Frisches Futter für die Flächen. Die Order ist in vollem Gange, jetzt ist Zeit für neue Namen. Neue, unbekannte Labels, die das Profil schärfen und die Sortimente pushen sollen. Von Sweats bis Kaschmir, von Sportswear bis Cargo – diese Labels aus Berlin haben das Zeug dazu, eingestaubten Sortimenten die gewisse Portion Frische zu verpassen:

A-Line

Weiß ist ihr Image. „In Weiß sieht man jede Schnittraffinesse“, so Alexandra Carneiro, Gründerin und kreativer Kopf hinter dem portugiesischen Label. Die Präsentation: ein Blusen-Stillleben in Weiß und Bleu. Stehkragenbluse mit Volant, Rüschenbluse, kragenloses Hemd mit tiefem Ausschnitt, mal ein Blousonbund, mal eine extrem ausgetüftelte Kragenlösung. Der Design-Anspruch setzt sich in Katalog und Packaging fort. Alles auf hohem Niveau zu VKs um 200 Euro

Frieda Sand

 
Coole Looks für selbstbewusste Frauen. Ist der Name des Labels doch inspiriert von Frieda Belinfante, einer der ersten Dirigentinnen überhaupt, und der Schriftstellerin George Sand. Schön tiefsitzende Hosen und geräumige Pullis wie Sweats gehören zu den unaufgeregten Outfits ebenso dazu wie A-Linien-Kleider mit ungewöhnlichem Dessin. Alles entspannt, alles bürotauglich und alles nachhaltig. Das Unternehmen aus Frankfurt hat Erfahrung im Sourcing, weil es schon seit Jahren unter „Sense Organics“ nachhaltige Kindermode auf den Markt bringt. Alles ist von S bis XL erhältlich zu VK-Preisen ab 39 Euro. Strick liegt im VK bei 99 Euro, mit Cashmere-Anteil auch mal bei 129 Euro, ein ausgefallener Twill-Mantel kostet 249 Euro VK.

Another Brand

Lieblingsteile für jeden Tag zu entwerfen, mit diesem Anspruch sind Corinne Samson und Joanna Kapitza mit ihrem Label Another Brand gestartet. Print-Shirts und Lounge-Pants, Sweatshirts und Cashmere-Pullover. Entwickelt wird in München, gefertigt in Portugal und der Mongolei. Die EK-Preise für T-Shirts reichen von 21 Euro bis 35 Euro, für Sweatshirts von 35 Euro bis 50 Euro, für Cashmere-Pullover von 85 Euro bis 125 Euro bei einer Kalkulation von 2,8.

Out here

  Eine Jacke wie ein Chamäleon. Das italienische Label Out Here steht für Techno-Jacken, die ihr Äußeres schlagartig ändern können. So gibt es Modelle, die je nach Temperatur ihre Farbe oder auch das Camouflage-Muster ändern. Oder noch spektakulärer: Uni-Modelle in weiß, die, wenn sie in Kontakt mit Wasser kommen – zum Beispiel weil es regnet oder schneit – plötzlich rot oder blau werden. Überraschungseffekt garantiert. Daneben gibt es auch dick gefütterte Techno-Styles, die so bleiben wie sie sind: leuchtend Rot, Gelb oder Blau, mit weißem Teddy gefüttert. Zum Herbst 2018 gibt es zudem eine Kapselkollektion mit der US-Sportmarke Russell Athletic. Dazu gehören Sweatshirts mit Nylon-Kapuzen sowie fette Puffer-Jackets mit großen Logo-Backprints. Die Kollektion umfasst rund 60 Teile mit dem Schwerpunkt Jacken. Die VK-Preise liegen bei 299 bis 599 Euro. Die Kapselkollektion mit Russell Athletic soll bei einem ausgesuchten Kreis von Händlern platziert werden. Die Verkaufspreise liegen hier zwischen 159 und 499 Euro.

Anstatt

Haar, aber fair. Die Anstatt-Macherinnen Desny Sabanantham und Anita Zwanbun haben schon früh die Zeichen der Zeit erkannt. Ihre erste Fake Fur-Kollektion präsentierten sie zum Herbst 2016. Für Herbst 2018 gibt es eine breite Modell-Palette, von Oversize-Mänteln bis hin zu Blousons, von XL-Westen bis hin zu taillierten Kurzmänteln. Veredelt mit Mohair und Alpaca, versehen mit bedrucktem Seidenfutter, kombiniert mit Jersey. Die EKs der Kollektion, die von Mimi Paatzsch / The Agency, Düsseldorf, vertreten wird, reichen von 90 Euro für Fellkrägen bis 500 Euro für Mäntel.

Feneun

Feneun
Flüchtige Momente festhalten. Diese Idee steht hinter dem 2014 gegründeten Label. Festgehalten werden diese Augenblicke zunächst per Smartphone, bevor sie dann, grafisch aufbereitet, als Digital-Print auf hauchzarten Seiden-, Woll- und Cashmere-Schals landen. Das ist der eine DNA-Strang von Feneun. Der zweite: Cashmere-Schals mit Federfransen in allen Farben des Regenbogens. Die lässt das Münchener Label in der Toskana produzieren. Die EK-Preise reichen bei einer Kalkulation von 2,7 bis 2,8 von 50 bis 220 Euro. Der Vertrieb läuft über das Label selbst.

Morotai

Ein eiserner Krieger verteidigte die indonesische Insel Morotai im Zweiten Weltkrieg im Alleingang. Diese Insel gab der jungen Sport-Kollektion aus der Feder des Stuttgarters Rafy Ahmed ihren Namen. Einer Linie mit klaren Designs, ohne knallige Farben, mit funktionalen Details. Und kommerziellen VK-Preisen: Tights starten bei 55 Euro, Hoodies bei 60 Euro. Prominente Unterstützung fanden Ahmed und seine Mitstreiter in der Sendung „Die Höhle der Löwen“ durch Dagmar Wöhrl, so dass Wöhrl, Wormland und Ludwig Beck schon heute auf der Kundenliste von Morotai stehen.

North Hill

French Work. Stabile Westen, weite Hosen, coole Sweats. Seit 2014 bietet das Pariser Label North Hill feinste Workwear-Styles. Als Inspiration dient den Machern nach eigener Angabe die kreative und freiheitsliebende Energie des Montmartre. Zu den Kunden zählen unter anderem Citadium in Paris und Geschwisterliebe in Stuttgart. Die VK-Preise reichen von 30 Euro für Caps bis hin zu knapp 400 Euro für Jacken. Der Vertrieb erfolgt derzeit noch in Eigenregie.

Kaotiko

 
Fake News. Die Crewneck Sweats, Hoodies und T-Shirts im Colorblocking von Kaotiko sehen ziemlich amerikanisch aus – erst recht die Modelle, die mit der Aufschrift “USA 1999“ bedruckt sind. Auch die Jahreszahl wirkt authentisch, könnten die Pullis doch schon Mama oder Papa in den 80ern getragen haben. Dabei kommt Kaotiko aus Barcelona, wo alle Teile der Apparel-Kollektion ganz aktuell gefertigt werden. Die VK-Preise für T-Shirts reichen von 30 bis 35 Euro, Sweats kosten zwischen 60 und 70 Euro. Hosen und Schuhe gibt es ebenfalls für rund 70 Euro im VK. Kalkuliert wird mit einer Marge von 2,3. 

Baby Mo by Hinterveld

 
Ein Traum aus Mohair in allen Farben des Regenbogens. Schals, Stirnbänder und Mützen, Überwürfe und Pullover, mal in leuchtendem Fuchsia, Royalblau, Purple, mal in sanftem Ecru, Rosé, Bleu. Oder gleich zweifarbig, in Dipdye-Optik. „Kein anderes Material gibt eine solche Farbbrillanz her“, schwärmen die Macher. Zu Recht – hinter dem Label, das jetzt das erste Mal in Berlin auf der Show & Order zeigte, steht mit der Mohair- und Naturfaser-Weberei Hinterveld aus Südafrika jede Menge Kompetenz und Erfahrung. Denn Hinterveld wiederum gehört zur  Stucken-Gruppe, die auf eine gut 150-jährige Familientradition zurückblicken kann. Alles wird in eigenen Betrieben verarbeitet. Im Übrigen gehören auch Decken zum Portfolio von Baby Mo. Schals kosten im Kern zwischen 139 und 159 Euro im VK, Mützen und Stirnbänder 89 Euro; die Kalkulation liegt bei 2,7 bis 2,8. Vertrieb über Stephan Aßmann, Email: assmann@stau-waf.de.

OOF

„Because everyone is more than one” – das ist das Motto, das sich OOF auf die Fahne geschrieben hat. Die Jacken des jungen italienischen Labels sind reversibel. So steht ein Modell immer für zwei Looks: Voluminöse Parka-Styles kommen mal in knalligem Rot, umgekehrt in gedecktem Grün. Verkürzte Jacken sind mal in zartem Rosa gehalten, auf Links erstrahlen sie in kräftigem Gelb. Zu modischen Highlights zählen Camouflage- und Karo-Styles. Dazu ergänzen farbige Fake Furs die Looks  - ob als Loop oder als Bauchtasche. Die VK-Preise bewegen sich zwischen 189 und 399 Euro, im Schwerpunkt liegen sie bei 299 Euro. Den Deutschlandvertrieb verantwortet die Modeagentur Weiss in Düsseldorf.

Working Title

 
Arbeitstitel – so überschreiben Antonia Goy und Björn Kubeja, die Macher des Berliner Labels Antonia Goy, ihr neues Projekt. Working Title ist eine nachhaltige, ökologische Kollektion mit hohem Designanspruch. Entsprechend wird komplett auf Stoffe mit Polyester oder Elasthan sowie Füllmaterialien aus Kunststoff verzichtet. Zum Einsatz kommen mulesing-freie Wollstoffe und Strickgarne aus Italien, ökologische Baumwolle, Seide, sowie Viskose/Tencel aus Lenzingfasern aus Österreich. Alle Lieferanten sind zertifiziert. Die Kollektion teilt sich in zwei Linien: The Standards steht für zeitloses Tailoring mit  Blazern, Hosen, Röcke, Blazer-Kleid, Blazer-Overall, Shirts, Blusen und Trenchcoats. Insgesamt 20 Styles. Saisonale Trends werden in der Linie Editions aufgegriffen, die ebenfalls rund 20 Styles umfasst. Erste Prototypen wurden im Berliner Salon vorgestellt. Offizieller Launch ist während der Pariser Modewoche im Showroom von No Seasons. Die VK-Preise liegen zwischen 250 Euro für einfache Blusen und in der Spitze 2500 Euro für einen Doubleface-Mantel.

962°C Jewellery

Goldschmiedin Stine Bülow steht der Sinn nach mehr spielerischen Entwürfen, bevor sie 2016 ihr Label gründet. Spielerischer, als man bei Fine Jewellery agieren könne, sagt sie. Damit trifft sie offensichtlich den Nerv der Frauen. Denn die „Chiquita Candy Cotton Pearl Earrings“, Perlen-Chandeliers, sind bereits Bestseller, und auch nach den Ohrringen mit den bunten Pompoms seien die Besucher auf der Show & Order, wo das Label aus Luxemburg jetzt zeigte, ganz verrückt. Der Fokus liegt auf Ohrringen – „die passen immer“ –, aber es gibt auch Ringe und  Ketten. Gefertigt wird in Europa, immer aus Silber, das auch mal oxidiert oder goldplattiert kommt. Bei einer Kalkulation von 2,8 bis 3,0 liegt der EK-Schwerpunkt um die 40 Euro. Email: contact@962degrees.com.

Sainte Isaure

 
„Ich möchte, dass die Tasche immer sichtbar ist“, sagt Ingrid Monti. Das Key-Piece im Look. Kein Wunder also, dass Gold der USP ihres Taschenlabels ist, das sie 2016 ins Leben gerufen hat. Überhaupt, alle Taschen, die Ingrid Monti entwirft, glänzen, nicht nur gülden. Jedes einzelne Modell, ob nun Crossbody-Bag mit Metallgriff oder Geldbörse, ist aus italienischem Metallisé-Leder gefertigt, mal in sattem Bordeaux, mal in stechendem Blau, mal – wie in der jüngsten Kollektion – in Patchwork-Machart, inspiriert von den 70’s in New York City. Alle Taschen sind handmade in Südspanien. Dort, wo auch manch andere französische Luxusmarke produzieren lässt – im Übrigen hat Monti vor ihrer Selbstständigkeit für Chloé gearbeitet. Woher Montis Vorliebe für so viel Glamour kommt? „Meine Mutter war Opernsängerin. Ich bin also mit viel Bling-Bling und Sparkle aufgewachsen“, sagt Monti, die selbst schon Tanz studiert hat. Die Preise für die Taschen bewegen sich zwischen 116 und 280 Euro im EK, Kleinleder-Items zwischen 52 und 100 Euro. Kalkuliert wird mit 2,5. Email: ingrid.monti@sainteisaure.fr.

Frenken

 
Die Easiness und der Stil von Frankreich treffen auf skandinavischen Minimalismus. Das Ergebnis ist modernes, lässiges Tailoring – aus den Niederlanden. „Creative Classics“, wie es Designer Erik Frenken, zuvor u.a. für Avelon, Viktor & Rolf tätig, nennt. Die Stoffe für smarte Anzüge, Hemden, Kleider kommen aus Italien, produziert wird in Portugal bei einem bekannten Lieferanten für das Premium- und Luxussegment. Frenken bringt vier Kollektionen pro Jahr mit je rund 80 Styles. T-Shirts starten bei 70 Euro VK, Kleider liegen zwischen 250 und 400 Euro, Blusen starten bei 150 Euro VK. Nach zwei Saisons hat Frenken rund 150 Kunden, darunter Reyer, Hallein und die Fashion Clinic, Düsseldorf.

Albino Teodoro

 
Es klingt fast wie ein Märchen: Der junge Albino Teodoro wächst in Rom mit französisch-italienischen Eltern in der Nachbarschaft Valentinos auf. Fasziniert von Autos und Mode, wirft er dem Designer regelmäßig Entwürfe in den Briefkasten. Dieser rät ihm, seine Fashion-Faszination weiter zu verfolgen. Teodoro studiert in Rom, Turin und Paris. Arbeitet schon früh mit Pucci, Louis Vuitton und Dolce & Gabbana zusammen. Startet seine Karriere bei Trussardi und Karl Lagerfeld, bevor er sich selbstständig macht. Mit einem nach ihm benannten Label, das von Kontrasten lebt. Jacquard, Raw Denim und Wolle treffen hier auf Pailletten, Taft und Crêpe. Motive aus dem osmanischen Reich werden gepaart mit weiten, maskulinen Blazern und 60er Jahre Babydoll-Kleidern. Teodoro nennt es schlicht „Young Couture“. Die Preise starten mit 100 Euro VK für Shirts, die Spitze markiert ein Jacquard-Wollmix-Mantel für 790 Euro. Vertrieb: Bernd Schürmann, Berlin

Molliolli

 
Webpelz und Fake Fur sind in aller Munde. Molliolli bietet Nachschub in dieser Hinsicht. Das Design der amerikanischen Linie entsteht in New York. Produziert wird in Korea, bei einem der weltgrößten Webpelz-Produzenten. Der Look der Linie ist laut, frisch und schräg. Farbe und Colorblocks, auch mal mit Pink oder Türkis, sind bei Molliolli Pflicht. Bloß nicht zu ernst. Von Kurzjacken über Longwesten bis zu Mänteln reicht die haarige Palette. Auch Sweats mit Fake-Fur-Applikation dürfen nicht fehlen. Lanciert wurde das Label erst vor gut einem Jahr. In Deutschland wird es jetzt neu über die Agentur Flipmunich, Gaby Bohlen, München, vertrieben. EK-Preise liegen im Kern zwischen 90 und 105 Euro.

Madeleine Thompson

Kaschmir in Regenbogen-Farben, mit auffälligen Streifen-Intarsien, verspielten Rüschen- oder Volant-Details – das macht das britische Label Madeleine Thompson aus. Die Designerin kommt aus England, lebt aber in Hongkong. Die Handschrift ist jung, frisch und eben einen Hauch britisch. Neben den auffälligen Styles in Regenbogenfarben, die es nicht zuletzt für einen Overall gibt, werden auch klassischere Ringel-Varianten und Unis gezeigt. Pro Jahr gibt es drei Kollektionen. VK-Preise liegen um 300 Euro. Der Vertrieb läuft über die britische Agentur Claret London.


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