Sonne, 24 Grad – die Wettervorhersage für Marrakesch in den nächsten Tagen hört sich beim Blick aus dem Fenster wie eine Verheißung an. Dabei ist die Sonne nicht der einzige Grund für eine Reise nach Marokko. Ein weiterer Grund: das Musée Yves Saint Laurent, das dort vor wenigen Wochen eröffnete.

Schon die Architektur des Museums ist sehenswert. Rote Ziegelsteine sind das Baumaterial der Wahl. Sie formen ein roséfarbenes, geschwungenes Gebäude mit eleganter Anmutung, bei dem Licht und Schatten die Silhouetten immer wieder zu verändern scheinen. Die Anordnung der einzelnen Ziegelsteine soll an die Struktur von gewebtem Stoff erinnern, so das Architektenduo Studio KO, das das Museum geplant hat.

Das Museum will keine Werkschau sein. Vielmehr soll sich der Besucher einfühlen können in die kreative Welt des Designers, der eine ganz besondere Liebe zu Marokko pflegte.  Zu sehen sind neben rund 50 Teilen aus der YSL-Kollektion auch viele Arbeiten, die der Designer für Film und Theater entworfen hat. Außerdem audiovisuelle Elemente wie Modenschauen, Fotografien, Zeichnungen und Musik, sowie jährlich wechselnde Fotografien von Fotografen, die mit dem Kreativen zusammengearbeitet haben. Daneben gibt es noch eine Bücherei, die zugleich eine Sammlung von seltenen Werken rund um Kunst, Mode, Botanik und Marokko ist, und die Interessierten nach Vereinbarung offen steht.

Wer dann noch nicht genug hat vom Imperium YSL, kann den Jardin Majorelle gleich hinter dem Museum besuchen. Ein botanischer Garten mit Kakteen, Palmen und Bananenstauden, der vor allem durch seine kobaltblauen Gebäude im Art déco-Stil bekannt ist. Der Designer hatte den Garten 1980 erworben und schon bevor es das Museum gab, war dieser außergewöhnliche Ort eine Pilgerstätte für Modefans. Hier wurde auch die Asche des Designers nach seinem Tod verstreut.     

Das Museum ist täglich außer mittwochs von 10-18 Uhr geöffnet und liegt an der Rue Yves Saint Laurent.

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