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Emma Mortimer, Managing Director von The Outnet

„Unsere Kunden sind nicht preisgetrieben“

The Outnet
Emma Mortimer ist seit 2018 Managing Director des Luxus-Online-Outlets The Outnet, das mittlerweile sein 10-jähriges Bestehen feiert.
Emma Mortimer ist seit 2018 Managing Director des Luxus-Online-Outlets The Outnet, das mittlerweile sein 10-jähriges Bestehen feiert.

Das Luxus-Online-Outlet The Outnet gibt es mittlerweile seit zehn Jahren. Einst als Outlet für Net-a-Porter gestartet, ist es heute eine Plattform, die weit über ein Schnäppchen-Portal hinausgeht. Managing Director Emma Mortimer erklärt, wie sich die Plattform im letzten Jahrzehnt verändert hat, wer die Kunden bei The Outnet sind und was genau sie bei dem Onlineshop für Luxusmode zum Outletpreis suchen.

TextilWirtschaft: Was waren die größten Herausforderungen in zehn Jahren The Outnet?
Emma Mortimer:
Wie bei allen Neueinführungen wussten wir, dass wir am Anfang mit einigen Herausforderungen rechnen mussten. Luxus-Discount-Shopping war nicht die Regel, und Marken fühlten sich nicht besonders wohl dabei, diese Ware ihren Kunden anzubieten. Sie neigten eher dazu, die Ware in Outlet Centern außerhalb der Stadt zu verstecken oder über Flash-Sales zu verkaufen. Wir waren jedoch die Pioniere und sind stolz darauf, dass wir das Rabattmodell neu definiert haben. In den vergangenen zehn Jahren haben wir eine äußerst glaubwürdige Marke unter dem Vermächtnis der Net-a-Porter-Gruppe aufgebaut, und die Branche akzeptiert uns als vollwertige, globale Luxus-, Last Season- und Shopping-Plattform.

Was waren die wichtigsten Veränderungen?
Es hat definitiv ein paar Veränderungen gegeben. Als die Marke neu eingeführt wurde, haben wir erwartet, dass die Kunden jung sein würden, eben solche, die es sich nicht leisten konnten, Luxusgüter zum vollen Preis zu kaufen. Allerdings wurden wir sehr schnell eines Besseren belehrt. Wir haben festgestellt, dass sie nicht preisgetrieben sind - sie sind clever, selbstbewusst und kaufen gerne sowohl die aktuelle als auch Last Season.

Auch unser Kundenstamm ist in diesem Zeitraum stark gewachsen, und wir sind mittlerweile in 100 Ländern präsent. Wir konzentrieren uns auf neun Schlüsselmärkte und stellen sicher, dass wir unseren Kunden überall auf der Welt ein vollständig kuratiertes Sortiment anbieten können. Auch die Technologie spielt eine große Rolle in dem was wir jetzt tun. Ganz am Anfang war es so, dass unsere Kunden noch während ihrer Mittagspause auf Desktops eingekauft haben, jetzt ist es jederzeit und überall. Wir fahren jetzt eine Mobile First Strategie und mehr als 50% unserer Kunden kaufen mittlerweile unterwegs über Mobile oder die App ein.

Was ist die Motivation hinter der Kapsel zum Geburtstag von The Outnet?
Unser Kunde genießt individuelle Kapseln. Sie sind Teil unserer DNA und ein wichtiger Bestandteil unserer Einkaufsstrategie. Und wie könnte man einen so bedeutsamen Meilenstein besser feiern, als mit einigen Designern, die einen großen Teil der Reise und des Erfolgs von The Outnet in den letzten zehn Jahren geprägt haben.



Wie haben Sie die Designer für die Kapsel ausgewählt?
Unser Einkaufsteam hat sich direkt an die Designer gewandt. Es gab keine genaue Liste, wir wollten vielmehr eine bunte Mischung haben. Die Kollektion hat für jeden etwas zu bieten; zu den bekannten Marken gehören Oscar de la Renta, Carolina Herrera, Diane von Furstenberg, Paco Rabanne, Delpozo und Christopher Kane, um nur einige zu nennen. Wir haben unsere Vorstellung an die Marken kommuniziert, und die Marken haben dann in ihren Archiven die passenden Teile herausgesucht und diese in neuen Farben oder Materialien wiederaufgelegt. Sie haben beliebte Klassiker mit neuem Leben gefüllt.

Welche Designer ziehen die größte Aufmerksamkeit auf der Website auf sich?
Das variiert je nach Region und kann sich über verschiedene Jahreszeiten hinweg ändern. Unser Angebot umfasst über 350 Marken. Wir bieten Laufsteg-Labels wie Chloé, Stella McCartney, Valentino und Diane von Furstenberg. Diese stehen neben modernen Contemporary Labels wie Alexander Wang, Joseph und Ellery. Wir bieten aber auch jüngere Marken wie Ganni, Rosie Assoulin und Charlotte Simone zum Beispiel. Unsere Hausmarke Iris&Ink ist ebenfalls ein großer Erfolg und gehört zu unseren fünf besten Marken weltweit. Außerdem die Marke Ethos, sie steht für luxuriöse, gut gefertigte Artikel, die sich perfekt mit Designerstücken in den Kleiderschränken unserer Kunden kombinieren lassen.

Interessieren sich Ihre Kunden mehr für die Outnet-Einstiegspreise oder auch die hohen Preislagen?
Unsere Kunden sind nicht vom Preis motiviert, sie suchen nicht nach einem Schnäppchen. Sie sind auf der Suche nach Luxusartikeln, die ihre bestehende Garderobe ergänzen, oder vielleicht das Must-have-Stück, das sie in der letzten Saison nicht bekommen haben.

Welche Trends suchen Ihre Kunden?
Unsere Kunden kaufen zwar Trends ein, aber die Einkäufe sind nicht per se trendgetrieben. Wir erstellen auf The Outnet spezielle Inhalte und Bilder mit einem stilvollen Blick auf Mode. Wir wollen unseren Kunden helfen, ohne ihnen etwas vorzuschreiben, denn sie sind selbstbewusst und wissen genau, was sie wollen.

Wer sind Ihre Kunden?
Wir haben eine Kundendatei mit über 10.000 Kunden weltweit. Die Erkenntnisse daraus sind von unschätzbarem Wert. Wir wissen daher, dass unsere Kunden kultiviert, erfolgreich, weit gereist und sehr modebewusst sind. Mode ist ein integraler Bestandteil ihres persönlichen Lebens und eine Möglichkeit, ihre Individualität auszudrücken. Sie zahlen gerne den vollen Preis, freuen sich aber auch über einen Rabatt. Ihr Durchschnittsalter ist 38. Sie kennen ihren Stil und wollen nicht nur trendige It-Produkte kaufen. Für sie ist The Outnet eine zuverlässige Quelle für einzigartige Funde ihrer Lieblings-Designer.

Sind auch viele Stammkunden dabei?
Wir haben einen sehr treuen Kundenstamm, der regelmäßig bei uns einkauft. Für diejenigen, die mehr als einen bestimmten Betrag bei uns ausgeben, haben wir ein Treueprogramm namens Front Row. Diesen VIP-Kunden werden exklusive Vorteile wie ein früher Zugang sowie Einladungen zu privaten Veranstaltungen angeboten, die von The Outnet und unseren Luxuspartnern veranstaltet werden.

Woher kommt die Ware, die auf The Outnet angeboten wird?
Unsere Einkaufsstrategie hat sich in den letzten zehn Jahren sehr verändert. Als wir starteten, hatten wir ein kleines Team, und ein Großteil der Ware kam nach dem Saisonende direkt von Net-a-Porter. Heute ist es das Gegenteil. Wir haben ein fantastisches Einkaufsteam, das jetzt 90% der Ware direkt von den Designern bezieht, mit denen sie enge Beziehungen aufgebaut haben. So können wir auch exklusive Kollektionen für unsere Kunden kuratieren und mit ihnen zusammenarbeiten.

Welche Produktkategorien sind die erfolgreichsten?
Kleider sind weltweit unsere leistungsstärkste Kategorie.

Welche Rolle spielen Accessoires?
Sie sind ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Einkaufsstrategie. Wir decken eine Vielzahl von Kategorien ab, von Schuhen, Taschen, Geldbörsen bis hin zu Schmuck. Es ist wichtig, Vielfalt in allen Kategorien und für alle Anlässe anzubieten, damit unsere Kunden die Möglichkeit haben, auf Wunsch einen vollständigen Look kaufen zu können.

Wen sehen Sie als Ihre Konkurrenz?
Wir konkurrieren mit den Besten auf dem Markt. Wir betrachten die klassischen Outlets nicht als Konkurrenz, da wir in der gleichen Denkweise wie ein Vollpreis-Händler agieren. Wir verfügen über ein globales Einkaufsteam, saisonale Uploads, redaktionelle Inhalte, einen loyalen, lokalen Kundenstamm und ein VIP-Segment, exklusive Kapselkollektionen und ein eigenes Label.

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