Neue Order, neue Chance. Der Handel ist auf der Suche nach frischen Gesichtern, die mehr Abwechslung auf die Fläche bringen und Kunden neue Anreize schaffen sollen. Newcomer-Labels können ebenso pushen wie hierzulande bislang wenig beachtete Traditionsunternehmen. Auf der Suche nach neuer Strahlkraft? Die TW stellt vor: 14 Labels, 14 neue Ansätze: von italienischer und britischer Handwerkskunst bis zur politisch aufgeladenden Mode.

Nanni

Nanni
Steine, Nieten und Perlen, Kettenelemente und Ösen – der alteingesessene Hersteller aus Mailand schmückt seine Gürtel am liebsten mit Metall-Details. Daneben machen die ausgesuchten Leder, Prägungen, Patchworks, Farben, Flechtungen und auffälligen Schließen die Gürtel von Nanni so besonders. Das Dekorative, aber auch die EKs um 100 Euro (bei einer Kalkulation von 2,5) lassen den Vertrieb von vornherein selektiv bleiben. Das Füllhorn an Kombinationen gibt Kunden die Möglichkeit, ihre ganz eigene Gürtelauswahl zusammenzustellen. Vertrieb über die Agentur Early Bird Berlin/Dirk Bommersheim.

Drunknmunky

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Bananenschalen unterm Schuh möchte keiner, sollte man meinen. Wenn sie aber hübsch auf der Sohle von Sneakern von Drunknmunky daherkommen, sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Die Lizenz für das 1999 in Kalifornien gegründete Label liegt mittlerweile seit einigen Jahren beim italienischen Unternehmen Wage, zu dessen Portfolio auch Colmar gehört. Jetzt hat Wage Deutschland im Visier und zeigte erstmals auf der Seek. Die Lo- und Hi-Top Sneaker sind übrigens nicht nur mit Bananen geschmückt. Viel prominenter ist das Markenzeichen, der Affe, darauf platziert. Zum Frühjahr vor allen Dingen wie von Hand gezeichnet. Die VK-Preise reichen in der Regel von 70 bis 90 Euro. Für eine Linie, die gemeinsam mit Skatelegende Tony Hawk entstanden ist, werden VK-Preise zwischen 95 und 100 Euro aufgerufen. Der Vertrieb erfolgt noch in Eigenregie.

Lobster & Lemonade

So frisch wie Limonade, so hochwertig wie Hummer. Dafür steht der Name des Darmstädter Labels Lobster & Lemonade. Angefangen hat alles mit der City Line. Dabei wurden Caps mit den Initialen deutscher Städte versehen. Das hat auch Sportvereine angelockt und zwar nicht nur in Deutschland. So entwickelten die Macher etwa auch eine Linie für den FC Basel. Die EK-Preise für die Caps liegen zwischen 7,90 und 12,90 Euro, im VK kosten sie zwischen 29,90 und 34,90 Euro. Darüber hinaus arbeitet das Label viel mit Lizenzen. Neben Caps mit Figuren aus „Die Sendung mit der Maus“ und „Benjamin Blümchen“ – natürlich auch in Kindergröße – gibt es dieses Jahr passend zur Fußballweltmeisterschaft T-Shirts mit Bildern der Anime-Serie „Captain Tsubasa“ aus den 80er Jahren. Eine kleine, eigenständige Apparel-Kollektion komplettiert das Angebot.

Best Company

Best Company
Kennen Sie noch die Paninaros? Die Mitglieder der Mailänder Subkultur Anfang der 80er Jahre waren vor allem für ihren Spaß an Luxus-Fashion bekannt. Unpolitisch, lebensfreudig, das war die Einstellung. Ein Label, das maßgeblich für den Look stand war damals Best Company. Insbesonders Sweatshirts mit Schriftzug und reichen Stickereien, die mehere hundert D-Mark kosteten. Jetzt ist die Kollektion des Italieners Olmes Carretti zurück. Auf der Seek in Berlin feierte sie Deutschland-Premiere. Mit farbenfrohen Print- und Logo-Looks. Die neue Kollektion ist in unterschiedliche Preis-Segmente unterteilt. Zum Frühjahr gibt es 27 verschiedene Farben, für Menswear, Womenswear, Kidswear. Insgesamt sind es 120 Styles. Basic-Styles liegen in der Anfangspreislage zwischen 80 und 120 Euro, sie stehen für rund 40% der Kollektion. Modelle mit Allover-Prints und Embroideries liegen mit 100 bis 140 Euro VK-Preis etwas darüber. Die Spitze bilden Limited Editions der sogenannten „Storico“-Linie, die sich an Styles der 80er orientiert, in Italien hergestellt und mit aufwendigen Stickereien versehen wird. Hier sollen die Preise bei 300 bis 400 Euro pro Sweatshirt liegen. Und die Paninaros? „Wir versuchen nicht, sie wiederauferstehen zu lassen”, sagt Gründer Carretti. „Aber ich glaube, dass ihre lebensbejahende Einstellung auch heute aktuell ist – und das Gefühl wollen wir wieder zurückbringen.” Der Deutschland-Vertrieb von Best Company läuft über Supreme Agency in Köln.

Kirk Originals

Kirk Originals
Brillen mit Stil und Heritage. Dafür steht Kirk Originals. Das britische Label setzt komplett auf Design und Produktion Made in England. Bereits 1919 wurde das Unternehmen gegründet. In den 90ern erlebte das Label schon einmal einen Hype, weil zahlreiche Popmusik-Größen sich als Fans der Brillen outeten. Daran wollen die Macher wieder anknüpfen. Jetzt fertigt das Unternehmen an gleicher Stätte wie zu Gründerzeiten. Es geht um zeitlose, handgemachte Modelle, die dennoch einen hohen Fashion-Grad haben. Alle Produkte werden per Hand in London hergestellt. VK-Preise liegen zwischen 200 und 600 Euro. Zu den ersten Kunden gehören Luxus- und Premium-Händler wie Mr Porter, Londenfrey in München sowie Jondral in Hannover. Der Vertrieb in der DACH-Region läuft über Amtraq Distribution in Frankfurt am Main.

Bohm Schmuck

Bohm Schmuck
Bohn Schmuck, das sind Schnelldreher aus Frankreich. Alle Ringe und Ohrringe (Stainless Steel, Swarovski-Steine) kosten bei einer Kalkulation von 2,6 rund 40 Euro im VK, Armreifen 45 Euro, Armbänder 35 Euro. Geordert in 14er-Sets, kommt die Kollektion mit Display und punktet mit schneller Lieferung. Vertrieb über Morten Naumann, Blingberlin, Berlin.

Safaya

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Auf den ersten Blick sehen die Tassel und Schlüsselanhänger aus, wie ganz normale Tassel und Schlüsselanhänger eben aussehen. In ihrem Innern allerdings verbirgt sich ein Pfefferspray. „She needed a hero. So she became one.“ Der Slogan passt zu dem gerade erst gestarteten Düsseldorfer Label, das die Sicherheit von Frauen in den Vordergrund rücken will. Die Idee geht auf einen Überfall im Freundeskreis von Co-Founderin Tahnee Laternser zurück. Das Spray stammt von Hoernecke, einem der führenden Hersteller in diesem Bereich. Die VKs starten bei 20 Euro, die Modelle mit Swarovski-Steinen kosten 40 Euro.

J.B4

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Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Das dachten sich wohl die Macher des italienischen Labels J.B4 Denn sie sind vor gut zwei Jahren mit Beanies an den Start gegangen, die mit einem Set an Klettbuchstaben daherkommen. Damit kann die Selfie-Generation jeden Tag ein neues Statement auf dem Kopf tragen. Die Mütze kostet 45 Euro im VK, 19 Euro im EK. Mittlerweile gibt’s auch Slides mit austauschbaren Slogans. Zum Frühjahr will J.B4 außerdem mit cropped Track-Jackets und Shorts im Basketball-Style verstärkt vom Sportswear-Hype profitieren. Die VK-Preise reichen hierbei von 40 bis 55 Euro.

Korsun

Korsun
Ambitioniert, freiheitsliebend, stürmischer Charakter – Gründerin Kartine Korsun hat eine genaue Vorstellung von Ihren Kundinnen. Ihrer Meinung nach brauchen diese Frauen in modischer Hinsicht vor allem eines: die richtige Mischung aus Eleganz und Kühnheit. Vor allem über Tailoring. Die Silhouetten sind meist feminin und figurbetont, für Brüche sorgen kastige Schnitte. Konsequent umgesetzt werden auch die Prints, so zeichnet sich für die jeweiligen Saisons im wahrsten Sinne des Wortes stets ein wiederkehrendes Muster ab. Grafische Prints mit Retro-Anmutung finden sich regelmäßig in der ersten Hälfte des Jahres, ein klares Schlüsselmotiv – meistens Vögel wie kürzlich der Kranich – wird in den Herbst/Winter-Kollektionen gezeigt. VKs liegen bei 380 bis etwa 1050 Euro.

Maltessa Eyewear

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Bestseller? Derzeit ganz klar Catwolf Eyes! Das junge Sonnenbrillen-Label aus Malaga gibt es seit etwa vier Jahren und betreibt in der Heimat, aber auch in Frankreich, Belgien und Italien bereits eigene Stores. Jetzt peilt Maltessa den deutschen Markt an und zeigte auf der Show & Order. Das Design kommt aus Spanien, gefertigt wird in China. Der Fokus liegt auf Frauen, es gibt jedoch auch einige Unisex-Styles. EKs um 21 Euro, VKs um 52 Euro. Der Vertrieb läuft direkt über das Label.

Averse

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Janis Joplin, Frida Kahlo, Marie Curie. Das sind nur einige der Frauen, denen das portugiesische Label Averse mit seiner Kollektion in Form von kleinen Stickereien huldigt. Darüber hinaus zieren Prints von Demos für Frauenrechte die Shirts für Männer und Frauen. Alle Teile aus der Womenswear haben ein Pendant bei den Männern. So gibt es zum Frühjahr denn auch für beide Hawaiihemden-Styles und Logo-Hoodies. Die EK-Preise reichen von 15 bis 38 Euro, die VK-Preise von 25 bis 85 Euro.

Tukadu Berlin

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Alles fing vor über 20 Jahren mit einem kleinen Store an, den es am Hackeschen Markt in Berlin noch immer gibt – Anlaufstelle für alle, die ihren Schmuck nach eigenen Ideen selbst zusammenbauen möchten. Vor gut fünf Jahren kam dann eine eigene kleine Schmucklinie, die seither im Store erhältlich ist. Jetzt wollen die Berliner mit ihren witzigen Kreationen – mal Mini-Schallplatten oder Riesen-Pompoms als Ohrränger, mal kleine Dinosaurier, Pferde, Flamingos auf Quasten als Kette – auch den Wholesale angehen und zeigten erstmals auf der Show & Order. Die VKs liegen bei einer Kalkulation von 3,0 zwischen 20 und 100 Euro. Schon kleine Stückzahlen können geordert werden, der Vertrieb läuft direkt über das Label.

Il Bisonte

Il Bosinte
Made in Italy –ein Gütesiegel für Lederwaren. Il Bisonte geht in Sachen Heimatverbundenheit allerdings noch einen  Schritt weiter. Sämtliche Materialien werden aus einem Umkreis von 30 km um den Firmensitz in der Toskana bezogen. Das verwendete Leder stammt ausschließlich von für den Fleischkonsum geschlachteten Rindern und wird in fünf verschiedenen Ausführungen angeboten:  von leicht gegerbt bis hin zu Metallic-Effekten. Nicht nur das Design ist zeitlos, die 450 Standardmodelle werden nur von einzelnen saisonalen Neuheiten ergänzt. Außerdem  gibt es Lifestyle-Produkte und Accessoires, sogar eine aus Leder gefertigte Brille. Taschen kosten im VK von 219 bis 690 Euro.

Zag Bijoux

Zag Bijoux
Filigran, vielseitig und vor allem extrem kommerziell mit Preislagen zwischen 8 und 14 Euro EK im Kern (Kalkulation: 3,0). Das macht die zarten Armbänder, Ringe, Ketten des französischen Labels, das erst seit etwa einem halben Jahr am deutschen Markt agiert, zu echten Schnelldrehern. Nachgezogen wird gerne, denn trotz der sehr kommerziellen Preislage sind die kleinen Schmücker antiallergen –zur Verwendung kommen ausschließlich Edelstahl (316L), entweder vergoldet, rosévergoldet oder versilbert, sowie Halbedelsteine. Vertrieb über Sylvie Wenzing, W Style Distribution, Düsseldorf.
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