „This product is only available in-store”. Die Produkte dieses italienischen Labels gibt es nicht online. Sie werden auch nicht auf Sozialen Netzwerken abgebildet. Die Homepage zeigt lediglich ein schwarz/weißes „Testbild”. So sollen diese ausgefallenen und coolen Kreationen eines ehemaligen Golden Goose-Designers ihre ganze Strahlkraft und Detailvielfalt ausschließlich in der persönlichen Begegnung entfalten. Vieles davon basiert auf der Idee, die dem Label seinen Namen gibt: „Hidden under – versteckt unter“. Mehrlagige Shirts (ab 40 Euro EK) mit verborgener Botschaft, beidseitig zu tragende Sweats mit ausgetüftelten Materialeffekten (60 bis 80 Euro), Metallic-Kapuzenjacken mit lose baumelnden Strickmanschetten und Luxus-Tracksuits im Mix von Jersey und Nicki. Jedes Teil ist einzeln lieferbar und jedes trägt den Namen des Geschäfts, in dem es verkauft wird – das besiegelt die Online-freie Partnerschaft zwischen Lieferant und Händler.

By Malina

By Malina
Eines dieser Spitzenkleider wurde kürzlich von einer schwedischen Prinzessin getragen. By Malina, in Skandinavien ziemlich angesagt, ist im Januar auch hierzulande gestartet über Concrete Textile, Berlin. Rund 80% der Kollektion sind Kleider. In allen Facetten – von reiner Seide in lang (599 VK) bis zu Modellen in Spitze (279 Euro). Prints stellen das Herz der Kollektion dar. Neu ist obendrein By Malina Beach, wo es u.a. Sweats und Spitzenshorts gibt.

Camaleoa

Camaleoa
Drei Frauen, eine Idee: filigraner Schmuck aus recyceltem Silber. Denise, Rena und Evelyn kreieren die zarten Platten, Reifen, Tropfen. Produziert wird in Deutschland und Brasilien. Nicht nur Material und Arbeitsbedingungen sollen fair sein, sondern auch die Preise: Silberne Anhänger kosten zwischen 18 und 40 Euro im EK, 24 Karat-vergoldete beginnen bei 36 Euro.

Russell Athletic

Russel Athletic
In den USA war das Label in den 80er und 90er Jahren ein Schwergewicht in Sportarten wie Baseball, Basketball und Eishockey. Nun forciert die Heritage-Brand das Streetwear-Geschäft und positioniert sich als Alternative zu Fila, Kappa und Ellesse. Die T-Shirts, Sweater und Jogg-Shorts liegen im VK zwischen 50 und 100 Euro. Vertrieben wird das Label hierzulande über die Offenbacher Agentur Brandpool.

Pericosa

Pericosa
Das reinigende Handgel mit frischem Bergamotte/Minze-Aroma unterwegs stets griffbereit – mit dieser Idee ist Pericosa vor gut anderthalb Jahren am Markt aufgetreten. Mittlerweile sind die kleinen ledernen Anhänger, in denen sich das Fläschchen befindet, in rund 30 Variationen erhältlich.  Sie schmücken jede Tasche genauso wie ein Charm, tragen aber Funktion in sich. Jetzt gibt es neben Rips- und Lederschlaufen eine dritte, noch etwas elegantere Verschluss-Version: Das Lederband lässt sich mittels Silberknopf in zwei Höhen einstellen. Die handgearbeiteten Carry-me-Sets liegen  im VK zwischen 25 und 59 Euro.

Sunno

Sunno
Am Strand nicht aussehen wie alle anderen – das war Ziel der Brüder Edgar und Guillermo Capella, als sie 2016 ihr Know-how in Textilien, Marketing und Grafikdesign zur Swimwear-Brand Sunno verschmolzen haben. Die immer bunten, grafisch bedruckten Männer-Badeshorts liegen bei 29 Euro EK und 79 Euro VK. Die passenden Oberteile sind vorerst nur über die Website erhältlich. Vertrieb über Studio Pezzetta, München.

Dragon Diffusion

Dragon Diffusion
Die Taschen des belgischen Labels sehen aus wie aus Bast geflochten, werden aber in Indien aus Leder gearbeitet. In Naturtönen, aber auch in klaren Farben und Metallics. Label-Gründer Craig Wright möchte das Produkt nicht „konfektionieren“, daher bleiben alle Styles ungefüttert und ohne Reißverschluss. Bestseller ist ein Basket, der an einen Strandkorb erinnert und in diversen Größen erhältlich ist, und zwar bei Agents of, Düsseldorf. EKs: 80 bis 140 Euro.

Rhumaa

Rhumaa
Jede Saison liefert ein anderer südafrikanischer Künstler die Vorlage für den zentralen Print von Rhumaa, einem nachhaltigen Womenswear- und Menswear-Label mit Sitz in Amsterdam und Kapstadt. Produziert werden die urbanen, cleanen Outfits in Portugal. Cupro, Organic Cotton und Tencel stehen zum Sommer im Zentrum. Ein Teil des Erlöses geht stets in die Förderung junger Künstler. Blazer liegen bei 259/269 im VK, Männersakkos gehen bis 300 Euro. Blusen 119, Kleider 169 bis 189 Euro.

BAÂ

BAÂ
Leder-Liebe strahlt dieses Taschenlabel aus der Türkei aus. Die trapezförmige Schultertasche mit abnehmbarer Mini-Clutch – beides in sattem Cognac – spricht die pure Leder-Sprache genauso wie Modelle im Patch von Leder und karierten Stoffen, streng und klassisch, ganz im Stil des kommenden Herbstes. Ob hochformatig im Colourblocking oder kreisrund mit eckiger Vortasche – die in der Regel cleanen Modelle bekommen ihren witzigen Dreh auch durch Extra-Straps aller Art. Große Shopper in Tessuto kosten 126 Euro, in Leder ab 137. Die Straps liegen im EK bei 49 bis 84 Euro (allover in Pailletten). Vertrieb: cansu@baa.com.tr

Simona Tagliaferri

Simona Tagliaferri
Sie ist nicht neu – die eigene Linie der studierten Architektin, die schon mit vielen großen Brands von Hermès bis Rick Owens gearbeitet hat, existiert seit 2011 –, doch hierzulande neu in der Agentur Klauser, München, und außergewöhnlich. Experimentell, manchmal provokativ im Umgang mit Materialien, speziell Leder. Von sexy Zipperkleidern in weißem Cracked-Leather (EK 700 Euro) bis zur Krokoleder-Jacke. Aufsehenerregend die Taschen, die sich – dank einer Aluminiumschicht zwischen Leder und Seidenfutter - immer wieder anders formen lassen.

Axel Arigato

Axel Arigato
Begonnen hat alles mit cleanen Sneaker-Styles, die in Windeseile über Instagram populär wurden. Mittlerweile bietet das schwedische Label aber nicht mehr nur Sneaker, sondern auch Sweats und Hoodies, die in Sachen Details aufeinander abgestimmt sind. Alle Styles sind unisex. Wöchentliche Drops ergänzen die beiden Orderkollektionen. VK-Preise: 180 bis 300 Euro. In Deutschland wird die Kollektion neu über Ben and, München, vertrieben.

Rue de Femme

Rue de Femme
Skandinavische Attitüde, verspielte Prints, romantische Schnitte: Nicht nur der Name steht für Feminität. 2014 startete das Label im Heimatland Dänemark mit Blusen, die bis heute klare Stärke sind. Mittlerweile gibt es drei Komplett-Kollektionen pro Saison, die zwischen 69 und 129 Euro VK liegen, Marge: 2,8. Der Vetrieb erfolgt inhouse.

Inyati

Inyati
Ein Senkrechtstarter. Im Januar kam die vegane Kollektion auf den Markt, heute ist sie schon bei P&C Hamburg, Otto, Zalando und Asos zu finden. Inyati – das sind modische Taschen unter 100 Euro VK, komplett „tierfrei”. Besonders begehrt sind momentan zweifarbige Modelle mit Holzgriff. Die Idee wird zum Sommer weiterentwickelt. Farben – von Pastellen bis zu Knallfarben – spielen eine große Rolle, natürlich auch trendige Textilgurte oder, noch kurzfristig zum Winter, Modelle mit Fell-Griff, der im Frühjahr abgenommen werden kann. Die Macher, Taschenprofis aus Speyer, spielen auch innendrin mit Material-, Farb- und Stoffeffekten, so dass viel zu entdecken ist an den Modellen, ob für 55 Euro VK oder 100 Euro.

Hysteria

Hysteria
Trends am Fuß – die trendige Tochter von Happy Socks. Mercerisierte Baumwolle oder recyceltes Polyester. Schimmer, Glanz und Colourblocking, Puschelkaros auf Netz und nahtlose Prints im 360°-Druckverfahren. Es gibt zwei Kollektionen pro Jahr und zum Winter erstmals eine Kapsel in Wolle.

Movitra

Movitra
Ein Dreh – und durch das Schließen der Bügel auf beiden Seiten der Brille sind die Gläser geschützt. Unter dieser einfachen wie wirkungsvollen Idee hat Filippo Pagliacci Movitra ins Leben gerufen: stylishe Sonnenbrillen für Männer und Frauen, handgearbeitet in Italien. Die schicken Teile zu VKs ab 270 Euro halten es so auch mal ohne Etui aus, wenn sie auf die Frontablage des Autos gepfeffert werden. Neben den sechs Sonnenbrillen-Serien gibt es drei Modelle, die großen Erfindern gewidmet und auch als Korrekturbrille erhältlich sind. Internationale Häuser wie Rinacscente, Le Bon Marché und Matchesfashion.com führen Movitra bereits, der Vertrieb hierzulande läuft über die THM visional products, Solingen.

SVNTY

SVNTY
Vor gut drei Jahren fing es mit Schuhen an. Jetzt gibt es auch Kleidung dieser unterhaltsamen und unkonventionellen Womenswear-Linie aus Antwerpen. Pailletten-Outfits mit Stickerei, coole Prints mit Yoko Ono – jedes Teil soll ein „Lächeln in den Kleiderschrank“ bringen. Diesmal steht die Kollektion ganz unter dem Motto: Peace&Love.

JNBY

JBNY
1500 Läden führt JNBY in Asien. Jetzt kommt die Womenswear-Linie über die Fashion Holding Düsseldorf unter der Geschäftsführung von Michael Bax auf den deutschen Markt. In der Winterkollektion waren es speziell die ausgefallenen, coolen Echt-Daunen-Teile (199 bis 299 Euro VK) und Outdoor in Cashmere/Wolle, die für Interesse gesorgt haben. Clean und pur die Linienführung mit ausgefallenen, teils asymmetrischen Details. Dabei deckt die Kollektion alles ab, wie die aktuelle Sommer-Linie zeigt: von oversized Baumwoll-Hemden bis zu Jerseykleidern (129 Euro VK) und Slip-on-Mänteln.

Gaga Milano

Gaga Milano
Das Schwerste an diesen Taschen ist ihr Tragegurt. Alles andere ist federleicht. Und Italien pur: Die originellen Prints auf Neopren und Nylon stammen aus Como. Auch die Verarbeitung zu lässigen Beuteln, Taschen und Weekendern geht in Italien vonstatten. Dessins reichen von klaren Ornamenten über japanische Teufelsmasken bis zu zweifarbigen Tapetenmustern. Charms und Fransen-Deko sind fakultativ. Die Preise: Kleine Pochettes kosten bis zu 14 Euro im EK, Großformate bis zu 32 Euro. In den gleichen Dessins gibt es auch leichte Sneaker und Slip-ons.

Edelle

Edelle
Die Herrenhemden von Edward Copper gibt es seit 2012. Seit fünf Saisons entwickelt Hilke Blömeke, die Frau hinter dem Label, auch eine Blusen-Linie: Edelle by Edward Copper. „Das Hemd, auf die Figur der Frauen übertragen”, sagt sie und legt den Fokus auf cleane, aussagekräftige Stoffe aus Italien. Unis wie Streifen in unterschiedlichen Breiten. Gefertigt werden die Modelle aus feinstem Cotton in Rumänien. Leinen und Seide runden das Portfolio ab. Alles in Größe 34 bis 44 und zwischen 149 und 200 Euro VK.

Frances Wadsworth Jones

Frances Wadsworth Jones
Schon teuer. Doch unbezahlbar unterhaltsam. Schmuck ganz eigener Art. In ihrer Serie „Thieves” lässt die Absolventin des Royal College of Art diebische Ameisen über Goldringe oder an Ketten laufen und dabei auch mal einen Amethysten fortschleppen oder die Perle tragen. Amüsant auch die „Who?”-Serie, wo große Perlen mal eine goldene Sonnenbrille tragen, mal Engelsflügel oder Kopfhörer – die Emoji-Idee, in 18 Karat übersetzt. Für Einsteiger gibt es die Ameise auch an Seidenbändern (54 Euro VK) oder auf Silberring (100 Euro VK). Perlenstecker kosten ab 400 Euro. Vertrieb: ellen@the-alphabet.co.uk.