Die Order läuft und mit ihr die Suche nach neuen Namen fürs Sortiment. Wo sind all die Newcomer, die das Zeug dazu haben, die Fläche mit Spannung aufzuladen und mit frischem Wind zu versorgen? Vom skandinavischen Contemporary-Label bis zur Kollektion für Fußball-Liebhaber – eine Auswahl an zehn neuen Labels, zusammengestellt von der Moderedaktion der TW.

Norr

Norr
Das neue Contemporary-Label aus dem dänischen Aarhus ist schon in der ersten Saison raketenartig durchgestartet: 2017 gegründet, zählt es ein Jahr später bereits 100 Kunden in Skandinavien, Niederlanden, Belgien und Deutschland. Mit vier Vororder- und vier Express-Kollektionen pro Jahr ist das selbsterklärte Ziel eine saisonübergreifende Garderobe. Die Linie mutet einerseits clean und skandinavisch an, andererseits zeigt sie feminine Styles im Bruch mit Denim und Leder. So gibt es neonblaue Trackpants mit Seitenstreifen ebenso wie Jeans-Jacken mit Schluppe. Die Zielgruppe: Frauen zwischen 25 und 35 Jahren. Die Preise: 50 bis 130 Euro VK, Kalkulation 3,0. Der Vertrieb läuft über A-Game Distribution, Berlin. Zu sehen auf der Premium in Berlin.

Viktor & Rolf

Viktor & Rolf
Viktor & Rolf erfinden sich neu: Zum 25. Geburtstag des Designhauses haben die beiden Holländer eine Kollektion ganz in Tüll aufgelegt, bei der ihre typische Couture-Handschrift jung und zeitgemäß übersetzt wird. Poppige Tüll-Shirts mit Raffungen, Schleifen-, Blüten- oder Statement-Applikationen in knalligem Rot und Pink oder soften Pastellen sind die Folge. Shirts mal ganz anders, als echte Schmuckstücke. Diese Contemporary-Linie wird jetzt fortgeführt. Zu den Tüll-Shirts kommen jede Saison neue Produkte hinzu. Das können mal Jerseykleider, mal Baumwoll-Shirts sein. Die kompakte Linie mit rund 25 Teilen ist unisex. EK-Preise liegen im Schwerpunkt zwischen 80 und 90 Euro, in der Spitze bis 250 Euro. Das Label wird in Deutschland neu über die Agentur Bernd Schürmann, Berlin, vertreten.

Inferno Ragazzi

Inferno Ragazzi
Der italienische Name des Hamburger Labels Inferno Ragazzi bedeutet Höllenjungs. Aber weit gefehlt, wer da an düstere, satanische Styles denkt. Die überwiegend pastellfarbenen T-Shirts, Sweats, Caps und Jacken zu VK-Preislagen zwischen 30 und 130 Euro rufen vielmehr Erinnerungen an Palmen, Strand und Softeis wach. Höllenjungs am Venice Beach also. Das Label betreibt bereits einen Store in Hamburg. Nun öffnet es sich dem Wholesale. Zu sehen auf der Seek in Berlin.

Blanche

Blanche
Blanche, also Weiß, ist keine Farbe? Das sehen Mette Fredin Christensen und Melissa Bech Madsen ganz anders. Denn sie haben gemeinsam das dänische Label Blanche gegründet. Designed in Kopenhagen, steht es für alles, was Weiß repräsentiert: Frische, Cleanness – und eine schlichte Designphilosophie. Die Macherinnen sind beide Branchenprofis – so war Christensen Chefdesignerin bei 2ndday, Madsen kommt von Wood Wood. Basis der im August startenden Kollektion ist eine Denim-Linie, eines der Highlights ist ein Trenchcoat aus rigid Denim mit offenen Kanten. Dazu gesellt sich eine Atelier-Kollektion. Alle, auch die Denim-Pieces, werden nachhaltig aus Bio-Baumwolle oder recycelten Textilien hergestellt und sind GOTS-zertifiziert. Die Preislagen: Jeans gibt es ab 159 Euro VK, Mäntel von 350 bis 500 Euro. Kalkulation: 3,0.

Sergio Tacchini

Sergio Tacchini
Die ikonische Tennismarke könnte sich in den Hype um Sportswear-Brands wie Kappa, Fila und Ellesse einreihen. Denn nach einiger Abwesenheit in der DACH-Region relauncht die Agentur Chusaja das Label im Juli dieses Jahres und präsentiert die Kollektion auf der Seek in Berlin. Sie besteht aus drei Linien, wobei Red für Tennis, Blue für Sportswear und Green für Styles aus dem Archiv steht. Letztere war bislang noch nie auf dem deutschen Markt erhältlich. Bei einer 2,5er-Kalkulation liegen die VK-Preise bei 30 Euro für T-Shirts, 60 bis 90 Euro für Track Jackets und 70 bis 120 Euro für leichte Sommerjacken.

Øud Paris

Øud Paris
Øud Paris ist ein noch ganz junges Label. Zur Sommersaison 2018 von Patricia Bitton und Raphael Riv gegründet, steht es vor allem für Kleider und Oberteile mit leichter Bohemian-Attitüde, gepaart mit Sexappeal und ausgeprägter Feminität. Vereinzelte Hosen, Sakkos und Jacken komplettieren den Look – immer mit entsprechendem Glamour-Appeal und französischer Note. Etwas Glanz und Glitter dürfen dabei nicht fehlen. EK-Preise variieren von 120 bis 350 Euro. In Deutschland wird die Linie neu über Bernd Schürmann, Berlin, eingeführt. Pro Jahr werden zwei Kollektionen präsentiert. Der Name Øud steht übrigens für das Anagramm des Wortes Duø, also Duett. Denn die beiden Macher verstehen sich als das perfekte Zusammenspiel.

Balr

BALR
Fußball + Fashion = Balr. So lautet die etwas vereinfachte Gleichung hinter dem niederländischen Herren-Label. Demy dee Zeeuw, einer der drei Gründer, war als professioneller Fußballer beim Moskauer Spartak-Club viel unterwegs – und vermisste dabei speziell für Fußballer entworfene Travel-Items. Also hat er sie kurzerhand selbst designt. Und der Plan scheint aufzugehen – denn die Kollektion wird bereits von Fußballern wie Jerome Boateng getragen. Teil der Linie sind Shirts, Jacken, Sweatpants oder Jeans, meist mit großem Logo, gerne auch mal einem Allover-Hexagon-Print. Ebenso gibt es Accessoires wie Laptop- und Passhüllen, Schals und Beanies. Die Preise liegen zwischen 20 Euro VK für einen Turnbeutel und reichen bis 275 Euro für eine Baseball-Jacke. Zu sehen auf der Premium, im Vertrieb bei Modeist, München und Düsseldorf.

FWSS

FWSS
FWSS, das ist ein Akronym aus Fall Winter Spring Summer – und zugleich der Name des 2012 gegründeten, norwegischen Womenswear-Labels. Denn es zeigt vier Kollektionen pro Jahr, eine für jede Jahreszeit. Und sie stehen allesamt für „eine Contemporary-Ästhetik mit Highend-Qualitäten zu nachvollziehbaren Preisen“. Mit Fokus auf arbeitende Frauen, die subtilen Luxus zu schätzen wissen. FWSS bezeichnet sie als „Oslo Girls“, wie Hanneli Mustaparta oder Elin Kling. Der Trend-Anspruch: Klassiker mit einem Twist. Daher sind die Materialien allesamt natürlich, verarbeitet werden Wolle, Seide und Cashmere. Somit liegen die Preise bei 180 Euro VK für eine Bluse und 1000 Euro VK für eine Lammfell-Jacke – bei einer 3,0er Kalkulation. Ab dieser Saison neu in Deutschland, im Vertrieb bei Studio Pezetta, München.

Beck to Beck

Beck to Beck
Die mit dem dicken Pulli an, Mann! So heißt es im Song „Die da“ von den Fantastischen Vier. Der Pulli, er könnte jetzt von Bandmitglied Michi Beck designt sein. Denn gemeinsam mit seiner Frau Uli Beck hat er das Label Beck to Beck ins Leben gerufen. Die erste Kollektion besteht aus unifarbenen T-Shirts (50 Euro VK), Sweats (90 Euro VK) und Hoodies (ab 100 Euro VK), auf denen das Logo oder das Wort „Blinded“ prangt. Alle Teile sind in Europa produziert. Dritter im Bunde ist Hendrik Schimmel, der mit seiner Vertriebsagentur Concrete Textile den Vertrieb verantwortet.

Stella Nova

Stella Nova
Der Name steht nicht für die Designerin hinter dem dänischen Label, sondern für eine fiktive Muse. Denn Kreativchefin der Kollektion ist seit den Anfängen 2002 Trine Skoller. Ihre Spezialität ist ein vielfältiger Mix aus Gegensätzen. Maskuline treffen auf feminine Elemente, ausgearbeitete Details, Glanz und Glitter auf reduzierte Teile. Französisch inspirierte Looks auf skandinavische Coolness. So gibt es verrüschte Kleider ebenso wie strenge Karoblazer, schlichten Ringelstrick ebenso wie coole Denims. Hierzulande wird Stella Nova über Buhrs 3.0, Offenbach, eingeführt. VK–Preise für Kleider und Blazer: 159 bis 299 Euro.